1. BEERDIGUNG 05a
Lugar/Ort:Arnest -Haus

Fecha/Datum: / /
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Psalm 139, 11+12
Skopus:
1 Beerdigung 5a -Psalm 139,11+12
"Spräche ich: Finsternis möge mich decken! So mUßte die
Nacht auch Licht um mich sein. Denn auch Finsternis nicht
finster ist bei dir und die Nacht leuchtet wie der Tag,
Finsternis ist wie das Licht."

Der Mann, der dieses Wort gesagt hat, war ein Mensch wie wir
alle. Er wußte es aus dem Leben seiner Mitmenschen,
besonders aber auch aus seinem eigenen Leben, daß unser
Leben ein Leben in tiefster Finsternis ist.
Der Psalmist meint selbstverständlich nicht die Finsternis,
die ein Mensch erlebt, wenn sein irdisches Augenlicht
erloschen ist und er in der Finsternis sein Leben führen
muß, wie es ja unser Verstorbene rund 45 Jahre seines Lebens
hat erleben müssen.
Vielleicht ahnen wir etwas von der Schwere eines solchen
Lebens in tiefster Finsternsis.
Aber viel viel schwerer ist die Finsternis, die das
Psalmwort hier meint.
Unter dieser Finsternis ist zu verstehen, unser böses Herz
und das böse Tun, das aus einem solchen Herzen kommt und das
Bemühen, diese unsere Bosheit zu verbergen.
Keiner von uns, auch der Verstorbene nicht, könnte behaupten
und sagen, in seinem Leben gäbe es das nicht, diese
Finsternis, diese bösen Gedanken, dieses böse Tun.
Jeder von uns hat Stunden in seinem Leben, an die er nicht
mehr gerne zurückdenkt, an die er nur mit Grauen denkt, vor
denen er am liebsten die Augen schließt.
Ja, es gehört zum Wesen der Bosheit, daß sie gerne dunkel
bleibt.
Fühlen wir uns nicht oft in unserem Denken, Sprechen und
Handeln als Dunkelmänner?
Wir verbergen nur zu gerne unsere Bosheit vor unseren
eigenen Augen und vor den Augen der anderen Menschen.
Und nun sagt uns unser heutiges Wort:
Glaube nicht, daß du mit deiner Bosheit im Dunkeln bleiben
kannst, daß du dich mit deinem bösen Herzen für immer in der
Finsternis verbergen kannst.
Meistens können wir Menschen die Finsternis, in der der
andere steckt, nicht durchdringen. Der andere Mensch bleibt
für uns dunkel, ein Fragezeichen. Es kann wohl meistens
möglich sein, daß wir unser böses Tun vor Menschen verbergen
können, vor Gott aber ist es unmöglich. Der Sprecher unseres
Wortes hatte es gemeint, er könne sich in der Dunkelheit
seines Lebens vor Gott verbergen, aber er mußte es erfahren,
daß da, wo Gott erscheint, die größte Finsternis noch heller
ist als der hellste Tag. Vor Gott weicht die Finsternis, die
wir um unser böses Herz, um unsere bösen Gedanken und unser
böses Tun gelegt haben. Vor Gott können wir kein Theater
spielen. Vor Gott erscheinen wir so, wie wir in Wirklichkeit
sind, als ungehorsame, von ihm abgefallene Menschen.
Manchmal sieht es so aus, als könnten wir vor diesem alles
durchdringtenden Licht Gottes weglaufen. Einmal aber werden
wir unter allen Umstanden von diesem Licht eingeholt werden.
Der da vor uns liegt, steht jetzt mit seinem ganzen Leben im
Lichte seines ewigen Richters und muß sein ganzes Leben vor
ihm verantworten.
Unsere Stunde wird auch kommen, vielleicht sogar sehr bald.
Wie wird unser Verstorbener, wie werden wir in diesem hellen
Lichte des Gerichtes Gottes bestehen?
Das ist eine Frage, die uns alle beschäftigen sollte.