1 Außergewöhnliche Gottesd.- 05
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:23/02/1964
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Reffino, 28-2-1965 -deutsch-
Diamante, 25-10-1964 -spanisch-
Paraná, 2o-12-1964 -spanisch-
Camarero, 17-1-1965 -spanisch-
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Konfirmation - Confirmación
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Matthäus 13, 47-50 - Mateo 13: 47-50
Skopus: Wer hilft uns im Gericht Gottes?
1 Außergewöhnl. Gottesd.5-Konfirmation-Matth. 13,47-50
"Abermals ist gleich das Himmelreich einem Netze, das ins
Meer geworfen ist, womit man allerlei Gattung fängt. Wenn es
aber voll ist, so ziehen sie es heraus an das Ufer, sitzen
und lesen die guten in ein Gefäß zusammen; aber die faulen
werfen sie weg. Also wird es auch am Ende der Welt gehen:
die Engel werden ausgehen und die Bösen von den Gerechten
scheiden. und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird
Heulen und Zähneklappen sein."

Heute ist ein wichtiger Tag für unsere Gemeinde. Junge
Menschen stehen inmitten unserer Gemeinde vor Jesus
Christus. Sie wurden zu Hause von ihren Eltern im
evangelischen Glauben erzogen. Und in den letzten Wochen
haben sie im Unterricht erfahren, was denn der Glaube an
Jesus Christus bedeutet und wie er im Leben eines Menschen
verwirklicht werden kann.
Was wollen nun diese jungen Menschen hier?
Sie wollen vor Jesus Christus treten und bekennen:
Auch ich gehöre zu dir. Auch ich möchte dein Jünger, deine
Jüngerin sein.
Warum ist das so etwas Großes und Herrliches, ein Jünger
Jesu sein zu dürfen?
Auf diese Frage bekommen wir in unserem Gleichnis vom
Fischnetz in einem Bilde eine Antwort.
Fischer kommen von einem Fischfang nach Hause. Sofort geht
es ans Auslesen, ans Sortieren. Die ungenießbaren Fische
werden weggeworfen.
In diesem Bilde vom Fischnetz geht es um das Endgericht
Gottes über uns Menschen.
Jesus Christus sagt damit:
"Irret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten, denn was
der Mensch säet, das wird er auch ernten."
Jeder Mensch wird einmal vor dem Richtstuhl Gottes stehen
müssen, um sein Leben, das er hier gelebt hat, zu
verantworten. In unserem Gleichnis heißt es:
"Die Engel werden ausgehen und die Bösen von den Gerechten
scheiden und diese Bösen werden in den Feuerofen geworfen
werden, da wird sein Heulen und Zähneklappen."
Mit diesen bildlichen Worten wird ausgedrückt, daß die Bösen
auf ewig verdammt werden, unter dem Fluch Gottes stehen
werden.
Dieses furchtbare Gericht Gottes über die Bösen will uns in
eine heilvolle Unruhe bringen und will uns fragen, wie es
denn dabei mit uns steht?
Als gut und gerecht gilt doch der Mensch, der sein ganzes
Leben im Gehorsam gegen Gott und seine Gebote und seinem
Worte lebt.
Wir wissen aber auch, daß es keinen Menschen gibt, der das
von sich selbst sagen könnte.
Wir sind bis in das Innere unseres Menschseins so verdorben,
daß wir immer genau das Gegenteil tun von dem, was Gott von
uns haben will, von dem, was er von uns erwartet:
"Es ist keiner, der da vor Gott gut ist, auch nicht einer."
So heißt es in den Psalmen.
Aus diesem Grunde liegt über allen Menschen der Fluch
Gottes, die ewige Verdammnis. Und es wäre furchtbar, wenn
wir in Zeit und Ewigkeit unter diesem Fluche leben müßten.
Nun sagten wir am Anfang, daß es eine wunderbare und
herrliche Sache ist, ein Jünger Jesu Christi zu sein.
Warum dürfen wir uns denn so freuen, daß wir zu Jesus
Christus gehören, daß wir sein Eigentum sind?
Weil wir durch ihn von dem Fluche Gottes, der wegen unserer
Bosheit auf uns liegt, befreit wurden.
Wenn das unsere Konfirmanden in den vergangeneen Wochen
verstehen gelernt haben, daß Jesus Christus auch von ihnen
den Fluch Gottes weggenommen hat, dann kann es nicht anders
sein, als daß auch sie als fröhliche Menschen durch das
Leben gehen.
Und möchten auch wir als erwachsene Menschen es niemals
vergesen:
Jesus Christus hat uns befreit von dem Fluch Gottes, der auf
uns lag wegen unserer Bosheit und wegen unseres Ungehorsams
gegen Gott.
Wodurch hat er das getan?
Dadurch, daß er zu uns kam und unseren Fluch auf sich nahm.
Wie schwer ihm das geworden ist, können wir aus seinem
Schrei am Kreuz auf Golgatha erkennen, da er rief:
"Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich auch noch
verlassen?!"
Wer nun das annimmt, was Jesus Christus für ihn getan hat,
der wird von Gott nicht mehr verflucht und verdammt, sondern
der darf im Gericht Gottes bestehen bleiben und als ein vor
Gott guter Mensch in die ewige Herrlichkeit eingehen. Für
den, der an Jesus Christus glaubt, gilt nicht mehr der alte
Maßstab des göttlichen Gerichtes, der lautet:
Böse ist der, der nicht nach dem Willen Gottes lebt und gut
ist der, der alle Gebote hält.
Für den Christusgläubigen gilt der neue Maßstab des
göttlichen Gerichtes, der lautet:
Gut ist der Mensch, der glaubt, daß Jesus Christus durch
sein Leiden und Sterben den Fluch weggenommen hat, der auf
ihm lag.
Das ist für uns Menschen die einzigste Art, im Gericht
Gottes verschont zu bleiben, wie es in unserem Gleichnis vom
Fischnetz beschrieben wird:
"Das Blut Jesu Christi macht uns rein von alller Sünde."
Wenn ihr, liebe Konfirmanden, hier nun euren Glauben zu
diesem Jesus Christus bekennt, dann habt ihr bereits den
Schlüssel zum Himmelreich, zum Herzen des uns liebenden
Vaters im Himmel. Möchte es doch nie dazu kommen, daß ihr
beschließt, von Jesus Christus fortzugehen und damit den
Schlüssel zum Himmel wegzuwerfen und damit also wieder von
neuem unter dem Fluch Gottes zu stehen.
Dieses Gleichnis vom Fischnetz, vom Endgericht Gottes, will
euch, liebe Konfirmanden, davor warnen, jemals den Weg mit
Jesus Christus zu verlassen und eigene Wege zu gehen.
Jeder Weg eines Menschen ohne Jesus Christus, jeder Weg
eines Menschen nach seinem eigenen Kopf, endet im Verderben,
endet im Fluch Gottes, endet in der ewigen Verdammnis.
Auch wir, die wir bereits längere Zeit mit Jesus durch das
Leben gehen, werden daran erinnert, daß wir uns niemals
verführen lassen dürfen, von Jesus Christus fortzugehen. Wir
sollten bei allen Verführungsversuchen daran denken, daß der
Fluch Gottes auf uns lauert.
Lasset uns als eine Schar von Menschen, die Jünger und
Jüngerinnen Jesu Christi sein wollen, gegenseitig ermahnen,
aber auch helfen und stützen, daß wir alle einmal in die
ewige Herrlichkeit eingehen. Lasset uns aber in ganz
besonderer Weise unseren Konfirmanden mit Rat und Tat
helfend zur Seite stehen, damit sie den Weg, den zu gehen
sie heute anfangen wollen, in rechter Weise vollenden.
Die Gemeinde Jesu Christi, in die diese jungen Menschen
heute als vollwertige Glieder aufgenommen werden sollen, ist
ja eine Schar von Menschen, die sich auf dem Wege zur ewigen
Seligkeit befindet, begleitet von ihrem Herrn und Meister
Jesus Christus.
Wie heißt es in einem Kirchenlied:
"Jesum laß ich nicht von mir,
geh ihm ewig an der Seiten;
Christus wird mich für und für
zu der Lebensquelle leiten.
Selig, wer mit mir so spricht:
Meinen Jesum laß ich nicht."