2 BEERDIGUNG 26b
Lugar/Ort:Frau Fischer-Friedhof

Fecha/Datum: / /
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Año Eclesiástico/Kirchenjahr:
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Psalm 62, 2
Skopus:
2 Beerdigung 26b -Psalm 62,2
"Meine Seele ist stille zu Gott, der mir hilft."

Jedesmal ist es eine schmerzliche Angelegenheit, wenn einer
mitten unter uns den Weg angetreten ist, den wir alle einmal
gehen müssen, den Weg durch das dunkle Tal des Todes.
Nicht nur die, die als Ehemann oder als Kinder oder sonstige
Verwandte der Verstorbenen eng verbunden waren, werden hart
angefaßt durch die Sprache des Todes, durch den Heimgang der
Verstorbenen, sondern wir alle miteinander haben es wieder
einmal vor die Augen gehalten bekommen, wo auch unser Weg,
dein und mein Weg einmal enden wird.
Wer soll davor nicht erschüttern.
Im vergangeneen Jahrhundert hat ein Maler ein Bild gemalt,
das den Tod als Freund darstellen soll, aber dieser Maler
hat sich ganz entschieden geirrt.
Ich kenne den Tod als Freund nicht, sondern immer, wo er
unseren Weg kreuzt, da gibt es viel Kummer, viel Leid und
Not und viele Tränen.
Es ist schon gut, in einer solchen Abschiedsstunde wie
dieser, keine Lob- und Gedenkreden auf die Toten zu halten.
Wir haben stattdessen einmal zu hören, was der Tod in
unserem Leben bedeutet und welche Aufgaben er uns stellt.
Wir wissen, daß der Apostel Paulus einmal sagte:
"Der Tod ist der Sünde Sold."
Wenn das wahr ist, dann heißt das doch klar und deutlich:
Du hast dir deinen Tod, der ganz bestimmt kommt, selbst
verdient.
Dein Tod ist die Strafe Gottes dafür, daß du nichts mehr
nach Gott und seinen Geboten fragst.
Schauen wir doch alle einmal in unser eigenes Leben hinein,
in unser Tagewerk?
Alle möglichen Götzen regieren uns, bei dem einen ist es die
Arbeitswut, bei dem anderen sein Faulenzerdasein. Bei dem
einen ist es der Hochmut, bei dem anderen ist es eine
Leidenschaft oder was es sonst sein mag.
Aber wie steht es in deinem Leben mit dem Gehorsam Gott
gegenüber.
Wir können uns dieser Frage wohl zu entziehen suchen, indem
wir den Gottesdienst der christlichen Gemeinde nicht ernst
nehmen und überhaupt nicht hingehen. Aber Gott läßt uns
nicht los und redet dann eine furchtbare Strafe, indem er
einen Menschen aus unserer Mitte herausruft, damit wir es
nun nicht mehr überhören können, was Gott uns fragt:
Wie steht es mit dem Gehorsam mir, dem Schöpfer, gegenüber?
Willst du endlich deine eigenen dickköpfigen Wege aufgeben
und endlich, endlich, mir nachfolgen?
Der Tod reißt uns in einer brutalen Weise die Maske von
unserem Gesicht und zeigt uns hochmütigen Menschen, wer wir
eigentlich sind?
Wer sind wir?
EINE HAND VOLL STAUB!
Und das alles hast du verschuldet, indem du nicht mehr nach
Gott fragtest.
Damit wir dieses in aller Deulichkeit hören, wir alle
miteinander, das ist besser als irgendwelche Lobreden.
Wenn Gott uns aber in einer solchen ernsten Weise zuruft:
Du hast dir deinen Tod durch deinen Ungehorsam mir gegenüber
vwerdient und damit klar zeigt, daß der Tod Gottes Strafe
über uns ist, so ist das doch nicht das letzte Wort unseres
Gottes.
Wir hörten ja am Anfang das Wort aus dem 62. Psalm:
"Meine Seele ist stille zu Gott, der mir hilft."
Gott, der Herr, will uns mit einer solchen harten Rede
fortlocken von unserem verkehrten Wege, hinter Jesus
Christus, unserem Heiland, her.
Dort bei Jesus Christus dürfen wir das hören, was uns die
Angst vor dem Tode nehmen kann, dürfen wir das hören, was
wir auch für unsere Verstorbene wünschen und hoffen:
"Ich bin die Auferstehung und das Leben, wer zu mir kommt,
wird nimmermehr sterben."
Allein als Christen können wir froh und getrost werden in
dem Wissen, unsere Verstorbene wird vor Gott allein darin
gewogen, ob sie als Christin das angeneommen hat in diesem
Leben, was Jesus Christus ihr und uns allen geschenkt hat,
wie es im Abendmahl heißt:
"Das ist das Blut unseres Herrn Jesus Christus. Für dich und
alle deine Sünden in den Tod gegeben."
Allein als Christen können wir froh und getrost werden auch
darüber, daß der Tod an unsere Türe klopfen wird.
Wir können das, wenn wir nun an seiner Hand durch das Leben
gehen, wenn wir ihn fragen:
"Herr, was willst du, daß ich tun soll?"
Dieser unser Gott, der uns so geliebt hat, daß er sogar für
uns seinen Sohn hat sterben lassen.
Dieser Gott will uns auch in unserer Trauer nicht allein
lassen, sondern mit uns gehen und uns seine helfende Hand
spüren lassen.
Laßt uns so unserem Vater im Himmel unsere Verstorbene
anvertrauen und ihn auch bitten, daß wir nun endlich als
Gottes Kinder auf dieser Erde leben und ihn auch bitten, in
aller unserer Trübsal uns auch seinen Trost zu schicken:
"Meine Seele ist stille zu Gott, der mir hilft."