1. BEERDIGUNG 14a
Lugar/Ort:Theodor Reimer-Haus

Fecha/Datum: / /
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Frau Weglin
Roberto May
Frau Lust geb. Schulz
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Daniel 10, 19
Skopus:
1 Beerdigung 14a -Daniel 10,19
"Fürchte dich nicht, du von Gott Geliebter! Friede sei mit
dir! Sei getrost!"

Es gibt viele Dinge, vor denen wir Menschen uns fürchten,
aber eine Furcht bestimmt unser ganzes Leben, die vor dem
Tode und das damit verbundene Stehen vor der letzten
Instanz, vor der wir unser ganzes Leben verantworten müssen,
vor dem lebendigen Gott.
Alle Menschen, ob Christen oder Nichtchristen, werden im
Angesichte des Todes auf einmal schweigsam und unsicher und
ängstlich. Sie spüren:
Hier greift eine Macht nach uns, die wir nicht erklären
können, aber vor der niemand weglaufen kann.
Eines wissen allerdings alle. Dieser Tod macht unserem Leben
hier auf Erden ein radikales Ende, es gibt kein Zurück mehr.
Wir verwandeln uns in ein faulendes Etwas.
Es ist schon verständlich, daß im Angesichte einer solchen
grausamen Wirklichkeit, wir Menschen nicht gern an den Tod
denken, besonders nicht an den eigeneen Tod.
Es ist verständlich, daß Menschen am Sarge eines geliebten
Menschen der Verzweiflung nahe sind und nicht aus noch ein
wissen.
Wie stehen wir Christen vor dem Tod, auch vor dem Tod
unseres geliebten Menschen?
Eines wissen wir, was Nichtchristen nicht wissen und nicht
wissen wollen:
Der Tod ist die Quittung Gottes für unseren Ungehorsam
gegenüber dem Herrn der Welt, gegenüber der Bestimmung, als
echte Menschen durch dieses Leben zu gehen.
Der Tod predigt uns, was wir Gott und unseren Mitmenschen
gegenüber für elende und versagende Kreaturen sind. Darum
ist der Tod auch für uns Christen ein Spiegel, in den wir
nicht gerne hineinsehen.
Ja, es wäre entsetzlich, wenn nicht am ersten
Auferstehungsmorgen Jesus Christus mitten in aller
Todesfurcht und Todesangst eine neue Hoffnung uns Menschen
geschenkt hätte.
Er, der Herr, hat sich mitten im Grauen des Tages als der
Herr des Lebens erwiesen. Wer bei diesem Herrn des Lebens
steht, kann von der Macht des Todes nicht mehr versklavt
werden oder von der Angst vor dem Tode gepeinigt, sondern er
sieht durch den Tod hindurch bereits das helle Licht einer
neuen Wirklichkeit, einer besseren Zukunft, einer
glücklicheren Zukunft.
Wenn unser Verstorbene bei diesem Herrn des Lebens hier auf
Erden gestanden hat, dann wird dieser Herr auch jetzt bei
ihm sein und ihm eine neue Zukunft schenken. Er wird auch
euch, die ihr sehr traurig und trauernd zurückbleibt, mit
seinem Trost und seiner Hilfe begleiten. Er, der Herr des
Lebens, ist auch stärker als die Not, die der Tod in eurem
Leben gebracht hat.