2 BEERDIGUNG 56b
Lugar/Ort:Marcelo Schulz-Friedhof

Fecha/Datum: / /
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Año Eclesiástico/Kirchenjahr:
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Daniel 9, 18
Skopus:
2 Beerdigung 56b -Daniel 9,18
"Wir liegen vor dir mit unserem Gebet, nicht auf unsere
Gerechtigkeit, sondern allein auf deine große
Barmherzigkeit."

Es ist schon eine gute Ordnung unter Christen, daß sie mit
ihren Toten, die sie der Erde übergeben müssen, vor Gott
treten und ihm den Lieben, den sie verloren haben, Gott im
Gebet übergeben.
Ein Leben eines Menschen, den wir noch als sehr jung
verstehen, der in irgendeiner Weise mit uns verbunden war,
besonders mit seiner Familie, ist abgeschlossen. Das
Lebensbuch wurde zugemacht.
Was ist über das Leben eines Menschen zu sagen? Was enthält
nicht bereits ein Leben von 32 Jahren an Freude und
Traurigkeit, an Glück und Unglück, an Liebe und Haß und
Enttäuschung, an Erfolgen und Niederlagen, aber auch an
eigenem größten menschlichen Versagen gegenüber Gott und
seinen nächsten Mitmenschen.
Uns wird vieles an unserem Verstorbenen sicherlich verborgen
und unsichtbar bleiben.
Während nun sein Leben jetzt hier auf Erden abgeschlossen
ist, liegt es vor Gott total offen da.
Und was da alles zum Vorschein kommt, zeigt unser aller
Verderbtheit an:
"Da ist nicht einer, der Gutes tue, auch nicht einer."
Und das ist ja auch das Besondere, daß wir als Christen,
gerade auch als Christen, uns überhaupt gar nicht auf unsere
Güte, auf unser ordentlich geführtes Leben verlassen können.
Jeder Mensch versucht, auch die Maske zu tragen, die ihn
trotz seiner Schlechtigkeit als einen moralisch guten
Menschen ausweist, der er in Wirklicht nicht ist.
Keiner kann sich auf seine Gutheit oder auf sein moralisch
einwandfreies Leben verlassen.
Wir verlassen uns stattdessen auf Gottes Güte, auf seine
Liebe und Barmherzigkeit zu uns, die wir es gar nicht
verdient haben, eine Güte, die niemand wegstoßen möchte,
eine Güte, die in jedem Menschen das sucht, was seiner Liebe
wert ist:
"Wir liegen vor dir, Herr, mit unserem Gebet, nicht auf
unsere Gerechtigketi, sondern auf deine große
Barmherzigkeit."
Wir sind hier also vereinigt nit unserem Verstorbenen vor
Gott und bitten ihn, daß er ihn und uns doch annehmen möge,
weil er doch ihn und auch uns in seiner großen
Barmherzigzkeit geliebt hat.