2 Außergewöhnliche Gottesd.- 49
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:26/09/1965
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Kirchbau-Richtfest
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Matthäus 6, 24-34
Skopus: Der Kirchbau unter dem Wort:"Sorget nicht!"
2 Außergew. Gottesd. 49 -Kirchbau-Matthäus 6, 24-34
"Niemand kann zwei Herren dienen; entweder er wird den einen
hassen und den anderen lieben, oder er wird dem einen
anhangen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott
dienen und dem Mammon. Darum sage ich euch: Sorget nicht für
euer Leben, was ihr essen und trinken werdet, auch nicht für
euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben
mehr denn die Speise? und der Leib mehr denn die Kleidung?
Sehet die Vögel unter dem Himmel an, sie säen nicht, sie
ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen, und euer
himmelischer Vater nähret sie doch. Seid ihr denmn nicht
viel mehr denn sie?
Wer ist aber euch, der seiner Länge eine Elle zusetzen möge,
ob er gleich darum sorget? Und warum sorget ihr für die
Kleidung? Schauet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen;
sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch,
daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht bekleidet
gewesen ist wie derselben eins. So denn Gott das Gras auf
dem Felde also kleidet, das doch heute stehet und morgen in
den Ofen geworfen wird: sollte er das nicht viel mehr euch
tun, o ihr Kleingläubigen? Darum sollt ihr nicht sorgen und
sagen: Was werden wir essen, was werden wir trinken, womit
werden wir uns kleiden? Nach solchem allem trachten die
Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, das ihr des alles
bedürfet.
Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und nach seiner
Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen. Darum
sorget nicht für den anderen Morgen; denn der morgige Tag
wird für das Seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeglicher
Tag seine eigene Plage habe."

Liebe Gäste von nah und fern! Liebe Gemeinde!
Durch das Wort des heutigen Sonntagstextes zieht sich wie
ein roter Faden das Wort Jesu:
"Sorget nicht!"
Wir als Menschen, die wir mitten im Leben stehen und dieses
Leben mit allen Schattenseiten auch kennen, könnten wohl
fragen, woher nimmt denn Jesus Christus überhaupt den Mut,
uns zuzurufen:
"Sorget nicht!"?
Kennt er denn nicht das Leben mit all seinen Mühen und
Plagen, mit all den Unsicherheiten für den morgigen Tag?
Was kann nicht schon morgen über uns hereinbrechen,
Unglücksfälle, Unwetterkatastrophen, Krieg, Revolutionen,
Krankheiten und sogar der Tod?
Und werden wir nicht auch manchmal von der Sorge geplagt,
wie werden wir unseren Kirchbau, der so gut begonnen wurde,
einmal werden beenden können?
Liegt nicht über der ganzen Menschheit eben das Gespenst der
Sorge, dodaß es direkt eine moderne Philosophie gibt, die
davon ausgeht, daß Mensch und Sorge unlösbar miteinander
verbunden sind. Weiß Jesus Christus das alles nicht, wenn er
uns zuruft:
"Sorget nicht!"?
Kennt unser Herr unser menschliches Leben nicht?
Wir wissen es, daß Jesus Christus dieses unser gejagtes und
gequältes Leben mit aller Angst und Sorge nicht nur ein
bißchen kennt, nein, er hat dieses unser Leben sogar am
eigenen Leibe erfahren bis hin zum unschuldigen Tod als ein
Verbrecher.
Und trotzdem wagt er es, uns zuzurufen:
"Sorget nicht!"
Woher nimmt er diese Freiheit?
Weil er eine andere Realität noch kennt neben dem
menschlichen Leben.
Es ist die Realität der Liebe seines Vaters im Himmel zu uns
Menschen.
Diese Realität der Liebe Gottes zu uns Menschen ist stärker
und mächtiger als die Realität des menschlichen Lebens mit
all seiner Angst und Not.
Wo Menschen dieser Realität der Liebe Gottes zu uns Menschen
die Möglichkeit geben, zu wirken, da vertreibt sie alle
Angst und Not und Sorge.
Je mehr wir in unserem Leben dieser Liebe Gottes zu uns
vertrauten, desto sorgloser könnten wir unser Leben führen.
Wir spüren dann, wie ein anderer für uns sorgte.
Ist das nicht die Lösung für unser aller Leben?:
"Alle eure Sorgen werfet auf ihn, denn er sorgt für euch!"
Weil Jesus Christus dieses alles weiß und sieht, kann er uns
für unser ganz persÓnliches Leben zurufen:
"Sorget nicht!",
denn ihr seid ja solche, die nur allein von der Liebe Gottes
zu leben in der Lage sind.
Am heutigen Festttag hören wir aber auch ganz gut dieses
Wort für unseren Kirchneubau:
"Sorget nicht!"
Ein schönes Stück Arbeit wurde schon bis zur Erreichtung des
Daches geschafft. Manches Opfer wurde gegeben.
Können und müssen wir nicht bereits auch über die
vergangeneen Wochen und Monate des Kirchneubaus sagen:
Je mehr wir unserem Vater im Himmel vertrauten, desto mehr
machte er uns willig, zu arbeiten und zu opfern, desto
sorgloser ging der Bau voran. Je weniger wir uns auf Gott
verließen, desto sorgenschwerer lag die Last des
Kirchneubaues auf uns und wir kamen aus dem Stöhnen und
Seufzen und vielleicht auch Schimpfen nicht heraus.
Aber nicht nur aus der Erfahrung heraus, sondern einfach
besonders aus dem Vertrauen heraus zu unserem Vater im
Himmel, der uns liebt, laßt uns dieses Wort unseres Herrn
und Heilandes Jesus Christus:
"Sorget nicht!"
als ganz speziell für uns im Hinblick auf unseren
Kirchneubau gesprochen gelten lassen.
Erinnern wir uns noch an das Wort, das uns beim Baubeginn im
Gottesdienst beschäftigte:
"Die Knaben werden müde und matt, und die Jünglinge fallen,
aber die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft."?
So, wie beides sich ereignet hat bis heute, Müdigkeit,
zuerst, aber auch immer wieder neue Kraft mitten unter uns,
so wird beides auch bis zur Vollendung Wirklichkeit werden,
Müdigkeit und Unlust, aber auch immer wieder neue Kraft.
Allerdings darf hier in aller Freude gesagt werden, die neue
Kraft wird stärker sein als alle Müdigkeit, die
Opferfreudigkeit wird größer sein als alles Stöhnen und
Seufzen, denn wir haben einen Gott, der uns liebt und der
uns hilft.
Darum gehen wir getrost weiter an die Arbeit bis zur
Vollendung und überlassen dem das Sorgen, der allein für
alle Sorgen zuständig ist, Gott selbst.
Wir nehmen dafür das Wort unseres Herrn ganz ernst:
"Sorget nicht!"
Und eines Tages werden wir in das neue Gotteshaus einziehen
und es wird uns eine Stätte sein, da wir und unsere
Kindeskinder uns um Gottes Wort sammeln, dem Worte, das uns
verkündigt, daß Gott uns lieb hat.
Diese unsere Welt wird sich in den kommenden Jahrzehnten
verändern. Wir Menschen werden uns selbst verändern, das
Leben wird sich verändern. Bestehen bleiben aber wird Gott
in seiner Liebe zu uns, gestern, heute und auch in Ewigkeit.
Darum
"Sorget nicht!",
denn wir haben immer einen, der uns helfend zur Seit steht
und diese Realität wird auch stärker sein als die Nöte und
Kümmernisse und Ängste der neuen modernen Zeit.