1. BEERDIGUNG 22b
Lugar/Ort:Herr Schanzenbach-Friedhof

Fecha/Datum: / /
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Frau Amalia Stieben
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:1. Johannes 5, 12
Skopus:
1 Beerdigung 22b -1.Johannes 5,12

Im Trauerhause haben wir schon gehört, daß durch den
auferstandenen Herrn Jesus Christus der Zwiespalt, in dem
wir Menschen durch unsere eigene Schuld stehen, aufgehoben
ist, der Zwiespalt zwischen der Welt des Lebens und der Welt
des Todes, zwischen Hoffnung und Entsetzen und Grauen.
Jesus Christus hat dem Tode alle Macht genommen, darum wird
der Tod sogar in den Dienst des Lebens gestellt, er wird der
Eingang zum Leben. Dieses alles wird Wirklichkeit dann, wenn
ein Mensch, wie unser Text es sagt,
"den Sohn Gottes hat".
Das galt ja für unseren Verstorbenen, daß er ein solcher
Mensch gewesen ist, der
"den Sohn Gottes gehabt hat".
Es lohnt sich schon, einmal der Frage nachzusinnen, was das
denn heißt,
"den Sohn Gottes haben?"
Es lohnt sich, weil davon es ja abhängt, ob ein Mensch das
Leben hat, oder dem Grauen des Todes preisgegeben ist. Den
SOHN GOTTES HABEN bedeutet:
Jesu Leiden und Sterben als ein Zeichen dafür anzusehen, daß
auch wir es gewesen sind, die durch unseren Ungehorsam und
durch unsere Bosheit Jesus Christus zu Tode gebracht haben.
"Den Sohn Gottes haben",
bedeutet aber auch, zu glauben. daß Jesus Christus um dieser
unserer Bosheit willen gestorben ist, wie es der Wille
seines Vaters im Himmel war.
Wer das glaubt, der hat den Sohn Gottes, der ist auf dem
Wege zum ewigen Leben. Für den hat der Tod seine
Schrecknisse verloren, für den wird wird er der Eingang zum
Leben.
Wir werden durch dieses Wort alle miteinander eingeladen, zu
solchen Menschen zu gehören, die in dieser Weise den Sohn
Gottes haben. Wer so bei Jesus Christus, dem aufertstandenen
Herrn, steht, der fürchtet sich nicht mehr vor seinem
eigenen Tod, der zerbricht nicht darüber, daß der liebste
Mensch von der Seite gerissen wird, sondern er freut sich
darüber, daß er einst mit allen denen, die den Sohn Gottes
haben, in die ewige Herrlichkeit vor dem Thron Gottes im
Lobe vereinigt sein wird.
Was sind schon die Beschwernisse dieses Lebens gegenüber
dieser herrlichen Aussicht, die wir haben.
Diese Hoffnung gibt auch den Trauernden die Kraft, den
Verlust eines lieben Menschen auf dieser Erde zu überwinden.
Wir haben bisher immer nur die erste Hälfte unseres Gottes
Wortes betrachtet und sind daran vorübergegangen, was in der
2. Hälfte steht:
"Wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht."
Dieses Beiseitelassen der 2. Hälfte hat seinen besonderen
Grund. Es ist doch nicht anzunehmen, daß einer von uns zu
denen gehören will, die den Sohn Gottes nicht haben, die das
Kreuz auf Golgatha als Schlüssel zum ewigen Leben nicht
annehmen wollen.
Wer wollte so dumm sein, statt das Leben in der ganzen
Herrlichkeit den Tod mit seinem Grauen und seinen
Schrecknissen zu wählen?
Nein, daß wäre die größte Freude für unseren Herrn Jesus
Christus, daß wir alle miteinander zusammen mit unserem
Verstorbenen zu denen gehören, die ihn, den Sohn Gottes
haben, und damit das ewige Leben in seiner ganzen
Herrlichkeit.
"Wer den Sohn Gottes hat, der hat das Leben; wer den Sohn
Gottes nicht hat, der hat auch das Leben nicht."