1 Monatssprüche bis 1974- 04
Lugar/Ort:Reffino - Richtfest -

Fecha/Datum:25/08/1995
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Monatsspruch August 1968
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:2. Mose 33, 13
Skopus: Der Gott derVergangenheit ist auch der der Zukunft
1 Monatsspr. bis 1974 4 AUGUST 1968 -2.Mose 33,13
"Habe ich denn Gnade vor deinen Augen gefunden, so laß mich
deinen Weg wissen, damit ich dich kenne und Gnade vor deinen
Augen finde."
Mose hat dieses Wort im Gebet zu Gott gesagt. Damit bringt
er eine große Gewißheit zum Ausdruck:
Du, unser Gott, hast von Anfang an deine helfende Hand nach
uns ausgestreckt. Was wären wir ohne dich.
Was da Mose vor vielen Tausenden von Jahren bekannt hat, ist
so auf unseren heutigen Tag zugeschnitten, daß wir meinen
können, er sei mitten unter uns.
Wir sind heute von einer großen Freude über diesen neuen
Kirchbau erfüllt, der nun seiner Vollendung entgegengeht.
Niemand von uns hätte es noch vor 3 Jahren für möglich
gehalten, daß auch wir hier in Reffino in der Lage sein
könnten, eine neue Kirche zu bauen. Wie ein Wunder erscheint
uns alles, was wir hier sehen.
Eine ganze Gemeinde ist an der Arbeit, so können wir die
vergangenen Wochen und Monate charakterisieren.
Wenn wir still über alles einmal nachdenken, wie alles
gekommen und gegangen ist, dann bleibt uns nichts anderes
übrig, als mit Mose zu bekennen:
Gott hat seine helfenden Hände auch nach uns, seinem Volk in
Reffino, ausgestreckt. Und unsere groß Freude darf münden in
den Dank vor Gott, daß er auch heute noch Wunder tut, daß er
ein Neues mitten unter uns hat werden lassen.
"Wir haben Gnade vor Gottes Augen gefunden."
Diese frohe Gewißheit, diese Freude und dieser Dank ist bei
Mose allerdings verbunden mit einer Bitte:
"Laß mich deinen Weg mit mir erkennen."
Mose gibt sich nicht damit zufrieden, was Gott in der
Vergangenheit in seinem Leben und im Leben des Volkes Gottes
getan hat, sondern er bittet, daß er an Gottes helfender
Hand auch in die Zukunft gehen kann .
Selbstverständlich ist es, daß wir Gottes Hilfe auch
erflehen für die Vollendung dieses Baues, aber vielmehr noch
erflehen wir Gottes Hilfe für den zukünftigen Weg als
Menschen und Familien und Christen hier auf dem Kamp, als
eine christliche Gemeinde.
Es ist ja kein Geheimnis mehr, daß wir alle heute in einer
Zeit des Übergangs leben.
In der form, wie wir heute leben, wie wir heute arbeiten,
wie wir heute planen und wir heute denken, werden wir in
Zukunft nicht mehr leben, arbeiten, planen und denken
können, aber wie alles einmal sein wird, wissen wir auch
nicht. Wir sind in einer ähnlichen Lage wie das alte Volk
Gottes, das sich auf der Wanderschaft von Ägypten zum
verheißenen Land Palästina befindet.
Die Verbindung zum vergangenen Leben ist nicht mehr
vorhanden, aber das Neue steht noch aus. Darum können wir
den Mose schon gut verstehen, daß er in dieser Zeit der
Ungewißheit und Unsicherheit und des Dunkels den bittet, der
ihm und dem Volk in der Vergangenheit geholfen hat, es auch
heute und morgen zu tun, ihm den Weg zu weisen, den er zu
gehen hat:
"Laß und den Weg erkennen, den wir in Zukunft gehen sollen",
und das ist ja auch unsere Bitte.
Wir haben doch besonders den Bau der neuen Kirche zu dem
Zwecke angefangen, nachdem der alte Bau brüchig geworden
war, damit wir aus dem Worte Gottes auch in Zukunft Klarheit
bekommen können, welchen Weg wir gehen sollen.
Hier im Gotteshaus wollen wir uns in Zukunft als eine
christliche Gemeinde mit all unseren Fragen und Problemen,
Nöten und Sorgen und Unsicherheiten versammeln und unseren
Vater im Himmel und unseren Herrn Jesus Christus als dem
Haupt des Volkes Gottes fragen:
Herr, was willst du, daß wir tun sollen? Herr, wohin sollen
wir nach deinem Willen gehen?
Hier wollen wir aus Gottes Wort die Antwort auf alle unsere
Fragen erhalten. Hier wollen wir uns in der Verbindung mit
unserem Herrrn Jesus Christus gegenseitig stärken und
helfen, damit wir nicht vom rechten Weg abweichen. Hier
wollen wir stille werden, um die Aufträge und Befehle
unseres Herrn zu hören und um die Kraft von ihm zu erhalten,
die Aufträge und Befehle auch auszuführen.
Wenn wir dazu bereit sind, liebe Gemeinde, dann werden wir
erfahren, daß unser Gott ein lebendiger Gott ist, der
lebendige Gott der Zukunft, selbst wenn die moderne Zeit am
liebsten ihn für tot erklären möchte. Dann werden wir es
auch erfahren, daß unser Herr und Heiland Jesus Christus
auch in der kommenden Zeit die Hilfe Gottes ist, die uns
begleitet, selbst wenn der Mensch der Neuzeit meint, sich
selbst helfen zu können und Gottes Hilfe nicht nötig zu
haben.
Als Mose so betete, wußte er noch nicht, wie alles werden
würde, nur eines, das Wichtigste, war ihm zur Gewißheit
geworden, Gott, der in der Vergangenheit geholfen hat, wird
auch in Zukunft mit seiner Hilfe nahe sein. Und dieser Mose
möchte auch uns zu der gleichen Haltung einladen. So, wie
Gott der Gemeinde Reffino in der vergangenheit geholfen hat,
nicht nur beim Kirchneubau, so wird er es auch morgen tun,
in allen Fragen und Problemen, die auf uns zukommen werden.
Wie wir heute froh und dankbar gestimmt sind über das, was
Gott der Herr unter uns tat, so werden wir einst am Ende
aller unserer Wege froh und dankbar darüber sein, da Gott
uns immer mit seiner Gnade und mit seiner Hilfe nahe war.
"Habe ich Gnade vor deinen Augen gefunden, so laß mich
deinen Weg wissen, damit ich dich kenne und Gnade vor deinen
Augen finde.