1. BEERDIGUNG 08a
Lugar/Ort:Alexander Weigandt-Haus

Fecha/Datum: / /
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Lungrin
Andrés Wolf
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Jeremia 31, 3
Skopus:
1 Beerdigung 8a -Jeremía 31,3
"Gott, der Herr, spricht: Ich habe dich je und je geliebt;
darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte."

Was mit dem verlesenen Worte ausgesagt wird, ist etwas
Ungeheuerliches, etwas, was wir kaum zu verstehen in der
Lage sind.
Gott steht vor uns, vor unserem Verstorbenen, der seinen
letzten Atemzug getan hat, vor uns als Trauernde, vor uns
als noch Lebende und ruft einem jeden zu:
Du bist auch einer, den ich lieb habe.
Der das zuruft, ist nicht irgendwer, sondern der, der alles,
was existiert, was lebt und was tot ist, fest in seiner Hand
hält. Alles steht unter seiner gewaltigen Macht. Nur ein
Wort aus seinem Munde und es geschieht, was Gott, gewollt
hat.
Und wer sind wir?
Ein Stück Erde, ein Nichts.
Wir leben in dauernder Rebellion gegen Gott und wollen
nichts von ihm wissen, wollen ihm nicht gehorchen.
Und das ist das Ungeheurliche, daß dieser unser Gott trotz
aller unserer Unwürdigkeit uns nicht verstößt, nicht
zusammenschlägt, sondern sich zu uns hinunterneigt und uns
zuruft:
"Ich habe dich immer schon geliebt und werde dich immer lieb
haben."
Das waren auch die Worte, die ich unserem Verstorbenen auf
seinem schweren Krankenlager noch vor wenigen Tagen im
Auftrage Gottes sagen konnte.
Wir, die wir immer wieder aufs neue aus der Hand Gottes
weglaufen möchten, werden trotzdem von der liebenden Hand
Gottes festgehalten.
Ist es nicht Gottes Liebe zu uns gewesen, die seinen Sohn
Jesus Christus zu uns auf die Erde schickte, ihn durch den
Tod hindurchführte zur ewigen Herrlichkeit.
Seitdem der Sohn Gottes das tat, gibt es auch für uns im
Angesichte des Todes, der uns von der Geburt an bedroht,
noch Hoffnung. In der Auferstehung Jesu Christi wurde der
Tod, der als Lohn unseres Unglaubens, unseres Ungehorsams
gegen Gott über uns kam, beiseite getan und es leuchtet uns
durch den Tod hindurch schon der Schein der ewigen Freude
und Herrlichkeit. Der Tod ist so fúr uns nicht mehr das Ende
mit Schrecken, sondern der Durchgang zur ewigen Seligkeit.
Gott hat uns so geliebt und liebt uns heute noch so, daß er
auch noch das Grauen des Todes auf sich nahm; statt Grauen -
Freude, statt Verzweiflung - Hoffnung, statt die Hölle den
Himmel, schenkte.
Das ist das, was unser Verstorbene jetzt schon bereits
erfahren und erleben darf.
So sagt uns unser Wort, daß es gerade die Liebe Gottes ist,
die uns aus dieser Erde, aus diesem Leben mit all seiner
Qual und Not, Krankheiten und Sorgen herausnimmt und durch
den Tod einführt in die ewige Freude.
Darum dürfen wir das Wort aus dem Propheten Jeremia ganz
konkret für usneren Verstorbenen anwenden:
"Gott, der Herr, spricht: Ich habe dich je und je geliebt,
darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte."
Darf die Freude über diese Tatsache nicht größer bei euch
als Trauernde sein als das Leid, das durch die schwere
Krankheit und durch den Tod des lieben Menschen gekommen
ist?
Er, Gott, der Herr, wird schon vor seinen Augen euren Weg in
aller Klarheit sehen, wenn er euch auch noch so dunkel heute
erscheint.