2 BEERDIGUNG 41b
Lugar/Ort:Oma Reimer-Friedhof

Fecha/Datum: / /
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Ww. Altergott
Frau Bender geb. Stabel
Anna Streich geb. Bopp
Johannes Neuberger
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Johannes 1, 12
Skopus:
2 Beerdigung 41b -Johannes 1,12
"Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht Gottes
Kinder zu werden."

Der Evangelist Johannes sagt mit diesem Wort uns allen eine
wunderbare Wahrheit. Es gibt, sagt er, für uns die
Möglichkeit, daß wir zur Gottes Familie gehören, daß wir
seine Kinder sind.
Die normale Realität eines Menschen ist ja, daß er eben
nicht zur Gottes Familie gehört, daß er in einer Dummheit
ohnegleichen von Gott nichts wissen will, auf ihn nicht
hören kann und sich immer weiter von ihm entfernt und
dadurch in ein heilloses Durcheinander seines Lebens kommt,
mit sich, mit seinen Mitmenschen und mit Gott verfeindet.
Jeder Mensch trägt ein Stück dieser Realität mit sich herum.
Nun sagt uns der Evangelist Johannes, daß dieses heillose
Durcheinander eines menschlichen Lebens, dieses
Unzufriedensein eines Menschen mit sich, mit seinen Nächsten
und mit Gott weichen kann, und zwar dadurch, daß er zu Gott
zurückkehrt, sein Kind wird.
Wie geschieht diese Rückkehr?
Dadurch, daß der Mensch den Abgesandten Gottes, den Jesus
von Nazareth ernst nimmt, auf sein Wort achtet und es als
Wegweiser seines Lebens akzeptiert.
Jesus Christus ruft uns zu:
"Folge mir nach!"
Wer diesem Rufe Jesu folgt, kehrt an seiner Hand zu Gott
zurück, wird als sein Kind anerkannt und kann in Frieden mit
sich, seinen Mitmenschen und mit Gott leben.
Wenn wir dieses hören als ein Wort an uns, dann ist
gleichzeitig damit verbunden die feste Zuversicht, daß
unsere Verstorbene mit einem langen und wechselreichen und
sicher auch problemreichen Leben jetzt in aller Realität
schauen und erleben darf, was es bedeutet, zur Familie
Gottes zu gehören, ein Kind Gottes zu sein.
Sie darf schauen, was sie im Aufblick zu Jesus Christus
geglaubt hat.
Und ich denke, wenn wir alle in einer ernsten Weise bereit
sein wollen, Abschied zu nehmen oder ihr die letzte Ehre zu
erweisen, dann könnten wir es besser als durch Trauer
dadurch bezeugen, daß wir wie sie Jesus Christus mit seinem
Wort den entscheidenden Platz in unserem Leben geben. Er
wird uns dann Sinn und Inhalt unseres Lebens geben, wie er
es ihr gegeben hat, selbst am Ende unserer Tage durch alle
Todesängste und -nöte hindurch.