1 Monatssprüche bis 1974- 06
Lugar/Ort:Camarero

Fecha/Datum:17/11/1968
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Reffino, 17-11-1968
Aldea Protestante, 1-12-1968
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Monatsspruch November 1968
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:2. Timotheus 2, 13
Skopus: Jesu Treue zu uns überwindet auch unsere Untreue.
1 Monatsspr. bis 1974 6 Nov.1968 -2 Timotheus 2,13
"Sind wir untreu, so bleibt er doch treu, er kann sich
selbst nicht verleugnen."

Das wird uns doch wohl immer deutlicher, daß der Sinn
unseres christlichen Glaubens nicht in frommen und
erhebenden Gefühlen oder in reichlich fließenden Tränen
liegt, auch nicht in einer religiösen Weihe besonderer
menschlicher Lebensabschnitte, wie man zum Beispiel Taufe,
Konfirmation, Trauung und Beerdigung verstand. Christlicher
Glaube hat es auch nicht zu tun mit einem Vertrösten der
Menschen auf ein Jenseits, auf ein Leben nach dem Tode.
Christlicher Glaube ist die ganz persönliche Verbindung
eines Menschen mit Jesus Christus, und zwar mit dem Jesus
Christus, der diesen Menschen an die Arbeit stellt für seine
Sache, für das, was Er, der Herr, im Auftrage seines Vaters
im Himmel mitten in dieser Welt unter uns Menschen neu
machen will. Eine christliche Gemeinde ist nur dann eine
rechte Gemeinde, wenn sie sich als Arbeitskolonne Gottes
versteht, die in den Gemeindevertanstaltungen, besonders in
den Gottesdiensten, sich um ihren Capatas Jesus Christus
sammelt, um aus seinem Munde die Aufträge Gottes für die
nächste Zeit zu empfangen und um dann als Arbeiter Gottes an
die Arbeit zu gehen.
Als Teil der Arbeitskolonne, der Arbeitsgruppe, haben wir
Christen mitzuhelfen, daß diese Arbeitsgruppe immer besser
funktioniert, daß sie immer fähiger wird, ihre vom Herrn
übergebene Aufgabe mitten in dieser Welt und für diese Welt
auszurichten.
Im vorhergehenden Vers können wir lesen:
"Verleugnen wir, so wird ER uns auch verleugnen."
Durch dieses Wort werden wir daran eriinnert, daß eine
christliche Gemeinde, die nicht ihre Aufgabe, ihre Arbeit,
mitten in dieser Welt anpacken will, die nur ihrer eigenen
Frömmigkeit lebt, die nur darnach trachtet, sich bedienen zu
lassen, ohne selbst zu dienen, das Recht verloren hat, sich
christliche Gemeinde zu nennen.
Ein Christ, der meint, es genüge, getauft, konfirmiert und
getraut zu sein, von Zeit zi Zeit in den Gottesdienst zu
gehen, mit Ach und Krach vielleicht und unter Schimpfen
seinen Gemeindebeitrag bezahlt, aber es ablehnt, durch
besondere Arbeit und besondere Opfer mitzuhelfen, die
Aufgaben anzupacken, die er als Christ in der Gemeinde und
mit der Gemeinde für die Welt zu erfüllen hat, kann sich in
Wahrheit nicht mehr Christ nennen, weil er durch solch ein
Verhalten seinen Herrn verleugnet:
"Verleugnen wir, so wird ER, Jesus Christus, uns auch
verleugnen."
Daran kann nicht gerüttelt werden.
Allerdings führt uns unser heutige Text noch eine andere
wichtige Realität vor Augen, die uns neuen Mut und neue
Freudigkeit geben kann, unsere Aufgabe als Christ und als
eine christliche Gemeinde anzupacken und auszuführen. Er
sieht die vielen Christen, die von ihrer Verpflichtung zum
Dienst und zum Opfer fest überzeugt sind und sich an die
Arbeit machen und wie oft ist zu beobachten, daß sie müde
und matt werden, daß sie enttäuscht sind über ihre eigene
Christlichkeit und meinen, sie seien unwürdig zu solch einem
Dienst und stehen ihrem Herrn mehr im Wege als ihm zu
helfen.
Das gibt es,
"daß wir Christen schlapp machen, daß wir unserem Herrn
untreu werden".
Wie oft ist das auch unsere ganz persönliche Erfahrung, die
wir uns als Christen in den Dienst haben stellen lassen und
bereit sind zum Opfer, daß uns das, was uns vielleicht von
solchen, die sich auch Christen nennen, an Ärger und an
Verständnislosigkeit begegnet und bereitet wird, uns allen
Mut und alle Freude rauben will, sodaß wir alles hinwerfen
möchten oder sogar mit der Meinung hinwerfen:
Es ist ja doch alles zwecklos und umsonst.
Vielleicht meinen wir, die Untreue gegenüber unserem Herrn
besser ertragen zu können als die Schwierigkeiten, die wir
ertragen müßten von solchen, die uns in unserem Dienst für
Christus Steine auf den Weg werfen, uns verachten und
verspotten.
Das gibt es, daß wir als Christen bei der Ausführung unseres
Auftrages versagen, durch eigene Schuld oder durch die
Schuld anderer, die sich auch Christen nennen.
Dazu kommen natürlich alle Schwierigkeiten noch dazu, die
uns auerhalb der Gemeinde stehende Menschen oder die
Verhältnisse und Gewalten bereiten und die uns hindern,
unserem Herrn in einer treuen Weise zu dienen.
Auch das gibt es immer wieder, daß einige wenige
Namenschristen in einer Gemeinde diese bewußt an der
Erfüllung ihrer Pflicht als eine christliche Gemeinde
hindern, sodaß diese Gemeinde insgesamt dem Herrn untreu
wird.
Während unser Text von denen, die andere Christen und ihre
Gemeinde bewußt daran hindern an der Erfüllung ihrer
Aufgaben und die für sich selbst bewußt den Dienst und das
Opfer für Jesus Christus ablehnen, sagt,
daß sie auch von IHM bewußt abgelehnt werden:
"verleugnen wir, so wird er uns auch verleugnen",
gibt er denen, die müde und matt werden, die Möglichkeit,
wieder neu, iummer wieder neu anzufangen:
"Sind wir untreu, so bleibt ER doch treu; ER kann sich
selbst nicht verleugnen."
Bei denen, die kein bewußtes Nein zu Jesus Christus und
seinem Auftrag zur Arbeit und zum Opfer gesagt haben,
sondern bei der Durchführung dieses Auftrages versagen,
bleibt Jesus Christus in seiner großen Liebe an ihrer Seite
und hilft ihnen. Bei denen, die durch ihre eigene Schuld
versagen, hilft er durch die Vergebung ihrer Schuld und
schenkt ihnen damit einen neuen Anfang. Bei denen, die müde
und matt werden durch die Schuld der halben Christen oder
der Feinde des Herrn, hilft er durch neue Hoffnung, neuen
Mut und neue Kraft, den Auftrag wieder weiter auszuführen.
Und einer Gemeinde, die versagt, gibt er durch sein Wort
wieder eine neue Erkenntnis ihrer Aufgabe.
Mögen wir in unserer Liebe zu unserem Herrn schwach werden,
sodaß wir uns darauf nicht verlassen können, eines aber
bleibt in Ewigkeit, Jesu Liebe zu uns, seinen Christen, die
ein bewußtes Ja zu ihm gesagt haben, auch wenn wir so oft
versagen:
"Sind wir untreu, so bleibt er doch treu; er kann sich
selbst nicht versagen."