1 Außergewöhnliche Gottesd.- 06
Lugar/Ort:Camarero

Fecha/Datum:19/02/1961
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Reffino, 20-1-1963
Aldea Protestante, 27-2-1966
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Konfirmation
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Matthäus 25, 1 - 13
Skopus: Wohin geht unsere Reise?
1 Außergewöhnl.Gottesd.6 -Konfirmation-Matthäus 25,1-13
"Dann wird das Himmelreich gleich sein zehn Jungfrauen, die
ihre Lampen nahmen und gingen aus, dem Bräutigam entgegen.
Aber fünf unter ihnen waren töricht, und fünf waren klug.
Die törichten nahmen ihre Lampen; aber sie nahmen nicht Öl
mit sich. Die klugen aber nahmen Öl in ihren Gefäßen samt
ihren Lampen. Da nun der Bräutigam verzog, wurden sie alle
schläfrig und schliefen ein. Zur Mitternacht aber ward ein
Geschrei: Siehe, der Bräutigam kommt; gehet aus, ihm
entgegen! Da standen die Jungfrauen alle auf und schmückten
ihre Lampen. Die törichten aber sprachen zu den klugen: Gebt
uns von eurem Öl, denn unsere Lampen verlöschen. Da
antworteten die klugen und sprachen: Nicht also, auf daß
nicht uns und euch gebreche; gehet aber hin zu den Krämern
und kaufet für euch selbst. Und da sie hingingen, zu kaufen,
kam der Bräutigam; und die bereit waren, gingen mit ihm
hinein zur Hochzeit, und die Tür ward verschlossen. Zuletzt
kamen auch die anderen Jungfrauen und sprachen: Herr, Herr,
tu uns auf! Er antwortete aber und sprach: Wahrlich ich sage
euch: Ich kenne euch nicht. Darum wachet; denn ihr wisset
weder Tag noch Stunde, in welcher des Menschen Sohn kommen
wird."

Wir stehen heute hier in der Kirche in einer wichtigen
Angelegenheit vor Gottes Angesicht. Diese jungen Menschen
wollen ein Bekenntnis ablegen. Von Jugendauf, so wollen wir
es hoffen, haben sie durch ihre Eltern und durch andere
Familienangehörige von Jesus Christus gehört. Und in den
letzten Wochen sind sie in abschließender Weise in unserem
evangelischen Glauben unterrichtet worden.
Wenn wir auch wissen, daß diese Kenntnis, die unsere
Konfirmanden von unserem Glauben an Jesus Christus haben,
nur sehr begrenzt ist und vieles wegen ihres jugendlichen
Alters noch unverständlich bleibt, so ist doch die Grundlage
geschaffen, auf dem sich unsere evangelischer Glaube jetzt
aufbauen kann.
Und nun soll ihr Lebensweg ein Weg sein, immer näher zu
Jesus Christus hin.
Der heutige Tag mit dem Treuebekenntnis zu Jesus Christus,
mit der Bereitschaftserklärung:
Ja, ich will mich auf den Weg machen hin zu Jesus Christus!
soll nur der Anfang sein. Und das Ziel, das jeder Konfirmand
erreichen darf, das Ziel, auf das wir alle miteinander
zugehen, lautet:
In enger Verbindung mit Jesus Christus sein Leben zu führen
und im Gehorsam gegen sein Wort zu stehen und schließlich am
Ende der Tage mit ihm einzugehen in die ewige Freude und
Herrlichkeit.
Wir als die Erwachsenen, die sich bereits auf diesem Wege
immer näher hin zu Christus befinden, sind aufgerufen,
diesen jungen Menschen auf ihrem Wege als evangelische
Christen zu helfen.
Was bedeutet das, daß wir uns auf dem Wege NÄHERZUCHRISTUS
befinden?
Es bedeutet einmal, in enger Verbindung mit Christus sein
Leben zu führen, das heißt, auf sein Wort zu hören immer und
immer wieder, da, wo es gehört werden will, in den
Gottesdiensten der Gemeinde, oder beim Lesen der Heiligen
Schrift oder beim Singen unserer Kirchenlieder.
Wir werden aufgefordert, jeden Tag aufs neue unsere Hände
zum Gebet zu falten, uns immer wieder aufs neue die
Vergebung unserer Schuld zusprechen zu lassen, ebenfalls das
Geschenk unseres Heilandes, das Heilige Abendmahl, bei jeder
sich bietenden Gelegenheit dankbar entgegenzunehmen. Sich
auf den Weg NÄHERZUCHRISTUS hin zu befinden, bedeutet aber
auch zum anderen:
In allen Entscheidungen des Lebens nicht nur auf das zu
hören, was unser Herr sagt, sondern seinem Worte gehorsam zu
sein. Je weiter wir uns noch von Jesus Christus entfernt
befinden, desto weniger denken wir daran, das zu tun, was er
uns zu tun befiehlt. Je näher wir aber bei ihm stehen, desto
williger werden wir aus uns selbst heraus, seinem Worte
gehorsam zu sein, nach seinem Willen unser Leben zu führen.
Zum dritten bedeutet aber auch das Nähersein bei Christus
die große Freude, daß wir einmal am Ende unserer Tage, am
Ende der Tage unserer Welt, eingehen dürfen in die ewige
Herrlichkeit. Je näher wir bei Jesus Christus stehen, desto
weniger werden wir von der Sorge und Angst herumgetrieben
über das, was morgen sein wird, desto freudiger gehen wir an
der Hand Jesu in die Zukunft hinein.
Liebe Gemeinde, wir als die Erwachsenen befinden uns bereits
auf diesem Wege NÄHERZUCHRISTUS hin und es ist gut, immer
wieder zu prüfen, ob wir wirklich unserem Herrn näher kommen
oder ob wir uns vielleicht sogar immer weiter bereits
entfernt haben.
Und liebe Konfirmanden, ihr wollt jetzt diesen Weg mit eurem
Bekenntnis zu Jesus Christus beginnen, anfangen. Möchte es
euch doch wirklich gelingen, immer näher zu Jesus Christus
zu kommen.
Warum habe ich diesne Stoßseufzer zum Ausdruck gebracht?
Weil wir in unserem Gleichnis von den 10 Brautjungfern etwas
gehört haben, was uns traurig stimmt.
Eine Schar von jungen Menschen hat sich in diesem Gleichnis
auf den Weg gemacht, um immer näher zu Jesus Christus zu
kommen. Diese Tatsache wird uns im Bilde einer
Hochzeitsfeier in der Weise, wie sie damals in Palästina
üblich war, geschildert.
Und was geschieht mit diesen jungen Menschen, die sich auf
dem Wege hin zu Jesus Christus befinden?
Nur die Hälfte dieser jungen Menschen erreicht das Ziel und
darf eingehen in die ewige Freude und Herrlichkeit. Und von
den anderen heißt es, daß ihnen die Tür vor ihren Augen
zugeschlossen wird und sie können nur noch die Stimme des
Herrn hören:
"Wahrlich ich sage euch: Ich kenne euch nicht!"
Diese Tatsache, daß nur ein Teil das Ziel erreicht hat
GANZNAHEBEIJESUS zu sein, obwohl sie alle den festen Willen
hatten, dieses Ziel zu erreichen, bringt uns in ein banges
Fragen über euch, die ihr jetzt anfangen wollt, Jesus
Christus näher entgegenzugehen.
Werdet ihr alle das Ziel eures Lebens erreichen oder wird
Jesus Christus auch einigen von euch die Tür zum ewigen Heil
zuschließen und ihnen dann zurufen:
"Ich kenne euch nicht!"
Aber aucb wir, die wir schon im Alter vorgeschritten sind,
bei denen der Anfang des Weges hin zu Jesus Christus weit
zurück liegt, auch wir werden gefragt, sind wir auf diesem
Wege bereits wirklich ein Stück näher zu Jesus Christus
gekommen, oder haben wir uns noch weiter von ihm entfernt?
Gehören wir zu denen, die in das Reich der ewigen Freude und
Herrlichkeit eingelassen werden oder wird vor unseren Augen
die Türe zugeschlossen und wir werden nur noch die Stimme
des Herrn hören können:
"Wahrlich ich sage euch: Ich kenne euch nicht!"?
Als eine christliche Gemeinde haben wir uns gegenseitig zu
helfen auf unserem Wege hin zu Jesus Christus.
In ganz besonderer Weise gilt es im Angesichte dieser
Konfirmanden, daß wir alle ihnen, die jetzt durch ihr
Bekenntnis anfangen, sich bewußt auf den Weg zum Herrn zu
begeben, mit Rat und Tat und Hilfe zur Seite zu stehen. Die
größte Hilfe können wir ihnen besonders dadurch geben, daß
wir zusammen mit ihnen gehen, daß sie an unserm eigenen
persönlichen Leben sehen, wie ein Mensch näher und dichter
an Jesus Christus herankommen kann.
Ein gutes Vorbild von erwachsenen Menschen hat schon manchen
jungen Menschen zurecht geholfen.
So ist dieser Text eine Einladung an uns, Konfirmanden und
Gemeinde, alles daranzusetzen, daß wir im Gericht Gottes zu
den Klugen und nicht zu den Dummen gehören, daß uns die Tür
zur ewigen Herrlichkeit aufgeschlossen und nicht
zugeschlossen wird. Laßt uns immer daran denken, daß wir
Wanderer sind, Wanderer zu Jesus Christus und laßt uns nie
müde werden, uns gegenseitig auf diesem Wege zu helfen.
Wie singt ein Liederdichter:
"Mein Leben ist ein Pilgrimstand,
ich reise nach dem Vaterland,
nach dem Jerusalem,
das droben Gott selbst
als eine feste Stadt
auf Bundesblut gegründet hat;
da werd ich meinen Gott stets loben.
Mein Leben ist ein Pilgrimstand,
ich reise nach dem Vaterland."