1 Monatssprüche bis 1974- 09
Lugar/Ort:Grabschental

Fecha/Datum:13/09/1970
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Crespo, 20-9-1970 -deutsch-
Aldea Protestante, 4-10-1970 -deutsch-
Camarero/Puiggari, 11-10-1970 -deutsch-
Paraná,7-2-70-deutsch-Krankeng.Meier
Reffino, 19-3-1972 -deutsch-
Diamante, 15-8-1970 -spanisch-
Aldea Protestante, 16-8-1970 -spanisch-
Grabschental, 16-8-1970 -spanisch-
Camarero/Puiggari, 23-8-1970 -spanisch-
Meroú, 23-8-1970 -spanisch-
Colonia Nueva, 30-8-1970 -spanisch-
Paraná, 6-9-1970 -spanisch-
Aldea Protestante, 4-2-1973 -spanisch-
Paraná, 4-3-1973 -spanisch-
Grl. Racedo, 18-2-1973 -spanisch-
Reffino, 10-3-1973 -spanisch-
Diamante, 24-3-1973 -spanisch-
Meroú, 25-3-1973 -spanisch-
Camarero/Puiggari, 14-7-1974 -spanisch-
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Monatsspr. August 1970-Sent.Mens. 8-1970
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:1. Johannes 4, 20 - 1 Juan 4: 20
Skopus: Gottesliebe bedeutet immer zugleich Nächstenliebe
1 Monatsspr. bis 1974 9 -August 1970-1. Johannes 4,20
"Wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, wie kann er
Gott lieben, den er nicht sieht?"

Es ist und bleibt dabei, daß es in unserem christlichen
Glauben immer um unser Verhältnis zu Gott geht, der uns ins
Leben gerufen hat und uns erhalten will, damit wir als seine
Geschöpfe hier auf Erden unsere Aufgaben erfüllen können.
Um dieses Verhältnis wieder in Ordnung zu bringen, nachdem
wir es durch unsere Eigenwilligkeit, durch unser
Selbst-Gott-sein-wollen, durch das Sichlossagen von ihm,
nicht nur gestört, sondern sogar zerstört haben und immer
wieder neu zerstören, kam Jesus Christus zu uns auf Erden
und ermöglichte von Seiten Gottes und von unserer Seite aus,
wieder ganz von vorne anzufangen.
Wir dürfen wieder dankbar Gottes helfende Hände ergreifen.
Wir dúrfen uns wieder von ihm helfen lassen. Wir dürfen
wieder seine von ihm geliebte Geschöpfe sein.
Nun wissen wir, daß wir als Gottes Geschöpfe dazu bestimmt
waren und bestimmt sind, uns in diesem Leben und bei der
Ausführung unserer Aufgaben gegenseitig zu helfen. Jeder
Mensch ist von Gott zur Hilfe für den anderen gesetzt. Wir
können nicht Menschen sein ohne die Hilfe unserer
Mitmenschen und die anderen können ohne uns nicht auskommen.
Eine Form dieser Hilfe, aber nicht die einzige, ist die von
Gott eingesetzte Ehe zwischen dem einen Mann und der einen
Frau.
Indem wir uns von Gott lossagen, lehnen wir auch die Hilfe
anderer ab und sind nicht bereit, anderen zu helfen,
stattdessen hassen wir uns gegenseitig, machen uns das Leben
schwer, schlagen uns gegenseitig die Köpfe ein und belügen
und betrügen uns gegenseitig. Daher rührt es, daß wir im
letzten Grunde nicht mehr richtig singen können:
"Immer fröhlich, immer fröhlich,
alle Tage Sonnenschein."
Daher kommt es, das unsere Zeitungen voll sind von Mord und
Totschlag und Raubüberfälle, Revolutionen und Kriegen, von
Haß und Streit, Betrug und Ehebruch.
Wir müssen schon sagen:
"Diese unsere Welt liegt durch unsere Schuld im Argen."
Und wir können und müssen und dürfen wohl sagen, daß da, wo
wir in Wahrheit das annehmen, was Jesus Christus uns
ermöglicht hat, die Wiederherstellung unserer persÓnliuchen
Verbindung mit Gott, da kommt auch unser Verhältnis zu
unseren Mitmenschen wieder in Ordnung. Da wird es sichtbar,
daß wir nicht zum gegenseitigen Hassen bestimmt sind,
sondern zur gegenseitigen Hilfe, da scheint man nicht nur
für sich selbst, für seinen eigenen Erfolg und Weiterkommen
zu kämpfen, sondern gönnt auch dem anderen etwas und hilft
mit, daß der andere auch weiterkommt und daß er aus seiner
Not herausgerissen wird.
Der ganze Johannesbrief geht von der Tatsache aus, daß der
Anfang zu einem menschlichen Miteinander von den Christen
ausgehen und vorgelebt werden muß.
Sie, die Christen, die durch das in Ordnungkommen ihres
Verhältnisses mit Gott und mit der daraus folgenden
Nächstenliebe, ein echtes menschliches Miteinander
praktizieren können, sollen der ganzen Menschheit durch
ihren Wandel ein Zeugnis geben, wie echtes menschliches
Leben aussieht.
Unser Herr Jesus Christus hat uns nicht nur ermöglicht,
unser Verhältnis in Ordnung zu bringen, sondern er selbst
hat es uns vorgelebt, wie echte Menschen leben als Gottes
Geschöpfe leben, wie wir uns gegenseitig in helfender Liebe
begegnen können.
Es hat nichts mit einer Verachtung von uns Christen zu tun,
sondern im Gegenteil von einer gewissen achtungsvollen
Erwartung, wenn ganz besonders heute die ganze Menschheit
der Welt nach uns Christen schaut, um an unserem
menschlichen Miteinander abzulesen, ob es für die ganze
Menschheit noch die Möglichkeit gibt, aus der
augenblicklichen fast ausweglosen Lage eines sich
gegenseitig zerstörenden Fanatismus in der Menschheit gibt -
oder geht alles so weiter wie bisher bis zum bitteren Ende
mit Schrecken.
Wir werden also nach der Echtheit unseres christlichen
Glaubens gefragt, ob sie dargestellt werden kann, ob sie
bereits bei uns Christen sichtbar geworden ist, und zwar die
Echtheit, wie sie Johannes charakterisiert;
Echte Gottesliebe zeigt sich immer in echter helfender
Nächstenliebe. Johannes schreibt seine Briefe einer Gruppe
von Christen, die diese unlösbare Verbindung von Gottesliebe
und Nächstenliebe nicht nur nicht sehen, sondern auch nicht
akzeptieren will. Es ist eine Gruppe von Christen, die ihre
Gottesliebe ausschließlich und allein in eigener Erbauung,
im Singen und Beten, schönen Zeremonien und frommen Reden
praktiziert, ohne zum Eigentlichen, zum Kern, vorzustoßen:
Praktizierung der helfenden Nächstenliebe, zunächst zuerst
einmal in der eigenene Gemeinde. Johannes sagt, solch eine
Praktizierung der Gottesliebe, die am Nächsten vorübergeht,
sichtbar dargestellt am Nächsten in der eigenen Gemeinde,
ist keine Gottesliebe mehr und hat mit dem christlichen
Glauben nichts mehr zu tun:
"So jemand spricht: Ich liebe Gott und hasset seinen Bruder,
der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den
er sieht, wie kann er Gott lieben, den er nicht sieht?"
Wir sagten vorhin schon einmal. daß die ganze Menschheit
heute auf uns Christen schaut, ob bei uns etwas sichtbar
wird:
Diese Verbindung von Gottesliebe und helfender
Nächstenliebe.
Denn ohne helfende Nächstenliebe, die kein Kommunismus, kein
politischer Führer, kein Militarismus und keine noch so
schöne Philosophie unter uns praktizieren kann, gibt es für
uns alle als Menschheit keine Hoffnung mehr, wird dieser
Zeitenwechsel zu einem höllischen Ende.
Haben wir die feste Zuversicht, daß wir Christen, du und
ich, nicht die größte Enttäuschung für die Menschheit sind?
Sollten wir auf alle Fälle heute nicht ganz neu wieder
lernen müssen, was christlicher Glaube bedeutet, nicht nur
zu unserem eigenen Heil, sondern auch zum Heil der Welt.
An der Wirklichkeit des Wortes aus dem 1. Johannesbrief
kommen wir jedenfalls nicht mehrvorbei:
"So jemand spricht: Ich liebe Gott und hasset seinen Bruder,
der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den
er sieht, wie kann er Gott lieben, den er nicht sieht?"