1 Monatssprüche bis 1974- 25
Lugar/Ort:Meroú

Fecha/Datum:15/12/1974
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Aldea Protestante, 25-12-1974 -deutsch-
Reffino, 26-12-1974 -deutsch-
Diamante, 30-11-1975 -spanisch-
Aldea Protestante, 7-12-1975 -spanisch-
Camarero/Puiggari, 25-12-1979 -spanisch-
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Monatsspr. Dezember 1974-Sent.Mens.12-74
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Jesaja 52, 10 - Isaías 52: 10
Skopus: Wir- Jesu Mitarbeiter bei der Vollendung des Heils
1 Monatsspr. bis 1974 25 -Dez. 1974-Jesaja 52,10
"Aller Welt Enden sehen das Heil unseres Gottes."

Wir haben vor uns einen Teil eines Lobliedes des Volkes
Israels, des Volkes Gottes, das so beginnt:
"Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße der Freudenboten,
die da Frieden verkündigen, Gutes predigen, Heil
verkündigen, die da sagen zu Zion: Dein König ist Gott."
Dieses Loblied geht auf die geschichtliche Situation zurück,
da das Volk Israel, das Volk Gottes, unsagbar Schweres,
durch die eigene Schuld, durch die Schuld der Regierenden,
der Vornehmen und der Reichen, hat erleiden müssen, bis hin
zur Wegführung in die Gefangenschaft, bis hin zur Zerstörung
des Landes, einschließlich der Hauptstadt Jerusalem mit
seinem Tempel.
Und nun ist die Zeit der großen Wende gekommen. Gott greift
selbst ein und befreit sein Volk aus der Gefangenschaft und
läßt neues Leben aus den Ruinen der Städte und dem
verwïsteten Lande entstehen. Ja er läßt sogar den Tempel
wieder aufbauen.
Die Zeit der Traurigkeit und der Hoffnungslosigkeit ist
vorübergegangen, Gott selbst erlöst sein Volk und zwar tut
er das dadurch, daß er die ehemals Mächtigen, Führenden und
Reichen, die das Volk ins Verderben geführt haben,
entmachtet, sie ihrer Privilegien beraubt und sich selbst an
die Spitze des Volkes stellt.
Er gebraucht dabei einen Mann, der nicht zu den mächtigen
und führenden Persönlichkeiten oder zu den Reichen gehörte.
Er hieß NEHEMIA.
Er war nicht geschult für die Führung eines Volkes, auch
nicht für die hohe Politik. Und doch war er der, von dem
unser Longesang spricht.
Er war und wollte nichts anderes sein als der, der Gottes
Wille durchführte zum Wohle des Volkes Gottes. Und unter
diesem Nehemia, der nichts von Staatsführung und Politik
versteht, wird das Volk Israel nach dem Willen Gottes
geführt, sodaß selbst die Staaten und Mächtigen, die mit dem
Volke Gottes machen konnten, was sie wollten, auf einmal
merken, es ist da etwas Neues und Gewaltiges mit diesem
Volke geschehen. Sie merken, es sind keine Staatsdiener am
Werke, die immer nur ihr eigenes Wohl im Auge haben, sondern
Männer, die sich für ihr Volk ausschließlich und allein
abmühen. Ja, schließlich merken sie, daß Gott selbst die
Geschichte seines Volkes in die Hand genommen hat oder wie
es in dem ersten Vers des Lobgesanges heißt:
"Dein Gott ist König."
So wird das Volk Israel durch das Neue, daß Gott die
Geschicke seines Volkes in die Hand genommen hat, inmitten
einer heidnischen Völkerwelt, zum Zeugnis für den in der
Geschichte wirkenden lebendigen Gott, und zwar für den Gott,
der für alle Menschen und Völker nur Gedanken des Friedens
undd es Heiles und des Trostes und der Erlösung kennt.
In unserem Predigttext des Lobgesanges heißt es darüber:
"Aller Welt Enden sehen das Heil unseres Gottes."
Wir sagten schon, daß hinter unserem Lied eine ganz
bestimmte geschichtliche Situation des Volkes Israel steht
und NEHEMIA als Vollstrecker des Willens Gottes gesehen
wird, der sein Volk befreit und errettet und erlöst und
neues Leben schafft.
Allerdings hat die kommende Generation erkennen müssen, daß
durch das Versagen von Menschen auch dieses Heilswirken
Gottes nicht zur Vollendung gekommen ist. Sie schauten nach
der Vollendung von Gottes Handeln aus und fragten sich auch,
wer wird jetzt der sein, der Gottes Willen inmitten seines
Volkes verwirklicht. Und als Jesus von Nazareth über diese
Erde ging und handelte und wirkte und sprach, da wußten die
Christen, daß der, der das Heil unter uns Menschen, unter
Juden und Heiden verwirklicht, der etwas Neues in der
Geschichte der Menschheit begann, der als der wahre
Beherrscher der Wlet sich für das Wohl aller Menschen
einsetzte, dieser Jesus aus Nazareth ist.
Er begann in der Tat vor 2.000 Jahren eine neue Epoche der
Menschheitsgeschichte, eine Epoche, die heute noch nicht
abgeschlossen ist, sondern weiter geht, allen Widerständen
seiner Feinde und aller Müdigeit seiner Freunde zum Trotz.
Ja, unter Christen und Nichtchristen und Atheisten, wächst
unter den augenblicklichen Schwierigkeiten eines gewaltigen
Zeitenwechsels, in der man nicht aus noch ein weiß, die
Erkenntnis, daß Hilfe nur noch von dem zu erwarten ist, der
schon vor 2.000 Jahren eine neue Bewegung innerhalb der
Menschheitsgeschichte begonnen hat: JESUS CHRISTUS, und zwar
dadurch, daß er unter uns Menschen treue Nachfolger findet,
die leben und handeln wie er, ihr Herr und Meister, gelebt
und gehandelt hat, ohne daß es eine Rolle spielt, ob sie
Christen oder Nichtchristen oder Atheisten sind.
Wir bekennen Jesus ja als den Erretter und Heiland der Welt,
und wir, die wir zu ihm gehören, die wir uns nicht nur aus
Tradition Christen nennen, sondern es auch in Wahrheit sind,
haben Anteil an seiner Erretter- und Heilandsaufgabe, durch
unser Zeugnis, durch unsere Nachfolge in Wort und Tat.
Gerade die Adventszeit im Kirchenjahr, in der wir leben, hat
die Aufgabe, uns daran zu erinnern, daß Jesus von Nazareth
dieser Erretter und Heiland der Welt ist, und zwar in dieser
dreifachen Bedeutung:
1. Der, der vor fast 2.ooo Jahren in Bethlehem in aller
Armut zur Welt kam, ist der, auf den hin die Geschichte des
Volkes Israels und die ganze damalige Menschheitsgeschichte
hinsteuert.
Er ist die Erfüllung der Prophetie des Alten Volkes Gottes
und er ist die Erfüllung der Sehnsüchte und Träume der
Menschen der alten Welt.
2. Jesus von Nazareth ist der, der bis heute unter uns
Menschen durch seine Botschaft das Wissen wachgehalten hat,
daß sein Erlösungswerk, daß er damals begonnen hat, noch
nicht zu seinem Ziel gekommen ist und daß er
3. dabei ist, dieses sein Werk der Errettung der Welt zur
Vollendung zu bringen, und zwar dadurch. daß er die, die zu
ihm gehören, die sich mit Ernst Christen nennen, als seine
Mitarbeiter in den Dienst für eine neue bessere Welt ruft
und damit die Erfüllung unseres Textes verwirklicht:
"Aller Welt Enden sehen das Heil unseres Gottes."