2 Außergewöhnliche Gottesd.- 72
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Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Entre Ríos-Kirchentag in Grl. Ramírez 1963
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Lukas 14, 15-24
Skopus: Grundlage für 2 AG 71."Siehe, ich sende euch!"
2 Außergew. Gottesd. 72 -ER-Kirchentag-Lukas 14,15-21
"Da aber solches hörte einer, der mit zu Tische saß, sprach
er zu ihm: Selig ist, der das Brot ißt im Reich Gottes. Er
aber sprach zu ihm: Es war ein Mensch, der machte ein großes
Abendmahl und lud viele dazu. Und sandte seinen Knecht aus
zur Stunde des Abendmahls, zu sagen den Geladenen: Kommt,
dnn es ist alles bereit! Und sie fingen an, alle
nacheinander, sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu
ihm: Ich habe einen Acker gekauft und muß hinausgehen und
ihn besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der
andere sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft, und ich
gehe jetzt hin, sie zu besehen; ich bitte dich, entschuldige
mich. Und der dritte sprach: Ich habe ein Weib genommen,
darum kann ich nicht kommen. Und der Knecht kam und sagte
das seinem Herrn wieder. Da ward der Hausherr zornig und
sprach zu seinem Knechte: Gehe schnell aus auf die Straßen
und Gassen der Stadt und führe die Armen und Krüppel und
Lahmen und Blinden herein. Und der Knecht sprach: Herr, es
ist geschehen, was du befohlen hast; es ist aber noch Raum
da. Und der Herr sprach zu dem Knechte: Gehe aus auf die
Landstraßen und an die Zäune und nötige sie hereinzukommen,
auf daß mein Haus voll werde. Ich aber sage euch, daß der
Männer keiner, die geladen waren, mein Abendmahl schmecken
wird."

Dieses Gleichnis vom Großen Abendmahl ist eingebettet in
einem Kapitel des Lukas-Evangeliums, in dem es in ganz
besonderer Weise darum geht, daß der allmächtige Gott, der
Schöpfer des Himmels und der Erden, die enge Verbindung mit
uns, seinen Geschöpfen, sucht.
Gott will es mit uns, die wir Staub und Asche sind, zu tun
haben. Gott liebt uns so, daß er uns seine Hand zur Hilfe
entgegenstreckt. Gott liebt uns so, daß er uns zu sich in
sein Haus einlädt. Er möchte uns als seine Gäste an seinem
Tische haben.
Tischgemeinschaft miteinander zu haben, bedeutet, in engster
Verbindung, in engster Gemeinschaft miteinander zu stehen.
Darüber wurde eingehend gesprochen, als Jesus von Nazareth
im Hause eines Obersten der Pharisäer zu Tische sitzt. Die
Menschen, die dort mit Jesus zu Tische sitzen, alles fromme
und gottesfürchtige Männer des alten Volkes Gottes, wissen,
was das bedeutet, mit Gott in einer solchen Gemeinschaft
verbunden zu sein. Einer sagt dieses bedeutsame Wort:
"Selig ist, der das Brot ißt im Reiche Gottes."
Das heißt doch nichts anderes als:
Wer diese ganz enge Verbindung mit Gott hat, ist ein
glücklicher Mensch. Ja, ein größeres Glück als ein Kind
Gottes zu sein, gibt es nicht.
Wenn wir das so hören, dann müßte es doch auch unter uns so
sein, da wir von einer unbändigen Freude erfüllt würden
darüber, daß auch wir Kinder Gottes sein dürfen. Allerdings
spricht der Pharisäer dieses Wort:
"Selig ist, der das Brot ißt im Reich Gottes!"
nicht in einem Ausbruch der Freude, sondern als ein Ausdruck
eines gewissen Hochmutes gegenüber Jesus von Nazareth, der
mitten unter ihnen ist. Er hatte verkündigt, daß durch ihn,
Jesus von Nazareth, es erst in der ganzen Bedeutung sichtbar
geworden ist, daß Gott uns Menschen liebt. Er hatte
verkündigt, daß der Eingang zum Hause seines Vaters im
Himmel nur, ausschließlich und allein, nur durch ihn
geöffnet und mit ihm durchschritten werden kann. Sie aber
hatten gesagt, daß er dazu gar nicht nötig sei. Sie brauchen
ihn gar nicht, um Gottes Kinder zu sein, sie sind es ja
schon allein durch ihre Geburt als Angehörige des Volkes
Israels, als Angehörige des alten Volkes Gottes.
In dieser Auseinandersetzung um seinen Auftrag, um seine
Aufgabe, um seine Sendung, erzählt Jesus Christus das
verlesene Gleichnis vom Großen Abendmahl.
In diesem Gleichnis geht es um einen Mann, der seine Freunde
zu einer Festmahlzeit eingeladen hat. Alle die Geladenen
wußten bereits schon von der Einladung, denn es ist die 2.
Aufforderung, die durch den ausgesandten Knecht erfolgt:
"Kommt, denn es ist jetzt alles bereit!."
Und nun folgt das Unverständliche, daß alle die, die das
erste Mal bereits die Einladung angenommen hatten, mit
fadenscheinigen Entschuldigungen ihr Kommen, ihr Erscheinen,
absagen:
Der erste: "Ich habe einen Acker gekauft und muß hingehen
und ihn besehen.
Ich bitte dich, entschuldige mich."
Der zweite: "Ich habe Vieh gekauft und gehe jetzt hin, es zu
besehen; ich bitte
dich, entschuldige mich."
Der dritte: "Ich habe geheiratet, darum kann ich nicht
kommen."
Alle die Gründe, die angegeben werden, stehen einem
Folgeleisten der Einladung nicht entgegen. Alle diese
Entschuldigungen sind nur an den Haaren herbeigezogen.
Worum geht es denn in diesem Gleichnis?
In diesem Gleichnis nimmt Jesus Christus die
Auseinadersetzung mit den Frommen der damaligen Zeit, den
Pharisäern, wieder auf. In der Gestalt des Mannes, der eine
Festmahlzeit macht, erscheint Gott, der Herr, der
Allmächtige.
Gott will mit uns in Verbindung treten. Er möchte uns mit
seiner ganzen Liebe und Hilfe überschütten. Dieses alles
kommt in der Einladung zum Festmahl zum Ausdruck.
Als Jesus dieses Gleichnis den Frommen damals sagte, da war
im Volke Israel seit Jahrhunderten die erste Einladung durch
Mose und durch die Propheten bereits erfolgt. Und es sah von
Zeit zu Zeit aus, als ob eine Bereitwilligkeit vorhanden
war, dieser Einladung Gottes Folge zu leisten.
Und nun war die Zeit gekommen, daß Gott das Heil, die Hilfe,
die er versprochen hatte, in Erfüllung gehen lassen wollte.
Die Heilszeit war hereingebrochen. Gott war auf dem Wege,
sich helfend zu uns herabzubeugen. Gott war auf dem Wege,
uns mit seiner Liebe zu überschütten. Und es kam jetzt alles
darauf an, sich helfen zu lassen. Es kam alles darauf an,
sich die Liebe Gottes gefallen zu lassen.
Diese Mitteilung, daß die Heilszeit für uns hereingebrochen
ist, daß die Hilfe vor der Tür liegt, brachte Jesus
Christus, der Sohn Gottes.
Wie lautete seine Predigt?:
"Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen."
Sein Vater im Himmel sandte ihn zu den Menschen, die durch
Mose und durch die Propheten bereits die erste Einladung
erhalten hatten.
Die Sendung Jesu Christi durch Gott ist zu vergleichen mit
der Sendung des Knechtes durch den Hausvater zur 2.
Einladung:
"Kommt, denn es ist alles bereit!"
Und das Ergebnis ist genauso wie im Gleichnis, eine
Ablehnung der Einladung durch Jesus Christus, sich von Gott
helfen zu lassen, die Hand der Hilfe zu ergreifen, die Gott
in seinem Sohn Jesus Christus nach uns ausstreckt.
In dieser Ablehnung der Botschaft Jesu Christi ist man mit
Entschuldigungen nicht verlegen. Jeder möglioche und jeder
unmögliche Grund muß dazu herhalten, der Einladung Gottes
durch Jesus Christus nicht Folge zu leisten.
Seine Sendung bei denen, die Gottes Wort durch Mose und
durch die Propheten bereits gehört haben, ist eindeutig
gescheitert. Das ganze Volk schrie schließlich:
"Hinweg, hinweg mit diesem!"
So wurde aus dem alten Volk Gott ein Volk, daß sich die
Hilfe Gottes ein für alle Male verscherzt hatte, daß die
helfende Hand Gottes wegschlug, daß sich von Gottes Liebe
wegwandte.
Aber mit der Weigerung der zum 2. Mal Geladenen, der
Einladung Folge zu leisten, ist die Sendung Jesu Christi
nicht am Ende:
"Gehe aus schnell auf dei Straßen und Gassen der Stadt und
führe die Armen und Krüppel und Lahmen und Blinden herein.
Gehe aus auf die Landstraßen und an die Zäune und nötige sie
herein. Gehe aus auf die Landstraßen und an die Zäune und
nötige sie hereinzukommen, auf daß mein Haus voll werde!"
Gott findet schon Menschen, die sich von ihm helfen und
lieben lassen wollen; sind es nicht die Angehörigen des
alten Volkes Gottes, dann sind es eben die Heiden und
Götzenanbeter; sind es nicht die Frommen, dann sind es die
Gottlosen; sind es nicht die moralisch Einwandfreien, dann
sind es eben die Diebe, die Betrüger und Lügner, die
Ehebrecher und die Totschläger.
Das Haus Gottes wird schon vollwerden. Die Tischgemeinschaft
Gottes mit uns Menschen wird Wirklichkeit werden. Gott wird
schon durch seinen Sohn Jesus Christus Menschen finden, die
sich helfen lassen wollen, die sich nach seiner Liebe sehnen
und ihre Hände danach ausstrecken.
In der Auseinandersetzung Jesu mit den Pharisäern sagt
dieses Gleichnis ganz klar und deutlich:
Sie, die ihn, Jesus Christus, mit seiner Botschaft ablehnen,
werden in keinster Weise die sein, mit denen Gott
Gemeinschaft haben werden. Sie werden vom Heil
ausgeschlossen sein.
Für diese Pharisäer ist dieses Gleichnis mit der Sendung des
Knechtes ein Wort des Gerichtes.
Nun trifft dieses Gleichnis mit der Sendung Jesu Christi:
"Kommt, denn es ist alles bereit!"
und
"Kommt, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!"
auf uns. Wir sind die, die von Kindheit und Jugend auf die
Einladung Gottes gehört haben.
Durch Jesus Christus wird heute in ganz besonderer Weise der
Ruf an uns gerichtet, die Einladung Gottes doch anzunehmen.
Wir werden eingeladen, die ausgestreckte Hand Gottes
anzunehmen, sich die Liebe Gottes zu uns gefallen zu lassen.
Wer das tut, ist ein glücklicher Mensch. Ein größeres Glück
als ein Kind Gottes zu sein, als Gemeinschaft mit Gott zu
haben, hat es nicht gegeben, gibt es nicht und wird es in
alle Ewigkeit nicht geben.
Kann es eigentlich eine andere Möglichkeit geben, als jetzt
die Einladung Jesu Christi in diesem Gleichnis auch für uns
ganz persónlich anzunehmen?
"Kommt, denn es ist alles bereit!"
Jedenfalls hätte für uns die unglücklichste Stunde unseres
Lebens geschlagen, wollten wir es so machen, wie es die
Menschen des alten Volkes Gottes gemacht haben. Wer die
Einladung Gottes ablehnt, wird die ganze Härte des Wortes
erleben:
"Ich sage euch aber, daß der Männer keiner, die geladen
waren, mein Abendmahl schmecken wird."
In diesem Gleichnis liegt noch ein anderer tiefer Sinn
verborgen, der auf den ersten Blick nicht erkennbar
erscheint.
Wir sahen Jesus Christus in der Gestalt des Knechtes, der
die Einladung Gottes überbringt. Heute könnten wir sagen:
Er, Jesus Christus selbst, ist die Einladung Gottes an uns
Menschen und als die Knechte Gottes haben wir uns zu
erkennen, du und ich.
Wir sind durch dieses Gleichnis aufgerufen, zuerst den
Menschen unserer nächsten Umgebung die Einladung Gottes
weiter zu geben. Als nächste Umgebung ist zu verstehen, die
Ehefrau, der Ehemann, unsere Eltern und unsere Kinder,
unsere Schwestern und Brüder, unsere ganze Famailie und
Freundschaft; auch unsere Bekannten und Nachbarn und
Geschäftsleute, sind damit gemeint.
Damit sind aber auch alle anderen gemeint, die uns über den
Weg laufen.
Ihnen allen gegenüber sollen wir Knechte Gottes sein, die
durch ihr Reden und ihr Tun bezeugen, daß in Jesus Christus
Gott seine helfende Hand nach ihnen ausstreckt, daß er auch
sie mit seiner Liebe überschütten will, daß er auch mit
ihnen innigste Gemeinschaft halten will, wie es in dem
Begriff der Tischgemeinschaft zum Ausdruck kommt.
"Siehe, ich sende euch!"
so steht es über unserem Kirchentag.
In Bezug auf unser Gleichnis heißt dieses eben:
"Siehe ich sende dich als meinen Knecht!'
damit du es weitersagst, daß Gott durch mich, Jesus
Christus, alle Menschen liebt und mit allen Menschen in
Verbindung treten möchte.
Haben wir diesen Ruf der Sendung als ein Knecht Jesu Christi
gehört, dann darf und kann es einfach nicht anderes in
unserem Leben geben als hingehen und diesem Rufe Folge
leisten.
Ja, es gibt auch Menschen, die den Ruf der Sendung nicht nur
für die nähere Umgebung erhalten, sondern die sogar in die
weite Welt hinauszugehen haben. Vielleicht wird es hier und
da auch einer von uns sein.
Deutlich wurde uns in diesem Gleichnis, daß alle Sendung
durch uns nur dadurch möglich ist, daß am Anfang der von
Gott gesandte Knecht Jesus Christus steht, der auch uns die
Tür zum Hause unseres Vaters im Himmel öffnete, der auch uns
Gemeinschaft mit Gott schenkte.
Weil wir den Rufe gehört haben:
"Kommt, denn es ist alles bereit!"
gilt uns auch der Ruf der Sendung:
"Siehe, ich sende euch!"