2 Außergewöhnliche Gottesd.- 63
Lugar/Ort:Camarero

Fecha/Datum:10/05/1964
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Grabschental, 10-5-1964
Diamante, 10-5-1964
Meroú, 11-5-1964
Aldea Protestante, 14-5-1964
Paraná, 16-5-1964
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Gebetsw. für die Einheit der Christen Ia
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Johannes 10, 12/11
Skopus: Wie entstand der Ökumenische Welktrat der Kirchen?
2 Außergew.Gottesd. 63 -Ökumene-Johannes 10,12+11 "Jesus
Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte
läßt sein Leben für die Schafe. Ich bin gekommen, daß sie
das Leben und volles Genüge haben sollen."

Als Jesus Christus seine Gemeinde gründete, seine Kirche,
hat er nicht an verschiedene Gemeinden oder Kirchen gedacht,
die sich nicht verstehen können oder nicht wollen und erst
recht hat er nicht gewollt, daß sich die verschiedenen
Gemeinden oder Kirchen gegenseitig das Leben schwer machen
oder sich bekämpfen.
Jesus Christus wollte eine einzige Kiche, eine einzige
Gemeinde als eine Schar von Menschen, die in ihm das Heil
für Zeit und Ewigkeit finden und ihn als ihren Heiland
annehmen.
Wie bei allen göttlichen Gaben, geschah es auch bei diesem
Geschenk der einen heiligen christlichen Kirche, daß es in
unserer menschlichen Hand auseinanderbrach.
Menschliche Unfähigakeit und menschliche Schuld haben diese
eine heilige christliche Kirche in eine Unzahl von Kirchen,
die nichts miteinander zu tun haben wollen und sogar
miteinander im Streit liegen und sich gegenseitig verdammen,
auseinander brechen lassen.
Das geschah nicht erst in unserer Zeit, sondern es begann
bereits schon in der Urgemeinde in Jerusalem und in der
Urchristenheit in der apostolischen und nachapostolischen
Zeit. Von solch einem Auseinanderbrechen der einen heiligen
christlichen Kirche erfahren wir schon genügend in den
Schriften des Neuen Testamentes.
Wir stehen heute vor einer doppelten Tatsache:
Jesus Christus hat eine einzige heilige christliche Kirche
gegründet, wir finden aber eine Unzahl von Kirchen vor, die
sich nicht nur in der Sitte und im Volkstum unterscheiden,
sondern auch in grundlegenden Fragen des Glaubens.
Wir können die verschiedenen Kirchen vielleicht am besten in
3 Gruppen einteilen.
Die erste Gruppe: Die katholischen Kirchen.
Dazu gehören
die römisch-katholische Kirche,
die griechisch-orthodoxe Kirche mit den verschiedenen
Nationalkirchen, wie die russisch-orthodoxe Kirche und ein
Teil
der anglikanischen oder auch englische Hochkirche. Es gibt
in ihr eine direkte katholische Richtung.
Die zweite kann man vielleicht allgemein als die
reformatorischen Kirchen bezeichnen. Zu ihnen gehören
die lutherischen,
die reformierten und
die unierten Kirchen,
die Baptisten, die Methodisten,
die Kongregationalen und auch der evangelische Teil der
englischen Hochkirche.
Die driitte Gruppe ist nur schlecht zu fassen, man nennt sie
allgemein
die pfingstlerische Gruppe.
Dazu gehören auch die
Heilsarmee, die Gemeinde Gottes und andere.
Diese Gemeinschaften und Gruppen lehnen zum Teil jegliche
Kirchenform ab. Sie sind einem enthusiastischem Treiben
verfallen, praktizieren das schwärmerische Zungenreden und
kennen keine Ämter in ihren Gemeinschaften.
Ferner haben wie noch unzählbare Sondergemeinschaften, die
irgendeine Sonderlehre der Heiligen Schrift zum Zentrum
ihres Glaubens machen, wie zum Beispiel
die Adventisten,
die Mormonen,
die Zeugen Jehovas, oder auch
Ernste Bibelforscher genannt.
Sie fallen unter den Begriff SEKTEN und werden von den
großen Kirchen nicht als christliche Kirchen anerkannt und
sie selbst wollen mit den großen Kirche nichts zu tun haben.
Mit dieser Zerrissenheit in der Christenheit wurden Anfang
des Jahrhunderts einige verantwortliche Männer nicht fertig,
und zwar waren es besonders Männer aus dem evangelischen
Teil der englischen Hochkirche und den verschiedenen
Reformationskirchen. Ihnen machte diese Zerrissenheit solche
Not, daß sie zusammenkamen und gemeinsam nach der von Gott
gewollten Einheit der christlichen Kirche fragten, die Bibel
aufschlugen und dabei das Wort Gottes zu Rate zogen.
Aus der Erkenntnis einiger weniger Männer um die Not der
Zerrissenheit der Christenheit und ihrem Bemühen um die
Einheit aller Christen ist inzwischen eine große Bewegung
geworden,
die Ökumenische Bewegung.
Während am Anfang die wenigen Männer oft gegen die Meinung
ihrer betreffenden Kirche zum Gespräch zusammenkamen, ist
daraus eine Kirchenbewegung entstanden.
In diesem ökumenischen Rat können nur Kirchen aufgenommen
werden.
Nach dem 2. Weltkrieg 1948 in Amsterdam wurde dieser
ökumenische Rat der Kirchen mit 147 Kirchen aus 44
verschiedenen Ländern der Welt gegründet.
Mitglied kann eine Kirche werden, die folgende
Glaubensgrundlage bekennen kann:
"Der ökumenische Rat der Kirchen ist eine Gemeinschaft von
Kirchen, die den Herrn Jesus Christus gemäß der Heiligen
Schrift als Gott und Heiland bekennen und darum gemeinsam zu
erfüllen trachten, wozu sie berufen sind, zur Ehre Gottes,
des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes."
Heute sind es 201 Kirchen aus 69 Lándern, und zwar aus allen
3 Gruppen, der katholischen, der reformatorischen und der
pfingstlerischen Gruppe.
Die katholische Gruppe wurde besonders verstärkt durch den
Beitritt der griechisch- und russich-orthodoxen Kirche, und
die pfingstlerische Gruppe wurde zum ersten Male vertreten
durch 2 Pfingstgemeinschaften aus Chile, die die Aufnahme
beantragt hatten.
Fast alle Kirchen der Welt sind vertreten. Und die Kirchen,
die noch nicht Mitglieder sind, schicken ihre Beobachter zu
den Tagungen, wie die Missourierlutheraner, oder
verschiedene Gruppen von Baptisten und seit dem Beginn der
Reform der römisch-katholischen Kirche schickt auch sie ihre
Beobachter. Selbst eine Sekte wie die Adventisten hat
Beobachter beim Ökum. Rat der Kirchen.
Man kann heute schon sagen, daß in diesem ökumenischen Rat
die gesamte Christenheit der Welt zu Worte kommt.
Was will dieser Ökumenische Rat der Kirchen der Welt?
1. Aufgaben der Verkündigung des Evangeliums gegenüber den
Ungläubigen gemeinsam übernehmen.
2. Christen in Verfolgungen, Gefahren und Nöten zu helfen,
ohne nach der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Kirche zu
fragen.
3. Nach dem Wesen der Einheit der einen heiligen
christlichen Kirche auf Grund der Heiligen Schrift zu fragen
und nach dieser Einheit zu ringen.
Anzufangen ist von Kirche zu KIrche sich in Liebe zu
begegnen, auch wenn man am anderen vieles entdeckt, was man
als falsch ansehen muß.
Gemeinsam will man in Liebe um die Wahrheit ringen, ohne
gleich sich das Leben schwer zu machen oder sich sogar die
Köpfe einzuschlagen.
Es soll also in Liebe um die Wahrheit der Heiligen Schrift
gerungen werden, damit wir als verschiedene Kirchen zu der
einen heiligen Kirche, wie sie Jesus Christus gewollt hat,
zusammenwachsen.
Eine große Entdeckung ist in diesem Ringen gemacht worden
und alle Verkrampfungen zwischen den Kirchen weggenommen.
Man hat auf Grund der Heiligen Schrift feststellen dürfen:
Es geht gar nicht darum, die Einheit der Kirchen durch unser
menschliches Bemühen herbeizuschaffen, denn die Einheit der
gesamten Christenheit ist bereits vorhanden, und zwar
dadurch, da wir in allen Kirchen einen einzigen Herrn haben,
Jesus Christus.
In ihm sind wir bei aller Getrenntheit bereits eins. Seine
Stimme gilt es zu hören und zu gehorchen, dann wird auch
einmal das Wunder geschehen können, daß wir organisatorisch
immer näher aneinander rücken und zu einer Kirche werden.
Daß wir soweit bereits im Ökumenischen Weltrat der Kirchen
zusammengewachsen sind, ist ein Wunder vor unseren Augen. Es
gilt aber, daß nicht nur die, die an der Spitze der Kirche
stehen, diesen Weg weitergehen, sondern daß jeder Christ
dieses Wunder sieht und bereit ist, noch treuer und fester
auf Jesus Christus zu schauen, der der Garant der Einheit
aller Kirchen ist.
Unsere La Plata-Synode ist bisher die einzige selbständige
Kirche in Argentinien, die volles Mitglied im Ökumenischen
Weltrat der Kirchen ist, obwohl amdere Kirchen auch
mitarbeiten.
Es kommt daher, daß wir als einzige Kirche hier vollständig
selbständig sind, während fast alle anderen Kirchen nur
Teile der Mutterkirche von Nordamerika oder aus europäischen
Ländern sind und darum im Rat durch die Mutterkirche
vertreten werden, wie die Methodisten, Baptisten,
Kongregationalen, Luterana Unida, die russisch-orthodoxe und
die aglikanische Kirche. Sie alle sind noch nicht
selbständig, wie wir als La Plata-Synode.
Und dieser Ökumensiche Weltrat der Kirchen ruft die gesamte
Christenheit einmal im Jahre eine Woche lang auf, das
Bemühen um die Einheit, um die eine heilige allgemeine
christliche Kirche in besonderen Gottesdiensten mit ihren
Gebeten vor dem Herrn der Kirche, Jesus Christus, zu
begleiten und zu unterstützen.