2 BEERDIGUNG 46a
Lugar/Ort:Juan Müller-Neuberger-Haus

Fecha/Datum: / /
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Psalm 93, 4
Skopus:
2 Beerdigung 46a -Psalm 93,4
"Die Wasserwogen im Meer sind groß und brausen mächtig; der
Herr aber ist noch größer in der Höhe."

Der Schreiber dieses Verses kennt zwei Realitäten der
irdischen Welt und auch des menschlichen Lebens.
Zuerst ist es einmal die Realität der Mächte und Gewalten,
die uns umgeben, der Naturgewalten, aber auch der anderen
Mächte, die unser Leben bedrohen und uns unser Leben schwer
werden lassen:
Unglück, Krankheit und Tod und eigene Schuld und eigenes
Versagen.
Man kann wohl schon sagen, daß ein Mensch in einem solch
hohen Alter, wie unser verstorbene Bruder Müller, wohl alle
diese bedrohenden Mächte und Gewalten zur Genüge
kennengelernt und besonderts in den letzten Jahren darunter
auch geseufzt hat.
Diese Mächte und Gewalten sorgen bei einem jeden einzelnen
von uns schon dafür, daß unser Leben hier auf dieser Erde
nicht nur eitel Freude bedeutet. Wie steht es in einem
anderen Psalm geschrieben:
"Unser Leben währet 70 Jahre, und wenn es hoch kommt, so
sind es 80 Jahre, und wenn es köstlich gewesen ist, so ist
es Mühe und Arbeit gewesen; denn es fähret schnell dahin,
als flögen wir davon."
Aber das alles ist zu unserem großen Glück nur die eine
Seite unseres menschlichen Lebens. Die andere wird von
unserem Text so beschrieben:
"Der Herr aber ist noch größer in der Höhe."
Dieser Herr, von dem hier geredet wird, ist der, der uns
unser Leben gegeben hat, und es erhalten will, solange bis
der Sinn unseres Lebens erfüllt worden ist.
Wer an der Seite dieses Herrn durch das Leben geht, der kann
in Wirklichkeit als ein glücklicher Mensch bezeichnet
werden, denn er hat alles zum Leben und zum Sterben, der
wird nicht durch die ihn bedrohenden Mächte und Gewalten zur
Verzweiflung getrieben.
Und das ist unsere große Freude und Hoffnung, daß unser
verstorbene Bruder Müller ein Mensch gewesen ist, der an der
Seite seines Herrn bis zur letzten Minute seines Lebens
gegangen ist.
Wenn wir das sagen, dann liegt darin auch fest beschlossen
die Gewißheit, daß dann, wenn Nöte und Sorgen und
Schwierigkeiten und eigenes Versagen die Hand des Herrn
nicht mehr festhalten konnten, er von der Hand des Herrn
festgehalten wurde.
Das ist ja das Große und Herrliche unseres christlichen
Glaubens, daß größer als alles Versagen, größer als alle
Schwierigkeiten, als alle Mächte und Gewalten die Liebe
unseres Herrn zu uns Menschen ist.
Und das dürfen wir freudig hier am Sarge bekennen, daß unser
verstorbene Bruder ein von dem Herrn geliebter Mensch ist.
In dieser Liebe wirkte der Herr durch ihn auch so manche
Jahre in unserer Gemeinde hier in Reffino in gesegneter
Weise.
So befehlen wir jetzt auch seine Zukunft dieser Liebe des
Herrn. Er wird ihm das schenken, was er geglaubt hat.