1 Monatssprüche bis 1974- 21
Lugar/Ort:Reffino

Fecha/Datum:25/08/1974
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Aldea Protestante, 1-9-1974 -deutsch-
Grabschental, 8-9-1974 -deutsch-
Meroú, 15-9-1974 -deutsch-
Camarero/Puiggari, 13-10-1974 -deutsch-
Meroú, 20-10-1974 -spanisch-
Grabschental, 10-11-1974 -spanisch-
Diamante, 24-11-1974 -spanisch-
Camarero/Puiggari, 24-11-1974 -spanisch-
Reffino, 3-5-1975 -spanisch-
Aldea Protestante, 19-10-1975 -spanisch-
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Monatsspr. August 1974-Sent. Mens. 8-1974
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:1. Chronik 29, 17 - 1 Crónica 29: 17
Skopus: Das Reich Gottes vorzubereiten ist unser Auftrag.
1 Monatsspr. bis 1974 20 -August 1974-1. Chronik 29, 17 "Ich
weiß, mein Gott, daß du das Herz prüfst, und Aufrichtigkeit
ist dir genehm."

Nur wenn wir die Situation kennen, in der der König David
damals dieses Wort gesprochen hat, können wir es richtig
verstehen und fragen, ob es uns heute etwas als Menschen und
als Menschheit des 20. Jahrhunderts zu sagen hat.
Nach großen Schwierigkeiten und Nöten, trotz allem Versagen
und aller Rebellion hat Gott sein Volk Israel nach dem
Auszug aus Ägypten in dem Lande Palästina zur Ruhe kommen
lassen.
Das Heil, das er seinem Volke versprochen hatte, umfaßte die
Befreiung aus jeder Form der Sklaverei, aus der der
Fremdherrschaft wie aus der Befreiung der eigenen Mächtigen.
Jedem sollte ein menschliches Leben ermöglicht werden, so
wie Gott es sich bei der Erschaffung des Menschen gedacht
hatte. Jeder, der auf der Erde ein menschliches Angesicht
trägt, hat ein Recht, einen Anspruch auf ein freies und
glückliches Leben. Darum ist Gott nach dem Alten wie nach
dem Neuen Testament zuerst immer auf der Seite derer, die,
aus welchen Gründen auch immer, zu diesem freien und
glücklichen Leben nicht haben kommen können. Er steht immer
im Kampf auf der Seite derer, die für diese im Leben zu kurz
Gekommenen sich einsetzen und kämpfen. Ja, er erwartet auch,
daß die, die sich nach seinem Namen nennen, die Kinder
Gottes sind, mit ihm im Einsatz für ein freies und
glückliches Leben für alle Menschen stehen.
Und wenn Gott, der Herr, seinem Volk Israel versprochen hat,
mitten in diesem Volk zu leben, dann unter der
Voraussetzung, daß dieses Volk ein befreites, ein erlöstes
und ein glückliches Leben erreicht, beziehungsweise auf dem
Wege dahin sich nahe am Ziele befindet, darum hat Gott das
Angebot des Königs David nicht angenommen, ihm diesen
Wohnsitz in der Gestalt des Tempels zu Jerusalem zu bauen,
weil das Volk von seiner totalen Befreiung noch weit
entfernt ist, nicht berufen ist in seiner Situation. Seine
Aufgabe ist ein Doppeltes:
1. ist es seine AUfgabe, weiter zu kämpfen an der Befreiung
und Erlösung seines Volkes und 2. darf er an der
Vorbereitung und Planung des Baues des Tempels in Jerusalem
mithelfen, nicht nur er, sondern das ganze Volk.
Was der König David nicht darf, das darf sein Sohn, der
König Salomo, den Bau des Tempels durchführen, denn dann
wird das Volk Gottes zur Ruhe, zur Freiheit, zum Glück
gekommen sein, die Voraussetzung, daß Gott seine Wohnung
mitten unter uns aufzuschlagen bereit ist. Hatte Gott dem
David nicht gesagt?:
"Dein Sohn wird ein Mann der Ruhe sein, denn ich will ihm
Ruhe geben vor seinen Feinden. Er soll Salomo heißen, denn
ich will Israel Frieden und Ruhe geben, solange er lebt und
er soll mir ein Haus bauen."
Und der König David hatte diese Aufgabe, diese doppelte
Aufgabe bereitwillig übernommen:
Weiter an der Befreiung und Errettung des Volkes mitzuhelfen
und gleichzeitig den Bau des Tempels vorzubereiten.
Er ist froh und glücklich, daß er mit seinem Aufruf auch im
Volke ein solch bereitwilliges Echo gefunden hat, nicht nur
mit Worten, sondern auch mit der Tat, allerdings wird er
doch dann und wann von Zweifeln gepackt, ob denn das, was er
da tut recht ist, vielleicht wird er auch durch Freunde in
Unruhe gebracht und durch seine Feinde bedrängt, ob denn
das, was er macht, nicht verrückt sei und zu seinem eigenen
Schaden und zum Unheil seines eigenen Volkes auslaufen wird.
In solchen Zeiten der Zweifel und der Anfechtung über seine
Aufgabe eilt er zu Gott und bittet ihn, sein Richter zu
sein, ihn zu prüfen, ob er es denn ehrlich meine.
In solch einer Situation hat er dieses unser Predigtwort im
Gespräch mit Gott gesagt:
"Ich weiß, mein Gott, daß du das Herz prüfst und
Aufrichtigkeit ist dir genehm."
Und diesem seinem Gott und seinem Gericht und Urteil
vertraut er sich vollkommen an, mag da kommen, was da wolle.
Vielen Menschen heute ist dieses Wort und diese Haltung des
Königs David Trost und Kraft zugleich und vielleicht kann es
das für uns persönlich ebenfalls werden.
Wir wissen, daß wir an einer Wende der
Menschhheitsgeschichte stehen und alles deutet darauf, daß,
kommt nicht von irgendeiner Seite eine radikale Hilfe, eine
total neue Auffassung vom menschlichen Leben, wir mit
rasender Geschwindighkeit einem dunklen Abgrund, einem
grausamen Ende, zusteuern.
Aber hat nicht von Anfang an Jesus Christus das Heil, die
Rettung der ganzen Welt, im Auge gehabt?
Heil Bedeutet Rettung vor dem grausamen Ende. Heil bedeutet
Befreiung von aller Sklaverei, von Schuld und Sünde, von
Mächten und Gealten, die uns nicht die Möglichkeiten geben
wollen, als Menschen ohne Hunger, ohne Gebrechen und ohne
Krankheiten und ohne Angst und Furcht und Grausamkeit ein
frohes und freies und glückliches und erfülltes leben zu
gestalten.
Wir Christen wissen uns auf diesen Weg des Heils und der
Rettung der Welt gestellt. Wir gehen der Vollendung des
Heils in der Aufrichtung des Reiches Gottes, in der
Herrschaft Jesu Christi mitten in der Welt, entgegen. Darum
fürchten wir uns nicht vor einem grausamen Ende, sondern
finden in dieser dunklen Zeit Trost und Kraft. Ja, wir
dürfen schon als Bürger des Reiches Gottes heute leben.
Jeder Christ ist aufgerufen, für dieses Heil der Welt sich
einzusetzen.
Das Heil, die Herrschaft Jesu Christi also, meint nicht die
Seligkeit einiger weniger nach dem Tode, sondern die
Verwirklichung des Heils, die Aufrichtung der Herrschaft
Gottes hier auf dieser Erde.
Wir wissen, daß heute die ganze Christenheit darum neu
aufgewacht ist und viele bereit sind, konstruktiv an der
Verwirklichung des Reiches Gottes mitzuarbeiten, damit aus
dieser Erde eine errettete Welt werde, eine vom Abgrund
zurückgerissene Welt, eine ihrer Bestimmung wieder
zugeführten Welt.
Allerdings gilt es in dieser Situation zu beachten, daß wir
Zeit und Art und Weise der Aufrichtung des Reiches Gottes
nicht bestimmen können. Das hat Gott seinem Sohn Jesus
Christus selbst vorbehalkten. So wie Gott nicht dem König
David den Auftrag gegeben hat, den Temepel, die Wohnung
Gottes in Jerusalem zu bauen, sondern Davis Sohn Salomo.
Die letzte Verwirklichung des Reiches Gottes auf dieser Erde
liegt nicht in unserer Hand, wie auch nicht wir den
Schlußstein beim Bau einer neuen Welt legen, ebenso wenig
wie die endgültige Errettung und Befreiung der Menschheit
unser Werk ist, sondern das alles hat Gott seinem Sohn
vorbehalten.
So wie Davids Aufgabe es ist, weiter an der Vorbereitung des
Baues des Tempels durch den Einsatz für sein Volk
mitzuarbeiten, so ist es unsere Aufgabe heute als Christen
weiter für die Errettung dieser Welt vor dem Abgrund und für
die Erlösung und Befreiung und für das Glück einer
versklavten Menschheit an der Seite Jesu uns einzusetzen.
Und gleichwie es nicht Davids Aufgabe ist, das Haus Gottes
zu bauen, sondern nur vorzubereiten, er und sein Volk, so
ist es uns auch nicht aufgetragen, das Reich Gottes auf
diese Erde durch uns herabzuziehen, sondern so wie David die
Herrschaft Gottes durch unser Tun und Lassen vorzubereiten,
damit ER, der Herr, dann, wann er will, sie übernehmen kann.
Erst seit kurzer Zeit wurde das in der Christenheit erkannt
und es gibt große Widerstände innerhalb der Christenheit
gegen ein Heil, das den ganzen Menschen, die ganze
Menschhheit und die ganze Welt umfaßt. Besonders groß ist
der Widerstand der Staatsgewalt und des Reichtums dagegen,
sodaß auch ernste Christen in ihrer Haltung wie David
unsicher werden. Und es bleibt nichts anderes übrig, als
Gott selbst in allen Angriffen von innen und von außen sich
anzuvertrauen, ihm und seinem Gericht. Wie hat David damals
gebetet:
"Ich weiß, mein Gott, das du das Herz prüfst, und
Aufrichtigkeit ist dir genehm."