1. BEERDIGUNG 22a
Lugar/Ort:Herr Schanzenbach-Haus

Fecha/Datum: / /
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Frau May geb. Fischer
Frau Aamalia Stieben
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:1. Johannes 5, 12
Skopus:
1 Beerdigung 22a -1.Johannes 5,12
"Wer den Sohn Gottes hat, der hat das Leben, wer den Sohn
Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht."

Jedesmal, wenn wir am Sarge eines lieben Menschen stehen,
wird uns die ungeheure Trennung deutlich, die zwischen der
Welt des Lebens und der Welt des Todes besteht.
Was hat überhaupt der, der jetzt tot vor uns liegt, noch mit
dem zu tun, der noch vor wenigen Monaten lebend war. Ist
dieser Unterschied zwischen der Welt des Lebens und der Welt
des Todes nicht abgrundtief groß?
Leben bedeutet Hoffnung und Tod bedeutet ausgelöscht sein zu
einem gewissen Nichts. Wir wissen aber, Gott, der Herr,
unser Schöpfer, wollte nur die Welt des Lebens. Das war sein
Plan mit uns Menschen, ja, mit der ganzen Schöpfung.
Durch unseren Ungehorsam gegen Gott hat sich die Welt des
Todes in die Schöpfung Gottes hineingedrängt, die eine Welt
des Lebens sein wollte.
Seitdem, und immer wieder neu durch unseren eigenen
Ungehorsam gegen Gott, greift die Welt des Todes nach jedem
einzelnen von uns. Nicht nur der Tod ist ein Zeichen dafür,
sondern auch jede Krankheit.
Mit dieser Welt des Todes greift also immer wieder neu Angst
und Grauen und Schrecken und Hoffnungslosigkeit nach uns.
Keiner von uns ist davon ausgenommen, weil wir alle
miteinander vor Gott ungehorsame Menschen sind.
Wir lösen also den Zwiespalt, in den wir durch unsere eigene
Schuld hineingeraten sind, niemals auf: den Zwiespalt
zwischen der Welt des Lebens und der Welt des Todes.
Aber doch gibt es das, daß die Welt des Todes uns nicht mehr
bedrängen, uns nicht mehr ängstigen und schrecken kann. Es
gibt die Möglichkeit, daß der Tod in der Welt des Lebens
keine Macht mehr hat. Das Fest der Auferstehung ist gerade
gewesen. Es ist jemand gekommen, der dem Tode die Macht
genommen hat:
JUSUS CHRISTUS.
Wo er erscheint, da muß die Welt des Todes weichen, da ist
der Tod sogar nur ein Durchgang zum wahren Leben.
Wann geschieht das, daß der auferstandene Herr erscheint, um
dem Tode die Macht zu nehmen, ihn zu einem Durchgang zum
Leben zu machen, um Angst und Grauen in Freude zu
verwandeln?
Das geschieht immer dann, wenn ein Mensch zum auferstandenen
Herrn Jesus Christus gehört hat:
"Wer den Sohn Gpttes hat, der hat das Leben, wer den Sohn
Gottes nicht hat, der hat auch das Leben nicht."
So werden wir alle miteinander gefragt, ob wir
"den Sohn Gottes haben",
du und ich?
Nur wer in seinem Leben beim auferstandenen Herrn gewesen
ist, darf es erleben, daß der Tod für ihn keine Macht mehr
hat, sondern nur der Durchgang zum Leben ist.
Bei uns ist die Beantwortung der Frage noch offen, während
sie bei unserem Verstorbenen bereits durch sein Leben hier
auf Erden, das abgeschlossen ist, beantwortet wurde.
Und wir können nur aus vollstem Herzen wünschen, das auch
für ihn der Tod der Eingang zum Leben gewesen ist. Über
solch einen Menschen brauchen wir nicht zu trauern, sondern
dürfen darüber glücklich sein, daß er dem Grauen und
Schrecken der Welt des Todes enthoben ist und bei Gott ganz
im Licht der Welt des Lebens steht.
"Wer den Sohn Gottes, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes
nicht hat, der hat auch das Leben nicht."