1 Außergewöhnliche Gottesd.- 30
Lugar/Ort:Viale

Fecha/Datum:26/03/1961
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Brüderkonferenz
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Maleachi 1, 11
Skopus: Das Gebet um Hilfe ist die rechte Anbetung Gottes.
1 Außergewöhnl.Gottesd. 30 -Brüderkonf.-Maleachi 1,11
"Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang soll mein
Name herrlich werden unter den Heiden."

GEBET ALS ANBETUNG!
Gott, der Herr, hat ein Ziel mit uns Menschen. Dieses Ziel
heißt:
Alle Menschen vereinigen sich, um Gott anzubeten und zu
verherrlichen.
Alle Welt, ja, die ganze Schöpfung fällt vor ihm nieder, um
ihm allein die Ehre zu geben.
Der Schweizer Reformator Calvin hat zum Beispiel diese EHRE
GOTTES zum Mittelpuunkt seiner Verkündigung gemacht.
"GEBT UNSEREM GOTT DIE EHRE!"
Es ist dasselbe, was auch der Prophet Maleachi mit den
Worten zum Ausdruck bringt:
"Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang soll der Name
des Herrn herrlich werden unter den Heiden."
Nun wissen wir, daß heute noch nicht die ganze Schöpfung in
der Anbetung vor dem Schöpfer steht, um ihm allein die Ehre
zu geben. Das war damals bereits die Not des Propheten
Maleachi, daß nur ganz wenige Menschen Gott allein die Ehre
gaben, um ihm allein als den einen und wahren Gott
anzubeten. Wir Menschen suchen uns selbst irgendwelche
Objekte, die wir anbeten, denen wir die Ehre geben, die
allein Gott zusteht. Oft sogar beten wir Menschen uns selbst
an und geben uns selbst die Ehre, die allein Gott zusteht.
Aber mag es auch heute noch in der ganzen Welt so sein, daß
allen möglichen Gewalten und Herrschaften Ehre gegeben wird
und angebetet werden, mögen wir Menschen auch noch so groß
von uns selbst denken und uns selbst anbeten, es kommt die
Zeit und die Stunde, da alle Menschen mit der ganzen
Schöpfung vor dem einen und wahren Gott, vor Jesus Christus,
dem einen und wahren König, werden niederfallen müssen, um
ihn allein anzubeten, ihm allein die Ehre zu geben, entweder
in großer Freude oder zähneknirschend in Wut. Wie singen wir
in einem neueren Lied?:
"Jesus Christus, König und Herr,
sein ist das Reich,
die Kraft, die Ehr.
gilt kein anderer Name,
heut und ewig. Amen.
In des Jüngsten Tages Licht,
wenn alle Welt zusammenbricht,
wird zu Christi füßen,
jeder bekennen müssen:
Jesus Christus, König und Herr,
sein ist das Reich, die Kraft, die Ehr,
gilt kein Anderer Name,
heut und ewig. Amen."
Am Ende der Tage also wird es Wirklichkeit werden, was Gott
uns durch den Propheten Maleachi sagt:
"Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang, soll mein
Name herrlich werden unter den Heiden."
Dann werden auch wir erst in der ganzen Vollkommenheit
lernen, was rechte Anbetung Gottes ist, was es heißt, in
rechter Weise Gott allein die Ehre zu geben.
Wir brauchen nur einmal die Offenbarung zu lesen, um eine
Ahnung zu bekommen, was rechte Anbetung am Ende der Tage
bedeutet. Allerdings will Gott heute schon angebetet werden
als der eine und wahre Gott des Himmels und der Erde, und
zwar von seinen Kindern, von denen, die zu ihm gehören, von
denen, die das ganze Heil angenommen haben, daß Gott uns in
seinem Sohn Jesus Christus geschenkt hat.
So sind wir alle miteinander aufgerufen, du und ich, Gott
allein anzubeten, ihm allein die Ehre zu geben, denn wir, du
und ich, sind doch solche Menschen. die Gottes Kinder sind
oder wenigbstens sein wollen. Oder wenn wir es noch nicht
sein sollten, so sind wir auch heute wieder eingeladne, die
ausgestreckte Hand Gottes zu ergreifen, die uns zu ihm
ziehen will.
Wie können wir heute Gott anbeten und ihn verherrlichen und
ihm die Ehre geben?
Wenn es auch nicht so geschehen kann, wie am Ende der Tage,
so gibt es doch diese Möglichkeit, daß Gottes Name
verherrlicht und angebetet wird durch uns, schon heute. Gott
selbst hat uns diese Möglichkeit gegeben, seinen Namen
mitten unter uns zu verherrlichen, ihn anzubeten, ihm die
Ehre zu geben.
Welche Möglichkeiten hat Gott selbst uns gegeben?
Gott hat uns die Möglichkeit des Gespräches mit ihm gegeben.
Diese Möglichkeit des Gespräches mit Gott hat im letzten
Grunde einen einzigen Sinn:
Im Gebet dürfen wir Gott um Hilfe bitten, für uns, aber in
besonderer Weise für andere.
Er hat uns das feste Versprechen gegeben, daß er unser Gebet
nicht nur anhören will, sondern sogar uns die Hilfe geben
will, um die wir bitten.
Gott beten wir dann in rechter Weise an, geben ihm in
rechter Weise die Ehre, verherrlichen wir vor aller Welt
seinen Namen, wenn wir immer und immer wieder diese
Möglichkeit des Gebets auch ausnutzen, um Gott um Hilfe für
uns und für andere zu bitten.
Eine große Schar von Betern, die Gott ihre Not
entgegenschreit und ihn um Hilfe bittet, ist die rechte
Verherrlichung seines Namens vor aller Welt.
Eine Schar von Betern, die mit leeren Händen vor Gott stehen
und von ihm alles erwarten und von ihm alles für ihr inneres
und äußeres Leben erbitten, ist eine Schar von Menschen, die
Gott in rechter Weise anbeten.
Durch solches Beten geben wir Gott allein die Ehre,
verherrlichen wir seinen heiligen Namen.
Solche Gebete, in denen wir Gott um seine Hilfe für uns und
fúr andere bitten, sind vor Gott ein lieblicher Geruch eines
wohlgefälligen Opfers.
Die beste Anbetung unsers Gottes geschieht dadurch, daß wir
Gott um Hilfe bitten. Die größte Verherrlichung seines
Namens heute geschieht dadurch, daß wir unter Anrufung
dieses Namens GOTT im Gebet unsere leeren Hände
entgegegnstrecken, damit er sie uns fülle mit dem, was wir
brauchen, und mit dem, was unser Nächster braucht.
Die höchste Ehre geben wir unserem Gott, wenn wir durch die
offene Tür unseres Gottes immer und immer wieder zu ihm
gehen, um uns von ihm reich beschenken zu lassen.
Dieses ist damit gemeint, wenn wir uns am heutigen Abend mit
dem GEBET ALS ANBETUNG beschäftigen wollen.
Dadurch entgehen wir auch der Gefahr, daß wir unter Anbetung
dasselobe verstehen, wie im Heidentum, wie die Menschen, die
ihre Götter und Götzen anbeten.
Da diese Menschen ahnen, daß ihre Götzen ihnen trotz ihrer
Bittgebete doch nicht helfen können, versuchen sie ihre
Hoffnungslosigkeit zu verbergen unter äußeren
Anbetungszeremonien. Es wird dabei genau vorgeschrieben, in
welcher Weise besondere Anbetungsgebete gesprochen werden,
bei den einen muß geweint und gewimmert werden, bei den
anderen fällt der Beter in ein krankhaftes histerisches
Schreien oder lallt so leise, daß ihn die anwesenden
Mitbeter nicht verstehen können. Andere wiederum schweigen
vollständig.
Je stärker diese Besonderheiten zum Ausdruck kommen, um so
besser wird die Gottheit angebetet, so meinen es die
Götzenanbeter.
Immer wird jedenfalls bei solchen heidnischen
Anbetungsgebeten die Stimme verstellt und werden Worte
gebraucht, die man sonst im alltäfglichen Leben nicht
gebraucht.
Zum großen Glück haben wir als Christen solches äußere Getue
nicht nötig. Wir können vor Gott treten als normale Menschen
und ihm unsere Not sagen und ihn um Hilfe bitten, so wie uns
der Schnabel gewachsen ist, so wie wir auch mit unserem
Nachbarn sprechen wúrden.
Rechte Anbetung geschieht durch uns ausschließlich und
allein dann, wenn wir uns im Gebet oft, immer und immer
wieder aufs neue, im Gebet zu Gott wenden und ihn um Hilfe
bitte für uns und für andere Menschen.
Wollen wir nicht so rechte Anbeter Gottes werden?
Wir werden dazu auch heute eingeladen. Wie herrlich wäre es,
wenn wir hier alle miteinander Menschen wären, die ihre Hand
Gott entgegenstrecken, um ihn um Hilfe zu bittem und um ihn
dadurch in rechter Weise zu ehren, um ihn dadurch anzubeten,
um dadurch seinen Namen zu verherrlichen.
Wer heute in dieser Weise Gott anbetet, wird dann am Ende
der Tage zu denen gehören, die Gott mit neuen Zungen in
einer noch nie dagewesenen Weise mit der größten Freude
anbeten werden.
Gott schenke es uns, daß wir solche wahren Anbeter jetzt und
am Ende der Tage sein werden.
"Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang soll mein
Name herrlich werden unter den Heiden, sagt Gott, der Herr."