1 Außergewöhnliche Gottesd.- 15
Lugar/Ort:Hernandarias

Fecha/Datum:26/08/1956
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Camarero, 20-1-1957
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Konfirmation
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:2. Korinther 5, 20
Skopus: Durch Jesus Christus zeigt Gott seine Liebe zu uns
1 Außergwöhnl.Gottesd. 15 -Konf.-2.Kor.5,20
"Lasset euch versöhnen mit Gott."

Wir stehen nun am Ende einer kurzen Zeit, in der wir
versuchten, zu hören und zu lernen und wir versuchten es
auch hier im Hause gemeinsam zu erleben, was es heißt, ein
evangelischer Christ zu sein.
Selbstverständlich ist diese Zeit viel zu kurz, um auch nur
einen kleinen Blick hineinzutun in die vielen Schätze, die
Gott für uns als seine Kinder bereitliegen hat. Er wartet
nur darauf, daß wir sie auch annehmen und empfangen.
Wenn aber diese Zeit auch nur kurz war, so soll doch mit
aller Klarheit gesagt werden, unseren evangelischen Glauben
können wir nicht in 14 Tagen, aber auch nicht in 2 Jahren
lernen.
Wenn es auch nötig war, in dieser Zeit des Beisammenseins
die Gebote und das Glaubensbekenntnis und das Vaterunser,
die Bedeutung der Taufe und des Abendmahls und viele Lieder
zu lernen, sodaß uns vielleicht am Abend der Kopf weh tat,
so muß doch ganz klar gesagt werden, daß wir den
evangelischen Glauben nicht erlernen können.
Es kann vielleicht einer unter uns sein, der den ganzen
Katechismus wirklich gut gelernt hat und auswendig hersagen
kann, aber wenn gefragt werden würde, ob er ein
evangelischer Christ sei, dann müßte deutlich gesagt werden:
Nein und nochmals nein.
Ja, was ist es denn um unseren evangelischen Glauben, den
wir nicht in einer kurzen und nicht in einer langen Zeit
erlernen können?
Unseren Glauben können wir nicht erlernen, weil Gott, der
Herr, es ganz persönlich mit einem jeden einzelnen von uns
zu tun hat.
Was unseren evangelischen Glauben ausmacht, ist
zusammengefaßt in den Worten des Apostels Paulus an die
Korinther:
"Lasset euch versöhnen mit Gott!"
Sa geht es einmal um die Tatsache, daß wir als Menschen von
Gott weggelaufen sind, wir alle miteinander, auch ihr schon
als Kinder.
Wer will noch hören auf das, was Gott uns sagt, wenn wir
schon oft nicht hören können auf das, was uns unsere Eltern
sagen.
Wie oft seid ihr vor dem Konfirmandenunterricht schon im
Gottesdienst gewesen?
Und wie versagten wir erst recht, wenn es darum ging, Gottes
Wort nicht nur zu hören, sondern auch zu gehorchen, das
heißt auch im Alltag nach Gottes Wort zu leben. Von 12
Kindern war ein Kind, das sagen konnte, bei uns zu Hause
beten Vater und Mutter, wenn wir essen. Wie weit ist es
schon mit unserem christlichen Glauben gekommen?!
Unser Gott ist nicht ein Sonntagsgott, nein, sondern der
Herr deines ganzen Lebens, alle Tage deines Lebens.
Aber wir als Menschen haben Gott von Anfang an, mit Adam und
Eva begann es, Gott aus unserem wirklichen Leben fortgejagt.
Wir alle miteinander wollen von ihm nichts wissen.
Das Ende hätte sein müssen für uns alle, daß Gott uns in
seinem Zorn zusammenschlägt und wir keine Minute länger mehr
leben dürften.
Da in unserem Elend und in unserer Not als zum Tode
verurteilte Menschen hatte Gott ein großes Erbarmen mit uns.
Er wollte nicht, daß wir solche verdammten Menschen bleiben.
Er sandte seinen Sohn Jesus Christus auf diese Erde mitten
unter uns. Dieser zeigte an, was es heißt, als Mensch
gehorsam zu sein. Er tat den Willen des Vaters. Er trat aber
auch vor seinen Vater und bat ihn, daß er nicht uns, dich
und mich, verdammen und veruteilen möchte, sondern für uns
wollte er, der Sohn Gottes, der seinem Vater treu und
gehorsam blieb, verdammt und verurteilt werde.
So erlitt Jesus Christus für dich und fúr mich den
Verbrechertod am Kreuz auf Golgatha.
Das bedeutet nun für uns, daß Gott uns nicht nicht mehr
verdammt und verurteilt, sondern das bedeutet, daß wir
wieder Gottes Kinder sind.
Der große Streit zwischen Gott und uns, der mit unserem
zeitlichen und ewigen Tode hätte enden müssen, ist vorbei.
Jesus Christus hat uns mit seinem Leiden und Sterben
versöhnt. Es besteht nun zwischen uns und Gott kein Krieg
mehr, sondern Friede.
Hört ihr es als Konfirmanden, hört ihr es als Gem einde, IHR
SEID GOTTES KINDER!
Christsein, zur evangelischen Kirche zu gehören, heißt nun,
daß wir wissen, ja, mir hat Gott meinen Ungehorsam vergeben,
sein Sohn Jesus Christus ist für mich gestorben und wir
jubeln dürfen und können:
Ich bin Gottes Kinde, Er hat mich liueb."
Wer das sagen kann unter euch Konfirmanden, wer das sagen
kann unter uns, der hat das erfahren, was der Apostel Paulus
schreibt:
"Lasset euch versöhnen mit Gott!"
Spüren wir es nicht alle, daß man diese Fröhlichkeit, Gott
hat mich lieb, nicht lernen kann, nicht in 2 Wochen und auch
nicht in 2 Jahren, sondern ausschließlich und allein dadurch
werden wir Christen, daß wir uns vom Vater im Himmel an die
Hand nehmen und uns seine Liebe schenken lassen:
"Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst, ich habe
dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein."
Wenn wir gleich unser Bekenntnis zu Jesus Christus sprechen,
dann wissen wir von vornherein, daß viele von euch dieses
Bekenntnis doch noch nicht recht verstanden haben und auch
noch nicht sprechen können, Gott hat mich versöhnt, so
bitten wir als Gemeinde, aber auch als Eltern Gott den Herrn
darum, daß es einmal Wirklichkeit wird, daß auch ihr als
fröhliche Christen durch dieses Leben geht, weil ihr
persönlich mit Gott verbunden seid, weil ihr es fröhlich
wisset, Jesus Christus hat auch uns mit Gott versöhnt, mein
persönlicher Krieg gegen Gott ist zu Ende, er ist jetzt mein
Freund.
Und wenn ihr gleich zum Heiligen Abendmahl geht, dann sollt
ihr daran denken, daß, so wahr, wie ihr das Brot im Munde
kaut und so wahr, wie euch der Wein über die Zunge rinnt, so
wahr hat Jesus Christus euch mit Gott versöhnt, so wahr ist
jeder einzelne von euch Gottes Kind.
"Lasset euch versöhnen mit Gott."