1 Monatssprüche bis 1974- 02
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:03/03/1968
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Paranás,3-3-1968-Krankengott. Meier
Diamante, 9-3-1968
Camarero. 10-3-1968
Reffino, 17-3-1968
Meroú, 17-3-1968
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Monatsspruch März 1968
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Johannes 14, 31
Skopus: Der Weg des Evangeliums - für uns der einzige Weg!
1 Monatsspr. bis 1974 2 -März 1968-Johannes 14,31
"Jesus Christus spricht: Die Welt soll erkennen, daß ich den
Vater liebe und ich tue, wie mir der Vater geboten hat."

Jesus Christus setzt sich in einer scharfen Weise mit den
Frommen seiner Zeit auseinander. Wer waren diese Frommen?
Wir müssen selbstverständlich zuerst einmal sagen:
Es waren Menschen, die das Wort Gottes, das ihnen einmal
durch Mose gegeben worden ist, sehr ernst nehmen,
allerdings, und das ist das Schlimmste, so ernst, daß sie
gerade dieses einmal geschehene Wort, das Gesetz, als
absolut, als unabänderlich, auffassen. Ja, sie setzten
dieses Gesetz gleich Gott. Und Gott erscheint als ein
grausamer, jähzorniger und tyrannischer Hausvater, der ohne
auf seine Kinder oder auf seine Frau zu gucken, ihnen seine
Befehle und Anordnungen entgegenschleudert und jeden, der
nicht sofort pariert, zusammenschlägt.
Sie hatten es vergessen, daß Gottes Wort nur ein Ziel kennt,
uns Menschen zu helfen und daß das Gesetz nur dann recht
verstanden werden kann, wenn es diesem Zwecke dient. Ja, von
Anfang an hat darum Gott seinem Gesetz sein Wort der Liebe
und der Hilfe zugeordnet, wenn es manchmal auch offen
vielleicht nicht erkennbar war.
Wie oft hat Gott in seinem Volk aus Liebe sein eigenes Wort
des Gesetzes und des Zornes in den Hintergrund treten
lassen, sondern gegen sein eigenes Wort gehandelt.
Schauen wir uns das Alte Testament einmal daraufhin an, wie
oft aus Zorn Liebe, aus Gesetz Angebot seiner Hilfe, aus
Strafe Verzeihung geworden ist.
Das Wort der Liebe und der Hilfe überwiegt auch im Alten
Testament das Wort des Gesetzes, der Gebote, des
"Du sollst! Du mußt!"
Und das hatten die Frommen damals vergessen. Ihnen erschien
Gott als solch ein grausamer, jähzorniger und tyrannischer
Hausvater, der mit seinen Befehlen nur so herumwirft und der
von den Menschen als seinen Geschöpfen verlangt, daß sie
nach seiner Pfeife tanzen, das sie um ihn herumspringen.
Das das eben nicht nach Gottes Willen war, daß solch eine
Frömmigkeit gerade von ihm abgelehnt wurde, zeigt sich
darin, da er seinen eigenen Sohn Mensch werden ließ, um ein
für alle Male zu bezeugen, von solch einer Frömmigkeit halte
er nichts. Diese ist nicht in der Lage, dem Menschen in
seinen Nöten und Problemen zu helfen.
Wenn wir aufmerksam die 4 Evangelien möglichst
hintereinander lesen, fällt uns sofort auf, wie das ganze
Tun und Handeln Jesu dadurch geprägt ist, daß er gegen die
Auffassung der Frommen kämpft, als ob das Gesetz als Wort
Gottes als ein ewiges unabänderliches und totales
Moralgesetz verstanden werden kann, das absolut gilt und dem
Gott selbst sich für ewige Zeiten bedingungslos unterworfen
hat.
Wir wissen doch, daß bis heute noch die Adventisten es so
verstehen.
Ich will nur einige Beispiele anführen, in denen Jesus
Christus gegen die Frommen mit ihrer falschen Auffassung vom
Gesetz ankämpft.
1. In der Bergpredigt sagt er zum Beispiel"
"Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesat ist: Du sollst
nicht töten usw. und dann sofort: Ich aber sage euch:..."
Das heißt doch, daß das Gesetz nicht absolut ist. Gott, der
Gesetzgeber, ist selbst nicht an sein Gesetz gebunden und er
hat hat die Macht es auch zu verändern und sogar zu
annullieren. Jesus Christus tritt sogar als ein neuer
Gesetzgeber auf:
"Ein neues Gebot gebe ich euch!"
2. Jesus Christus kehrt in die Häuser der Menschen ein, die
das Gesetz übertrten. Draum fragen die Frommen seine Jünger
anklagend:
"Warum isser euer Meister mit den Zöllnern und Sündern?"
3. Er läßt sich von einer Hure waschen und einparfumieren
und küssen.
4. Im Gleichnis von den Arbeitern im Weinberge sagt Gott zu
den Frommen, die darüber murren, da er selbst die bösen
Menschen, die Gesetzesübertreter, liebt:
"Siehst du darum so scheel, weil ich so gütig bin?"
5. Die schwerste Auseinandersetzung zwischen Jesus und den
Frommen, findet wegen des Sabbatgebotes statt.
Für die Frommen war das Sabbatgebot das Zentrum des
Gesetzes, an das besonders Gott selbst gebunden sein sollte.
Jesus Christus sagt aber ganz klar:
Ich bin nicht an das Sabbatgebot gebunden. Ich bin nicht
sein Knecht, sondern ich bin sein Herr. Ich kann damit
machen, was ich will, ich kann es auch wieder annullieren.
Und alle 4 Evangelien sind voll davon, daß er sich nicht um
das Sabbatgebot in seinem ganzen Tun und Handeln und Reden
gekümmert hat. Für ihn besteht dieses Gebot eigentlich nicht
mehr:
Er heilt Kranke am Sabbat.
Er sieht zu, wie seine Jünger die Sabbatgebote übertreten,
ohne daß er eingreift.
Er hält den Frommen vor, sie hätten den Sabbat, den Gott als
eine Wohltat geschenkt hatte, zu einer Zwangsjacke
verändert. Während normalerweise am Sabbat das Wort Gottes
ausgelegt wurde, mißachtet er dioese Regelung und predigt
bei jeder sich bietenden Gelegenheit ohne Rücksicht ob
Sabbat oder nicht.
Das Johannes-Evangelium berichtet uns, wie Jesus einem
geheilten Menschen sogar am Sabbat befiehlt:
"Nimm dein Bett und bringe es heim!"
und im gleichen Atemzuge:
"Sündige hinfort nicht mehr!"
Das heißt doch ganz klar, daß die Übertretung des
Sabbatgebotes für ihn keine Sünde ist.
Die Frommen haben das auch sofort verstanden und suchen ihn
zu töten, weil er das Sabbatgebot nicht beachtete.
6. Unmöglich erschien es den Frommen, daß Jesus schon zu
Lebzeiten offen den Gesetzesübertretern sagen konnte, daß
Gott ihnen ihr Übertreten des Gesetzes vergeben habe. Nach
ihrer Meinung war dieses erst im Endgericht möglich.
Diese verschiedenen Beispiele zeigen an, daß gerade das
Verhalten Jesu gegenüber dem Gesetz, besonders gegenüber dem
Sabbatgebot dazu führte, daß das fromme Volk schrie:
"Hinweg, hinweg mit ihm! Er ist als Gesetzesübertreter des
Todes schuldig, darum kreuziget ihn!"
Ihre Meinung war darum, daß Jesus nicht Gottes Sohn sein
konnte, sondern ein Gotteslästerer.
Wenn wir einmal diese Auseinandersetzung Jesu mit den
Frommen seiner Zeit ansehen, dann müssen wir sagen:
Auf der einen Seite sind die Frommen, die das einmal
gegebene Wort Gottes als Gesetz absolut setzen und glauben,
Frömmigkeit besteht darin, alles daran zu setzen, dieses
Gesetz zu erfüllen. Und wenn es erfüllt worden ist, dann
haben sie ein volles anerkanntes Recht, von Gott als seine
Kinder angenommen zu werden.
Auf der anderen Seite steht Jesus Christus, der Sohn Gottes,
der weiß, daß dieses ganze Gebaren nur hohler und fauler
Zauber ist. Unsere abgrundtiefe Bosheit verhindert es, daß
wir das Gesetz als Heilsweg benutzen können.
Das einmal an uns ergangene Wort Gottes als Gesetz hatte
eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen. aber in ihm, Jesus
Christus, ist uns ein neues Wort Gottes geschenkt worden,
das Wort seiner Liebe.
Dieses Wort seiner Liebe war wohl schon im Alten Testament
vorhanden, aber noch nicht so offenbar. Und gegenüber dem
Wort der Liebe muß das Gesetz zurücktreten. Es hat seine
Bedeutung als Heilsweg für uns Menschen verloren.
Jesus Christus muß es sich eben gefallen lassen, als
Gotteslästerer, als Sabbatschänder, verschrieen zu werden,
als ein vor dem alten Wort Gottes, dem Gesetz, Ungehorsamer.
In dem Wort des heutigen Predigttextes weist er darauf hin,
daß er gerade aber durch das unerbittliche Eintreten für
Gottes neues Wort seiner großen Liebe zu uns Menschen seinem
Vater im Himmel gegenüber gehorsam ist.
"Die Welt soll erkennen, daß ich den Vater liebe und ich
tue, wie mir der Vater geboten hat."
Und durch dieses Wort will Jesus Christus seine Jünger auf
das, was kommt vorbereiten:
Verhöhnung, Verspottung, Leiden und schließlich der Tod.
Um uns Menschen nicht nur das Wort seiner Liebe zu
verkündigen, sondern diesen Weg sogar allen Widerständen zum
Trotz freizukämpfen, geht er in den Tod, und zwar aus
Gehorsam gegenüber seinem Vater im Himmel.
Paulus kann darum in seinem Brief an die Philipper sagen:
"Jesus Christus erniedrigte sich selbst und ward gehorsam
bis zum Tode, ja, bis zum Tode am Kreuz."
Wenn wir durch die Jahrhunderte der Geschichte der
christlichen KIrche gehen, dann müssen wir feststellen, daß
in allen Zeiten die große Gefahr besteht, wie damals im Volk
Israel, daß unser Glaube, auch unser christlicher Glaube, zu
einer Gesetzesreligion, einer Religion selbstgemachter
Frömmigkeit wird und es immer wieder neuer Wunder Gottes
bedarf, wenn die Kirche Jesu Christi zurückfinden soll zum
Worte Gottes der Liebe zu uns Menschen, erkämpft und
verkündigt durch Jesus Christus.
So war die Zeit der Reformation durch Marin Luther eine Zeit
des Durchbruchs des Evangeliums, der Verkündigung der Liebe
Gottes.
So scheint sich auch jetzt ganz im Verborgenen durch alle
Gesetzhaftigkeit der römisch-katholischen Kirche das
Evangelium von der Liebe Gottes Bahn zu schaffen. In der
Kirche der Adventisten ist von einem solchen Durchbruch des
Evangeliums inmitten aller Gesetzhaftigkeit noch nichts zu
merken.
Aber auch bei uns, als Gemeinde oder als einzelne, ist immer
die Gefahr vorhanden, den Weg des Evangeliums zu verlassen
und Knechte des Gesetzes zu werden, obwohl Paulus
verkündigt:
"Christus hat uns erlöst von dem Fluch des Gesetzes, da er
ward ein Fluch für uns."