1. BEERDIGUNG 15b
Lugar/Ort:Frau Eurich-Friedhof

Fecha/Datum: / /
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Año Eclesiástico/Kirchenjahr:
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Sacharja 9, 9
Skopus:
1 Beerdigung 15b -Sacharja 9,9

Vorhin im Trauerhause haben wir es gehört, daß dieses
Adventswort auch uns gilt, die wir durch den Heimgang
unserer Schwester aus ihrem Schaffen heraus so sehr betrübt
wurden.
Nun kommt Gott selbst in der Gestalt seines Sohnes Jesus
Christus zu uns und bietet sich uns als Hilfe an. Es ist
eine Hilfe, die niemals anders größer sein kann, weil er ja
der ist, dem Himmel und Erde zur Verfügung stehen, um uns zu
helfen.
Allerdings sagt uns dieses Adventswort des Propheten
Sacharja auch, daß der König, Gott selbst, nicht nur als der
Helfer zu uns kommt, sondern, wie es hier steht, als der
Gerechte.
Das bedeutet nichts anderes als daß der, der uns seine Hand
der Hilfe entgegenstreckt, uns genau kennt und genau weiß,
wer wir sind.
Wenn er als der Gerechte uns ansieht, dann wird es uns erst
recht klar, daß wir die Ungerechten sind, die, die in ihrem
Leben im letzten Grunde doch nichts nach Gott und seinem
Worte fragen, im letzten Grunde doch unsere eigenen Wege
gehen, nicht zu Gott hin, sondern von Gott weg.
Jesus Christus als der Adventskönig, durchschaut uns durch
und durch. Vor ihm kann niermand sich verstecken. Vor ihm
kann niemand Theater spielen. Er sieht, wie wir alle
miteinander bis ins Letzte unseres Herzens hinein verdorbene
Menschen sind.
Das Zeichen dafür, daß Gott noch niemanden von uns als einen
gehorsamen Menschen gefunden hat, ist ja gerade, daß noch
alle Menschen bisher gestorben sind und alle Menschen
sterben werden.
Der Tod ist das Strafgericht Gottes über uns ungehorsame
Menschen.
Jeder Mensch hat seinen Tod selbst verdient.
Niemals trifft der Tod einen Unschuldigen. Es ist gut, daß
wir das immer und immer wieder bedenken.
Aber das ist ja das Große an unserem Gott, daß seine Liebe
zu uns größer ist als sein Zorn, daß seine ausgestreckte
helfende Hand länger ist als sein gerechtes und alles
durchdringendes Auge.
Das ist ja das Herrliche in unserem christlichen Glauben,
daß wir wissen, Gott liebt uns trotzdem. Gottes
Gerechtigkeit und Zorn liefert uns zwar dem Tode aus, aber
seine große Liebe führt uns aus dem Tode heraus in die ewige
Freude und Herrlichkeit. Sein Zorn bringt über uns
Traurigkeit und Not, aber seine große Liebe streckt uns
seine helfende Hand entgegen.
So ist unsere ganze Adventsfreude, auch in dieser Stunde des
Schmerzes, auf diese Liebe Gottes zu uns gerichtet, die
größer ist als sein Zorn.
Das gibt uns diese große Hoffnung für unsere Verstorbene,
daß sie durch Gottes Gericht hineingehen darf in die ewige
Freude als von Gott Geliebte.
Das darf auch der Trost für uns Trauernde sein, daß Gottes
helfende Hand sich nach uns in unserer Traurigkeit und Not
ausstreckt.
Das soll für uns alle die große Frage sein in dieser
Adventszeit, ob wir zu denen gehören, denen der Adventskönig
mitten im Gericht doch als der HEILAND erscheint:
"Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein
Helfer."