1 Monatssprüche bis 1974- 23
Lugar/Ort:Meroú

Fecha/Datum:25/08/1974
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Aldea Protestante, 27-4-1975 -deutsch-
Camarero/Puiggari, 26-7-1975 -deutsch-
Diamante, 4-10-1975 -spanisch-
Camarero/Puiggari, 5-10-1975 -spanisch-
Meroú, 22-2-1976 -spanisch-
Reffino, 28-5-1978 -spanisch-
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Monatsspr.Oktober 1974-Sent.Mens.10-74
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Hosea 4, 6 - Oseas 4: 6
Skopus: Wer ist verantwortlich für das Fehlen des Wissens.
1 Monatsspr. bis 1974 23 -Okt.1974-Hosea 4,6
"Gott spricht: Mein Volk kommt um, weil ihm das Wissen
fehlt."

Der Prophet Hosea beklagt nur zu oft in seinem ganzen Buch,
das eine Zusammenfassung seines Dienstes im Volke Israel
ist, daß das Volk seinen Gott, seinen Schöpfer, seinen
Befreier, aus Unkenntnis nicht ernst nimmt, mit ihm nicht
rechnet und seine Hilfe nicht annimmt. Und der Prophet weist
darauf hin, daß an dieser Situation nicht das Volk selbst
schuldig ist, sondern die, die für dieses Volk
verantwortlich sind, die einen genauen und sogar besseren
Einblick haben in das, was Gott uns geben und was er von uns
haben will und die beauftragt sind, dieses Wissen, diese
Erkenntnisse, diese so tiefen Zusammenhänge unseres
menschlichen Lebens mit Gott, weiterzusagen, allen Menschen
bekanntzumachen.
Es sind die Frommen, es sind die Propheten, es sind die
Priester und es sind die Obersten, die Regierenden und
Könige des Volkes Isrtael.
Und wenn Hosea uns das Wort Gottes übermittelt:
"Mein Volk kommt um, weil ihm das Wissen fehlt",
oder wie Martin Luher übersetzt:
Mein Volk kommt um aus Mangel an Erkenntnis",
dann deckt er eben diese Tatsache auf, daß diese für das
Volk, infolge ihres besseren Wissens, Verantwortlichen ihre
AuFgabe nicht erfüllt haben.
Wenn selbst die, die das Wissen und die Erkebnntnisse haben,
nichts nach Gott und seinem Willen fragen, was kann da vom
Volke selbst erwartet werden?!
Das VolK kann nicht verantwortlich gemacht werden für sein
atheistisches Verhalten, für die Ablehnung des Willens
Gottes und der Nichtdurchführung seiner Pläne für uns
Menschen.
Wenn wir bisher dem Sinne unseres Textes haben folgen
können, dann werden wir auch die Folgerungen daraus für uns
und unsere Zeit ziehen können, und zwar so, daß diese
Aussage
"Mein Volk kommt um, weil ihm das Wissen und die Erkenntnis
fehlen"
als zu uns Christen heute gesprochen gilt, vielleicht so:
Die Menschheit von heute steht an einem Abgrund
ohnegleichen, ohne die Möglichkeit einer Hilfe, weil ihr das
Wissen und die Erkenntnis fehlen, die uns Christus als Hilfe
für solche Situationen gegeben hat".
Es ist einfach eine Tatsache, daß wir durch das, was sich in
den letzten Jahrzehnten mitten unter uns ereignet hat in
Wissenschaft und Forschung und Technik und Physik und
Medizin an einem Punkte der Menschheitsgeschichte stehen, da
wir nicht ein- noch aus-wissen.
Das, was uns eigentlich zur Verbesserung unseres
menschlichen Lebens dienen könnte, ist zu unserem eigenen
Verderben mißbraucht worden.
Leben wir nicht in einer Welt, die durch die Angst geprägt
ist, Angst vor Krankheiten und Hunger, vor Kriegen und
Revolutionen, vor einem brutalen nach nichts fragendem
Handeln der Regierungen und führenden Staatsmänner, Angst
vor Militärs und Polizei und menschenfeindlichen
Wissenschaftlern, vor Betrug und Attentate, vor Kommunismus
und Guerilleros und Kapitalisten, immer mehr auch vor
Peronisten, Angst vor einer totalen Zerstörung dieser Welt.
Das Kennzeichen dieser Welt ist geradeziu die Angst, die uns
unseres Lebens, trotz aller Fortschritte nicht mehr froh
werden lät.
Ihre Ursache liegt darin, da wir Menschen eine Wirkl;ichkeit
von Anfang an nicht beachtet haben, daß Gott uns zwar zu
Herren dieser Welt gemacht hat, die forschen und entdecken
und planen und verbessern dürfen, ja müssen, aber immer nur
unter einer nicht aufgebbaren Voraussetzung, da wir Menschen
uns füreinander verantwortlich wissen und jedem Menschen die
gleichen Lebensbedingungen, Rechte und Plichten zugestehen.
Alle Herrschaft und alle Erfolge der Beherrschung dieser
Welt müssen allen Menschen zugute kommen.
Wenn wir heute sagen, daß wir in einer gottlosen Zeit leben,
dann ist gerade dieser Atheismus ab ihr charakrteristisch,
der statt eines helfenden Miteinanders ein alles für sich
und nichts oder nur wenig für andere Haltung praktiziert.
Dieser Atheismus ist nicht etwas Kommunistisches, sondern
etwas allgemein Menschliches, wogegen Gott von Anfang an
gekämpft hat, undd aryum er ja seinen Sohn Jesus Christus in
diese Welt gesandt hat, um uns ein Leben helfenden
Miteinanders, ein Leben für andere und dadurch ein frommes
Leben vorzuleben. Und dieses Wort des Propheten Hosea:
"Mein Volk kommt um, weil ihm das Wissen fehlt",
würde für eine gottlose Welt immerhin von Seiten Gottes eine
Entschuldigung bedeuten, für uns Christen aber eine doppelte
Anklage.
Einmal, daß wir, die wir eigentlich doch Gottes Willen mit
uns wissen oder wissen müßten, seinen Willen nicht
respektiert haben.
Wir sind an den Ursachen der Angst unter uns Menschen
genauso schuldig wie die Nichtchristen.
Unser Leben in Arbeit und Beruf an hoher oder niedriger
Stelle, in Ausruhen und an Feiertagen war nicht und ist
nicht geprägt durch ein helfendes Miteinander, ist kein
Leben für andere.
Wieviele Christen in Regierungsgeschäften, als Kapitalisten,
als Polizisten und Militärs und als Wissenschaftlier und
Techniker und Parteifunktionäre fragen überhaupt nach dem
Willen Gottes.
Und durch dieses Versagen von uns Christen, dadurch, daß
Jesus Christus so wenig Nachfolger, so wenig Imitadores
unter uns Christen hat, konnte die nichtchristliche
Menschheit noch nicht erfahren, was es bedeutet, ein
menschliches Leben im Sinne unseres Schöpfers zu führen, ein
Leben, das eben geprägt ist durch ein Füreinanderdasein,
durch ein helfendes Miteinander.
Im letzten Grund sind wir Kinder Gottes, wir Christen selbst
es schuld, daß diese unsere Zeit charakterisiert ist durch
die Angst, daß das Gespenst der Angst uns Menschen
nächtelang nicht schlafen läßt, daß es von der Menschheit
heute ebenfalls gesagt werden muß:
Der Mensch bringt sich selbst noch um, weil ihm das Wissen
fehlt, wie er Schwierigkeiten überwinden kann.
Dieses Wort unseres Gottes, daß der Prophet Hosea dem Volk
Israel und auch uns predigt, will uns allerdings nicht in
alle Ewigkeit verdammen, sondern will, daß wir das Wissen,
daß wir über unsere Bestimmung als Menschen haben, nun
anfangen zu praktizieren, unserem Herrn und Heiland Jesus
Christus nachzuleben, damit alle Welt durch uns erfährt, was
es heißt fúreinander da zu sein, ein helfendes Miteinander
darzustellen und damit die Angst, die unsere Zeit heute
prägt, zu überwinden und neue Freude über dieses Leben, das
uns Gott gegeben hat, einziehen kann, denn
"Gott will, das allen Menschen geholfen wird und sie zur
Erkenntnis der Wahrheit über dieses Leben kommen."