2 BEERDIGUNG 54a
Lugar/Ort:Herr Frey-Haus

Fecha/Datum: / /
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Año Eclesiástico/Kirchenjahr:
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Psalm 32, 7
Skopus:
2 Beerdigung 54a -Psalm 32,7
"Du bist mein Schirm, du wirst mich vor Angst behüten, daß
ich errettet gar fröhlich rühmen kann."

Der Mann, der dieses Wort gesprochen hat vor mehreren
tausenden von Jahren, wußte etwas, was bis auf den heutigen
Tag Wahrheit ist und gültig bleibt.
Er wußte dieses nämlich, daß unser aller Leben, dein und
mein Leben und das Leben unseres Verstorbenen geprägt ist
durch eine große große Sorge und Angst um eine Not, die wir
uns selbst verschuldet haben.
Ich möchte einmal den Menschen sehen, der in seinem Leben
noch nichts von einer Not, von einer Krankheit oder vom Tod
erfahren hat oder noch erfahren wird.
Und der Mann Gottes, der dieses Wort gesprochen hat, weiß,
daß alle Niot, alle Gefahren, alle Krankheiten und jeder Tod
eine einzige Ursache haben:
Unser Ungehorsam, unsere Revolution gegen Gott, der uns
erschaffen hat und erhalten will.
Aber auch das andere weiß der Mann Gottes, daß es eine Hilfe
gibt, daß es eine Befreiung aus allen unseren Sorgen und
Ängsten gibt. Allerdiungs gibt es nur einen einzigen Weg der
Befreiung, einen einzige Weg aus dem Leid in die Freude, aus
der Krankheit in die Gesundheit, aus dem Tode in das Leben
hinein. Diese einzigartige Möglichkeit heißt:
Zurückkommen zu Gott, zu unserem Vater im Himmel.
Wenn das Wirklichkeit wird in einem menschlichen Leben, daß
der Mensch zu Gott zurückkommt, wie der verlorene Sohn, der
darf die ganze Liebe Gottes erfahren. Von dem weicht alle
Traurigkeit und Angst vor Not, Krankheit und Tod.
Freude wird es im Leben eines solchen Menschen, eine Freude,
die nie vergeht, die der Mensch mitnehmen kann in das ewige
Leben hinein.
Allerdings gibt es die Heimkehr zu Gott nur als eine
Heimkehr des verlorenen Sohnes zu seinem Vater. Eine andere
Heimkehr gibt es nicht.
"Du bist mein Schirm, du wirst mich vor Angst behüten, daß
ich errettet gar fröhlich rühmen kann."
Der dieses Wort gesprochen hat, hat beides erlebt,
Flucht vor Gott und als Folge davon Angst und Krankheit und
Not, aber auch Freude und Trost als der heimgekehrte und nun
nicht mehr verlorene Sohn.
Darum war es gestern morgen wie ein heller Schein auch über
dem Leben unseres Verstorbenen, unseres ehemaligen Lehrers,
als wir zusammen dieses Wort lasen und er dann mit lauter
Stimme die Antwort auch für sein Leben von über 82 Jahren
geben und mitbeten konnte:
"Hoff, o du arme Seele,
hoff und sei unverzagt!
Gott wird dich aus der Höhle,
da dich der Kummer plagt,
mit großen Gnaden rücken,
erwarte nur die Zeit,
so wirst du schon erblicken
die Sonn der schönsten Freud."
Möge das unsere feste Zuversicht sein, daß er das jetzt
erleben darf, was er noch in der letzten Stunde bekannt hat.
Möge aber uns persönlich auch die Bitte nun nicht mehr
loslassen, die ein Liederdichter ausspricht:
"Mein Gott, mein Gott,
ich bitt durch Christi Blut,
machs nur mit meinem Ende gut."