2 BEERDIGUNG 30a
Lugar/Ort:Frau Brauer-Haus

Fecha/Datum: / /
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Philipper 1, 23
Skopus:
2 Beerdigung 30a -Philipper 1,23
"Ich habe Lust abzuscheiden und bei Christus zu sein, was
auch viel besser wäre."

Der Apostel Paulus, der dieses Wort geschrieben hat, weiß,
daß der Tod nicht das Letzte im Leben eines Menschen ist,
sondern nur eine Durchgangsstation hin zur ewigen Seligkeit.
Immer und immer wieder werden wir eingeladen, dieses unser
Ziel, diese unsere Bestimmung, unter keinen Umständen zu
vergessen.
Der Apostel Paulus hat eine direkte Sehnsucht zur ewigen
Herrlichkeit, zum Vereinigtsein mit unserem Herrn und
Heiland von Angesicht zu Angesicht.
Dieses Wort des Apostels gibt auch die große Sehnsucht
unserer heimgegangeneen Schwester in den letzten Jahren
wieder.
Sie stand in einem fröhlichen Glauben und war mit unserem
Herrn und Heiland in einer solch innigen Weise verbunden,
wie es mitten uns eine Seltenheit ist.
Wie lebte sie ganz mit und in unserer Gemeinde. In welch
trefflicher Weise bezeugte und bekannte sie vor jedermann
ihren Glauben.
Einen unerschöpflichen Schatz von Kirchenliedern und
Bibelversen hatte sie nicht nur in ihrem Kopf, sondern auch
in ihrem Herzen und auf ihren Lippen.
Unvergeßlich wird es mit bleiben, daß ich in den vielen
Jahren nie ein böses Wort, nie ein bitteres oder hartes Wort
über einen anderebn Menschen aus ihrem Munde gehört habe.
Allen ihren Kummer und ihren Schmerz legte sie dem zu füßen,
der ihr Herr und Meister ist, Jesus Christus.
Diesen ihren fröhlichen Glauben hielt sie fest, als die
letzen schweren Zeiten über sie hereinbrachen, zuerst die
Beinamputation, dann der Verlust ihres Mannes, dann das
NICHTMEHRSEHEN und -LESENKÖNNEN und das immer mehr
ZURLASTFALLENMÜSSEN den lieben Menschen zu Hause.
Das waren keine leichte Zeiten.
Nun darf sie aber schauen, was sie Zeit ihres Lebens
fröhlich geglaubt hat, wonach sie sich gesehnt hat:
"Ich habe Lust, abzuscheiden und bei Christus zu sein."
Würde unsere Verstorbene es jetzt gutheißen, wenn wir
hoffnungslos traurig wären?
Nein, und abermals nein. Wenn sie es könnte, würde sie auch
jetzt uns in ihrer fröhlichen und kindlichen Art auf den
hinweisen, der uns fest in seiner Hand hält und sie würde
uns einladen, mit ihm ebenfalls den Weg zu gehen, den sie
gegangen ist, den Weg zur ewigen Freude und Herrlichkeit, da
alles Leid und aller Schmerz und alle Traurigkeit
ausgeschlossen ist.