2 BEERDIGUNG 42a
Lugar/Ort:Wilhelm Friedrich Müller-Haus

Fecha/Datum: / /
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Otto Schulz
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Jesaja 50, 10
Skopus:
2 Beerdigung 42a -Jesaja 50,10
"Der im Finstern wandelt und scheint ihm kein Licht, der
hoffe auf den Namen des Herrn und verlasse sich auf seinen
Gott."

Wenn der Prophet Jesaja hier in unserem Wort von der
Finsternis spricht, die über uns hereinbricht, dann denkt er
sicherlich an mancherlei, was unseren Weg durch dieses Leben
über diese Erde schwer macht.
Aber das Schwerste ist doch, wenn der Tod bei uns
persönlich, bei einer Familie, in einer Freundschaft
anklopft und einkehrt, wie er es jetzt bei euch, liebe
Familie Müller, wieder einmal gemacht hat.
Wir stehen sicherlich alle wie vor einem dunklen Rätsel, wie
es gekommen ist, wie es hat kommen können.
Was nützt allerdings alles Grübeln und Nachsinnen darüber.
Mit einem müssen wir jetzt rechnen, daß ihr fortan ohne den
Verstorbenen euren Weg gehen müßt.
Wenn wir als Menschen auch wissen, wie furchtbar es ist,
wenn ein lieber Mensch durch den Tod aus unserer Mitte
gerissen wird und wir es vergleichen können mit dem, was der
Prophet Jesaja sagt:
"Im Finstern wandeln und es scheint kein Licht",
so wissen wir doch, daß jeder Tod, auch einmal unser eigener
Tod, nicht einfach ein blindes Schicksal über uns ist.
Nein, jeder Tod ist ein Eingreifen Gottes in unser Leben.
Gott will uns damit bezeugen, daß er unser dauerndes
Nichthörenwollen auf sein Wort und Nichtlebenwollen nach
seinem Wort, nicht vergißt, sondern uns die Rechnung, den
Lohn dafür präsentiert.
Jedem von uns wird einmal diese Rechnung unseres Ungehorsams
präsentiert werden und sie kann nur mit dem Tode bezahlt
werden.
Die Dunkelheit unseres Lebens, die so eng mit dem Tode
verbunden ist, ist die Finsternis unserer eigenen Bosheit.
So schwer das alles sich auch in dieser Stunde anhören mag,
wir haben darauf zu hören. Es gilt uns allen.
Nun sind wir aber Christen und wissen, daß das bisher
Gehörte nicht das Einzigste, nicht das Letzte ist, was wir
zu hören haben.
Es gibt für uns alle Hoffnung und Trost im Angesichte des
Todes. Gott hat uns versprochen zu helfen, wenn wir uns
helfen lassen wollen, wie der Prophet Jesaja sagt:
"Der im Finstern wandelt und scheint ihm kein Licht, der
hoffe auf den Namen des Herrn und verläßt sich auf seinen
Gott."
Hoffen auf den Herrn und sich verlassen auf Gott, bedeutet,
das ernst zu nehmen für uns ganz persönlich, was Jesus
Christus für uns durch sein Leiden und Sterben tat.
Für den, der bekennen kann:
"Christi Blut und Gerechtigket,
das ist mein Schmuck und Ehrenkleid,
damit will ich vor Gott bestehn,
wenn ich zum Himmel werd eingehn,"
für den hat der Tod seinen Schrecken verloren, denn für den
ist der Tod der Eingang zum ewigen Leben, zur ewigen Freude
und Herrlichkeit.
Ist unser Verstorbene solch ein Mensch gewesen, der das
geglaubt hat, was wir doch hoffen und wünschen, dann darf er
jetzt das schauen, was herrlicher ist als je etwa auf Erden
herrlich und schön sein könnte, dann geht es ihm besser als
uns allen.
Glaubt ihr das als die Hinterbliebenen unseres Verstorbenen,
dann braucht ihr im letzten Grunde garnicht traurig zu sein,
dann könntet ihr euch sogar darüber freuen, daß er es jetzt
besser hat als wir alle, zumal wir ja auch wissen, daß unser
Vater im Himmel euch selbst in allen anderen Fragen eures
Lebens beistehen und helfen wird.
Und wenn wir anderen es auch glauben, daß Jesus durch sein
Leiden und Sterben uns die Tür zum Himmel aufgeschlossen
hat, dann brauchen wir nicht im Angesichte des Todes
erschrocken zu sein.
Dann werden wir durch den Tod nicht erinnert an etwas
Grauenvolles, sondern an das zukünftige Leben in Freude und
Herrlichkeit.
Das Kreuz Jesu Christi verwandelt die Finsternis des Todes
in das helle Licht der ewigen Freude und Herrlichkeit:
"Der im Finstern wandelt und scheint ihm kein Licht, der
hoffe auf den Namen des Herrn und verlasse sich auf seinen
Gott."