2 BEERDIGUNG 29a
Lugar/Ort:Jakob Münch-Haus

Fecha/Datum: / /
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Herr Popp
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Daniel 9, 18
Skopus:
2 Beerdigung 29a -Daniel 9,18

"Wir liegen vor dir mit unserem Gebet, nicht auf unsere
Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit."

Es ist schon eine gute Ordnung unter Christen, wenn sie mit
ihren Toten, die sie der Erde übergeben müssen, vor Gott
treten und ihm den Lieben, den sie verloren haben, im Gebet
Gott übergeben.
Ein Leben eines Menschen, der in irgendeiner Weise mit uns
verbunden war, ganz besonders aber mit seiner Familie, ist
abgeschlossen. Das Lebensbuch wurde zugemacht.
Was ist über das Leben eines Menschen zu sagen?
Was enthält nicht ein menschliches Leben von fast 90 Jahren
an Freude und Traurigkeit, an Glück und Unglück, an Liebe
und Haß, an Erfolgen und Niederlagen, aber auch an größtem
menschlichen Versagen, an Versagen gegenüber Gott, dem
Herrn.
Uns wird vieles an unserem Verstorbenen sicherlich verborgen
und unsichtbar bleiben.
Während nun sein Leben jetzt hier auf Erden abgeschlossen
ist, liegt es vor Gott total offen da.
Und was da alles wird zum Vorschein kommen, wie es einst
auch bei uns sein wird, zeigt unser aller Verderben an:
"Da ist nicht einer, der Gutes tue, auch nicht einer."
Auch der, der mit seiner Gutheit vor Gott prahlen wollte,
würde von den alles durchdringenden Augen Gottes schnell
zuschanden werden.
Und ihr Lieben, das ist ja eben das Besondere, daß wir uns
als Christen überhaupt garnicht auf unsere Güte, auf unsere
Frömmigkeit, auf ein ordentliches Leben, das wir geführt zu
haben meinen, verlassen.
Wir wissen, daß wir uns darauf niemals verlassen können. Wir
verlassen uns stattdessen auf Gottes Güte, auf Gottes Liebe
und Barmherzigkeit zu uns, die wir böse Menschen sind.
"Herr, wir liegen vor dir mit unserem Gebet, nicht auf
unsere Gerechtigkeit, sondern auf deine Barmherzigkeit."
Wir sind hier also vereinigt mit unserem Verstorbenen vor
Gott und bitten ihn, daß er ihn doch annehmen möge, weil er
doch auch ihn in seiner großen Barmherzigkeit geliebt hat.