1. BEERDIGUNG 09a
Lugar/Ort:Frau Schwindt-Haus

Fecha/Datum: / /
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Frau Elsässer
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Klagel8ieder 3, 22
Skopus:
1 Beerdigung 9a -Klagelieder 3,22
"Die Güte des Herrn ists, daß wir nicht gar aus sind."

Allein schon der Name des Buches, aus dem wir diesen Vers
genommen haben, KLAGELIEDER, zeigt an, daß der Autor in
einer ähnlichen Situation steckt wie ihr, da er vor Kummer,
Leid, Not und Traurigkeit nicht weiß, wohin mit seinem
Schmerz.
Was ist das Besondere bei dem Schreiber der Klagelieder?
Mitten in aller Dunkelheit seines Lebens weiß er eine
Stelle, wo er all das, was ihn quält, was ihm Not bereitet,
abladen kann. Diese eine Stelle, die für uns immer zu
sprechen ist, heißt Gott, unser Schöpfer und Herr. Ihm
schreit er seine ganze Not entgegen und seine
Hoffnungslosigkeit.
Mit seiner Klage, die so schwer und so lang ist, kommt er
fast gar nicht ans Ende. Er tut es, weil er weiß, wenn es
jetzt noch überhaupt einen gibt, der helfen kann, dann ist
es dieser eine Gott, der uns fest in seiner Hand hält,
dessen Eigentum wir im Leben und im Tode sind. Und dieser
EINE hat versprochen, uns zu helfen.
Indem er Gott seine Not entgegenschreit, tut er das einzig
Richtige, daß, was ihm helfen wird, selbst wenn er im Moment
des Rufens und Schreiens noch nichts von einer Hilfe
erkennen kann.
Er ist dann später in seinem Leben wirklich nicht enttäuscht
worden.
Wenn wir das recht gehört und überlegt haben, dann ist das
ja das, was euch und uns im Angesichte unseres
heimgegangenen lieben Menschen und auch im Denken an unseren
eigenen Tod das einzig Richtige ist.
Alle unsere Not, die der Tod unerer Verstorbenen über uns
gebracht hat und in den kommenden Tagen, Wochen und Monaten
noch bringen wird, ihm, Gott, entgegenschreien und ihn daran
festhalten, daß er versprochen hat, uns zu helfen. Das
Gleiche gilt, wenn wir selbst Angst vor unserem eigenen Tode
haben:
"Größer als die Hilfe Gottes ist unsere Not ja nie."