1 Außergewöhnliche Gottesd.- 07
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:02/03/1958
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Konfirmation
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Lukas 9, 57-62
Skopus: Wir werden zur Nachfolge Jesu aufgerufen.
1 Außergewöhnl.Gottesd. 7 -Konfirmation-Lukas 9,57-62
"Und sie gingen in einen anderen Markt. Es begab sich aber,
da sie auf dem Wege waren, sprach einer zu ihm: Ich will dir
folgen, wo du hin gehst. Und Jesus sprach zu ihm: Die Füchse
haben Gruben, und die Vögel unter dem Himmel haben Nester;
aber des Menschen Sohn hat nicht, da er sein Haupt hin lege.
Und er sprach zu einem anderen: Folge mir nach! Der sprach
aber: Herr, erlaube mir, daß ich zuvor hingehe und meinen
Vater begrabe. Aber Jesus sprach zu ihm: Laß die Toten ihre
Toten begraben; gehe du aber hin und verkündige das Reich
Gottes. Und ein anderer sprach: Herr, ich will dir
nachfolgen; aber erlaube mir zuvor, daß ich einen Abschied
mache mit denen, die in meinem Hause sind. Jesus aber
sprache zu ihm: Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht
zurück, der ist nicht geschickt zum Reiche Gottes."

Hinter uns liegen 3 Wochen Konfirmanden-Unterricht. Wir
lasen die Heilige Schrift und versuchten, sie zu verstehen.
Wir lernten den Katechismus, der den Inhalt der Heiligen
Schrift in einer kurzen und knappen Form zusammengefaßt
enthält. Wir sangen aber auch viele von unseren schönen
Kirchenliedern, an denen wir die Freude spürten, die die
Menschen durch ihren christlichen Glauben durch alle Zeiten
hindurch geschenkt bekommen hatten.
Vielleicht ist es uns gelungen, in diesem Unterricht einen
Überblick darüber zu bekommen, was unsere Väter, Großväter
und Urgroßväter in ihrer evangelischen Kirche auch schon
geglaubt haben.
Manches von dem, was wir gelesen, gehört und gelernt haben,
werden wir bald vergessen haben, manches aber wird
vielleicht mit uns gehen durch unser ganzes Leben.
Allerdings ist mit diesen Sätzen noch in keinster Weise
gesagt, worum es bei unserem Hören, Lesen und Lernen
eigentlich ging.
Worum ging es in diesen 3 Wochen?
Es ging darum, da wir den Mittelpunkt unseres christlichen
Glaubens erkannten, der JESUS CHRISTUS heißt.
Es ging darum, daß wir in diesem Unterricht diesem Jesus
Christus begegneten, der der Herr unserer Kirche und dein
und mein Heiland ist.
Das war also der Sinn und die Aufgabe dieser Lehre, daß wir
spüren sollten,
Jesus Christus steht vor uns und ruft uns.
Wenn uns diese Begegnung mit Jesus Christus geschenkt wurde,
sodaß jeder einzelne von uns im Unterricht gespürt hat,
Jesus ruft auch mich, dann ist diese Begegnung das Größte
und Beste und Schönste des ganzen Unterrichts gewesen.
An dem heutigen Tage wollt ihr doch durch die Konfirmation
volle Glieder unserer evangelischen Kirche werden.
Christen sind aber immer Menschen, denen Jesus Christus
begegnet ist und die seinen Ruf gehört haben:
"Folge mir nach!"
Jesus Chgristus stand also alle Tage in den letzten Wochen
vor euch als Konfirmanden und hat euch zugerufen:
Folge auch du mir in deinem Leben nach! Sei mein Jünger! Sei
ein gutes und treues Glied meiner Kirche!
Hier in unserem Text geht es in der gleichen Weise darum,
daß Jesus Christus Menschen begegnet und sie in seine
Nachfolge ruft.
Da ist ein junger Mensch, der schon viel von diesem Jesus
gehört hat. In ihm hat ein Feuer der Begeisterung für Jesus
Christus angefangen, zu brennen.
Und nun sehen wir, wie er zu Jesus eilt und sich selbst
anbietet:
"Ich will dir folgen, wo du hingehst!"
Ist das nicht ein feiner junger Mensch, der in seiner großen
Begeisterung hinter Jesus her gehen möchte?
Eigentlich könnte Jesus mit ihm sehr froh und glücklich
sein.
Solche Menschen, die mit solch einer Begeisterung Jünger
Jesu sein wollen, wie dieser junge Mann, sind sehr sehr
selten.
Ihr, die ihr gleich vor dem Angesichte Gottes euren Glauben
an Jesus Christus bekennen wollt, ihr habt ja damit auf den
Befehl Jesus:
"Folge mir nach!"
die Antwort:
Ja, Herr, ich komme auch.
Allerdings könnte ich es mir schlecht vorstellen, daß es
einen unter euch 2o gäbe, der diese Begeisterung für Jesus
hätte, wie dieser junge Mensch in unserer Geschichte.
Das ist aber auch nicht so schlimm, denn Jesus Christus
traut dieser Begeisterung des jungen Mannes so recht nicht.
Jesus erinnert ihn daraun, daß er sich bestimmt täusche,
wenn er meine, daß das Leben als Christ nur Freude und Glück
bedeute.
Wer hinter Jesus hergeht in seinem Leben, hat manche Not,
manchen Ärger und manche Qualen durchzustehen, wie Jesus
auch. Der Jünger Jesu ist nicht mehr als sein Herr. Und
mußte Jesus Christus leiden, so muß der Christ um seines
Glaubens willen auch viel Leid und Spott und Hohn ertragen:
"Die Füchse haben Gruben, die Vögel unter dem Himmel haben
Nester, aber des Menschen Sohn hat nicht, da er sein Haupt
hin lege."
Jesus malt also in keinster Weise diesem Menschen ein
wunderschönes und herrliches Paradies vor die Augen, damit
er ja sein Jünger werde, sondern er zeigt ihm den grauen
Alltag eines Christen mit seinen dunklen Schatten.
Ein Mensch soll, bevor er ein Christ wird, bedenken, daß er
nicht ein gutes Leben auf Erden versprochen bekommt, sondern
mit Jesus zusammen manche besondere Not durchzustehen hat.
Wir wissen nicht, was dieser junge Mensch auf die Antwort
hin gemacht hat. Ob die Begeisterung weggeflogen ist,
nachdem ihm gesagt worden ist, wie der graue Alltag auch
eines Christen aussieht, oder ob er nicht doch mit ihm
gegangen ist.
Jedenfalls hätte er es trotz mancherlei Nöte nie bereut,
sondern er hätte auch in aller Not Wunder auf Wunder erlebt.
Es ist gut, wenn wir als Christen ganz nüchtern unser Leben
als Christen betrachten, aber laßt uns dabei nicht
vergessen, daß Jesus Christus uns trotzdem nie verläßt.
Haben wir ihn, dann haben wir alles, wofür es sich lohnt zu
leben.
Auf seinem Wege durch das Land sieht Jesus einen anderen
Menschen und da ruft er ihm zu:
"Folge mir nach!"
Dieser Mensch war nicht voll Begesiterung. Er ist nicht von
sich selbst gekommen und er hat sich Jesus nicht selbst
angeboten, sondern Jesus ist auf diesen jungen Mann
zugegangen und hat sich vor ihn gestellt und ihn gefragt:
Wie ist es mit dir, willst du auch mein Jünger sein und mit
mir durch das Leben gehen?
Wir spüren es aus der Antwort, daß dieser Mensch durchaus
bereit ist, als ein Christ über diese Erde zu gehen. Er ist
durchaus überzeugt, daß es schon eine gute Sache ist, zur
Gemeinde Jesu Christi zu gehören.
Allerdings eines erkennt er nicht an. Er will es nicht
glauben, daß die Frage, ob wir Jesus nachfolgen wollen, die
wichtigste Frage im Leben eines Menschen ist.
Er ist genauso, wie der dritte, mit anderen wichtigen Fragen
des menschlichen Lebens beschäftigt. Dieser will noch zuerst
seinen Vater begraben und der dritte will zuerst noch sich
von mseinen Lieben verabschieden. Und wer wollte es
bestreiten, daß das nicht wichtige Dinge seien, die diese
beiden jungen Menschen vorher noch erledigen wollen?!
Jesus leugnet nicht die Wichtigkeit ab, aber er sagt dann
mit aller Deutlichkeit, wenn es um unser Christsein geht und
um unser Heil durch Jesus Christus, dann haben alle Dinge
unseres Lebens zurückzustehen, mögen sie dann noch so
wichtig sein wie die Beerdigung des eigenen Vaters oder die
eigene Familiengemeinschaft.
Wenn es darum geht, eine Entscheidung zu fällen:
Entweder Jesus Christus oder die Beerdigung des eigenen
Vaters oder die eigene Familie, sei es der Mann oder die
Frau oder die Kinder, wenn es darum geht, entweder Jesus
Christus oder der gute Beruf oder das gute Geschäft oder ein
ruhiges Leben, dann hat die Entscheidung für Jesus Christus
an erster Stelle zu stehen.
Ihr als Konfirmanden werdet heute gefragt, ob ihr in eurem
Leben immer so entscheiden wollt, daß Jesus Christus den
Vorrang hat vor allen anderen Dingen dieses Lebens.
Und wir als Erwachsene werden daran erinnert, daß wir bei
unserer Konfirmation uns auch verpflichtet hatten, den
Glauben an Jesus Christus an die erste Stelle zu setzen in
unserem Leben. Und im Angesichte unserer Kinder werden wir
gefragt, ob wir unser Konfirmations-Versprechen gehalten
haben in unserem Leben? Könnte ich auf die Frage eines
Konfirmanden nach einem Menschen, der sich an das
Konfirmations-Gelübde gehalten hat, sagen: Da schaue deinen
Vater oder deine Mutter an?!
Laßt uns darum als Gemeinde dieses Konfirmations-Gelübde mit
unseren Konfirmanden, die es zum ersten Male sprechen,
erneuern und versprechen, daß wir fortan auf die Frage, ob
wir Christen sein wollen in allen Dingen unseres Lebens?
antworten: Ja, ich will es, mit Gottes Hilfe und will
hingehen und es auch tun!