2 BEERDIGUNG 50a
Lugar/Ort:Fr.Schulz geb. Schneider-Haus

Fecha/Datum: / /
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Fraiu Beisel geb. Vogel
Christine Becker
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Psalm 119, 116
Skopus:
2 Beerdigung 50a -Psalm 119,116
"Erhalte mich durch dein Wort, daß ich lebe; und laß mich
nicht zuschanden werden in meiner Hoffnung."

Dieses Wort geht von einer doppelten Voraussetzung aus, die
er, der dieses Wort gesagt hat, in einer vielfältigen Weise
immer und immer wieder neu erleben mußte.
Einmal ist es die Wirklichkeit, daß unser Leben vom ersten
Tage an bedroht ist. Es gibt nichts Unsicheres auf dieser
Erde als solch ein schwächliches Leben, das wir alle leben.
Jede kleine Erschütterung oder Krankheit bringt uns an den
Rand des Todes. Zu diesem gehört auch all das, was uns
außerdem das Leben schwer und dunkel macht und uns unseres
Lebens nicht froh werden läßt und wir manchmal sogar keinen
Sinn hinter all dem Geschehen, hinter all unserem Kämpfen
und Durchleiden erkennen können und keine Antwort finden,
warum das alles?
Nun sind wir Christen und gehören von Anfang an zum Volk
Gottes und als solche hören wir immer wieder aus dem Munde
unseres Heilandes das Wort von der Freude, das Wort vom
Licht, das Wort vom Leben, das alle Traurigkeit, alle
Finsternis, alle Todesbedrohung vertreibt.
Unser Gott ist ein Gott der Welt des Lebens. und die auf
seiner Seite stehen, gehören bereits in diesem bedrohten
Leben auf der Seite des wahren Lebens, bei dem, der die
Garantie auch unseres Lebens ist.
Wir wissen, daß wir, obwohl wir auf der Seite des Lebens
stehen und zur Welt des Lebens gehören, in diesem unseren
irdischen Leben hin- und hergerissen werden.
Inmitten der Zeiten von Krankheiten und Schwierigkeiten und
Problemen. Aber es leuchtet uns hier und da doch schon ein
helles Licht der Freude auf, inmitten der Todesbedrohung
erkennen wir schon das Wunder des Lebens.
Die größte Not haben wir zu durchstehen, wenn wir direkt am
Ende unseres Lebens die ganze Grausamkeit des Todes im
eigenen Tod erleben müssen.
Aber auch da gilt das, was wir vorher gesagt haben:
Mitten im Tode sind wir bereits vom Leben umfangen.
Unser Herr Jesus Christus hat sich als stärker erwiesen als
der Tod.
Von ihm wissen wir, daß auch wir, durch ihn, nicht im Tode
bleiben, sondern durch den Tod hindurch erleben, was echtes
und wahres Leben bedeutet.
Wir dürften keine Menschen sein, wenn unsere Hoffnung auf
das Leben, trotz Sterbens, nicht immer wieder bedroht wird
durch Zweifel und durch Mißtrauen und Unglauben.
Das hat der Psalmist als ein Mann Gottes auch erlebt.
Wie wurde ihm geholfen?
Nicht dadurch, daß ihm bewiesen werden konnte, daß das Leben
trotz des Sterbens siegen würde, sondern dadurch, daß er
weiterhin in allem Zweifel und in aller Not sich Gott
anvertraute, ihm seine ganze Not entgegenschrie. Ihn ließ er
nicht los, auch wenn alles um ihn her zusammenzubrechen
drohte. Und in dieser Weise wollte er sich auch seinem
eigenen Tode gegenüberstellen.
Sind das nicht Erlebnisse, die jeder Christ schon hat
erleben müssen oder noch erleben werden?
In dieser Hoffnung auf das Leben können wir unsere
Verstorbene verabschieden. Sie selbst lebte ja ebenfals von
und aus dem Worte der Freude, des Lichtes und des Lebens,
das sich immer stärker erwies als Traurigkeit, Finsternis
und Tod.
"Erhalte mich durch dein Wort, daß ich lebe und laß mich
nicht zuschanden werden in meiner Hoffnung,"
könnte sie mit uns bekennen.