-6-Kirchenj. bis Ewigkeitssonntag 48
Lugar/Ort:Meroú - Friedhof -

Fecha/Datum:01/11/1979
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Grabschental, 23-11-1980-
Aldea Protestante, 23-11-1980
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Ewigkeitssonntag
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Matthäus 25, 1-13
Skopus: Gehören wir zu der Gruppe der klugen Jungfrauen?
"Dann wird das Himmelreich gleich sein zehn Jungfrauen, die
ihre Lampen nahmen und gingen aus, dem Bräutigam entgegen.
Aber fünf unbter ihnen waren töricht, und fúnf waren klug.
Die törichten nahmen ihr eLampen; und sie nahmen nicht Öl
mit sich. Die klugen aber nahmen Öl in ihren Gefäßen samt
ihren Lampen. Da nun der Bräutigam verzog, wurden sie alle
schläfrig und schliefen ein. Zur Mitternacht aber ward ein
Geschrei: Siehe, der Bräutigam kommt; gehet aus, ihm
entgegen! Da standen diese Jungfrauen alle auf und
schmückten ihre Lampen. Die törichten aber sprachen zu den
klugen: Gebt uns von eurem Öl, denn usnere Lampen
verlöschen. Da antworteten die klugen und sprachen: Nicht
also, auf daß nicht uns und euch gebreche; gehet aber hin zu
den Krämern und kaufet für euch selbst. Und da sie
hingingen, zu kaufen, kam der Bräutigam; und die bereit
waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeiot, und die Tür ward
verschlossen. Zuletzt kamen auch die anderen Jungfrauen und
sprachen: Herr, Herr, tu uns auf!. Er antwortete aber und
sprach: Wahrlich, ich sage euch: Ich kenne euch nicht. Darum
wachet; denn ihr wissert weder Tag noch Stunde, in welcher
des Menschen Sohn kommen wird."
Das ganze Neue Testament ist erfüllt von dem, was sich in
der Zukunft durch Jesus Christus noch ereignen wird, die
Vollendung unseres Heiles, die Verwirklichung unserer
Menschlichkeit, so wie es sich bei unserer Erschaffung und
bei der Schöpfung der ganzen Welt Gott gedacht hat. Ein
Apostel hat das einmal so ausgedrückt:
"Wir aber warten eines neuen Himmels und einer neuen Erde,
in welcher Gerechtigkeit herrschen wird."
So sind wir als eine christliche Gemeidne und als eine
Kirche Jesu Christi eine Gemeinschaft mit Zukunft. Wir gehen
auf ein großes Ereignis noch zu.
Unser Gleichnis von den 10 Jungfgrauen will uns auf diese
eine bestimmte Realität des Reiches Gottes hinweisen, daß
alles darauf ankommt, diese Zukunft nicht zu versäumen,
sondern sogar sich auf sie vorzubereiten, eine Zukunft, die
ja die unsreige ist.
Wir sollen jederzeit bereit sein, den Herrn zu empfangen.
"Seid wachsam! Denn ihr wißt weder Tag noch Stunde, da der
Herr kommt."
In unserem Text wird die Schar der Jünger Jesu, der Kirche,
der christlichen Gemeinde, dargestellt durch die 10
Brautjungfer, die alle zunächst bereit sind, auf den
Bräutigam zu warten und wenn er kommt, .ihm zu folgen.
Die Hälfte aber versagt im Warten, im rechten Warten und in
der rechten Vorbereitung.:
"Fünf von den Jungfrauen waren töricht und fünf waren klug",
sagt der Text. Er setzt von vornherein voraus, daß ein Teil,
ja, ein großer Teil, hier im Gleichnis sogar die Hälfte
aller Gemeindeglieder die Tür zum Heil verschlossen finden,
wie das Wort Jesu sagt:
"Vieloe sind berufen, aber nur wenige ssind auserwählt."
Es geht eine Scheidung, eine Trennung, durch die ganze
Christenheit,, durch alle Kirchen und Gemeinden und durch
alle sonstigen christlichen Gruppen. Das bedeutet, daß von
allen Kirchen und Gemeinden verschiedenster Prägung, selbst
von denen, die sich besser dünken als alle anderen"die
Hälfte oder mindestens ein großer Teil ihrer Glieder nicht
das Ziel ihres Glaubens und ihres Christseins und damit
ihres Lebens erreicht, wie es doch in unserem Gleichnis
ausgedrückt wird:
"Später kamen auch die anderen 5 törichten Jungfrauen und
riefen: Herr, Herr, mache uns auf. Er aber antwortete:
Wahrlich, ich sage euch: Ich kenne euch nicht."
Die Zugehörigkeit zu einer Kirche, danz gleich welcher Art
und welcher Konfession, garantiert noch nicht, daß der, der
zu ihr gehört, sein Ziel, das Gott ihm gestellt hat,
erreicht.
Muß diese Feststellung Jesu Christi uns nicht in eine
heilvolle Unruhe bringen mit der entscheidenden Frage, zu
welcher Gruppe denn wir ganz persönlich gehören, zu denen,
die nach dem Gleichnis:
"mit dem Bräutigam eingehen und Hochzeit feiern und sich
freuen",
oder zu denen, die das Wort hören müssen:
"ich kenne euch nicht, weichet von mir!"
Damit niemand vor der verschlossenen Tür des Heiles zu
stehemn braucht, sollten wir uns, die wir uns Christen
nennen, die wir zur christlichenn Kirche gehören, uns
gegenseitig helfen, daß wir alle
"zu den sogenannten klugen Jungfrauen gehören".
Wozu wir unter keinen Umständen autorisiert sind, ist, daß
wir selbst die Scheidung zwischen den klugen und törichten
Jungfrauen, zwischen verlorenen und geretteten vornehmen.
Das steht uns nicht zu, das hat sich Gott selbst im Gericht
vorbehalten. Was wir für uns selbst persönlich ganz ernst
nehmen dürfen und sollen, jeder für sich, ist das Wort Jesu
in unserem Text:
"Darum seid wachsam! Denn ihr wißt weder Tag noch Stunde."
Dieses Wort war schon damals in der Zeit der ersten
Christenheit, die fest davon überzeugt war, daß der Anfang
der Heilszeit, dfer Gottesherrschaft auf Erden, beginnen
würde mit dem Wiederkommen Jesu und sie erwarteten diese
Wiederkunft noch zu ihren Lebzeiten.
Sie mußten erleben, daß Gottes Uhren anders gehen als unsere
und daß vor allen Dingen Kindwer Gottes über göttliche, wie
zum Beispiel über die Wiederkunft Christi, nicht spekulieren
dürfen.
Wer spekuliert, wird immer enttäuscht werden. Das heißt aber
nicht, daß wir dfas Wachen aufgeben sollen, denn Gott kann
zu jeder Zeit in die Menschheitsgeschichte einbrechen und
sie zur Vollenduntg bringen, sie zur Heilszeit umgestalten.
Unsere Aufgabe ist es, so vorbereitet zu sein, daß dieses
Ereignis eintreten kann, ohne daß es uns überrascht,
ssondern uns ander Arbeit findet, deises Kommen in unserem
Leben, in unserer Gemeinde, in unserer Kirche und in unserer
Weklt vorzubereiten, denn:
"Selig ist der, der, wenn der Herr kommt, bei der Arbeit für
ihn ist."
Dieses Letzte kommt meines Erachtens darin zum Ausdruck, daß
Jesus das Bild des Öles benutzt, für das die Klugen
vorgesorgt haben, die Törichten aber nicht.
Oder mit anderen Worten:
Als die Klugten sind die zu verstehen, die alle ihre
Fähigkeiten und Gaben schon heute für den neuen Himmel und
für die neue Erde einsetzen und inmitten dieser alten Welt
bereits beispielshaft leben als Bürger der kommenden neuen
Welt, in der Freude statt Traurigkeit, volles Genüge statt
Hunger, Liebe statt Haß, Gesundheit statt Krankheit und
Leben statt Tod, regieren wird.
Ein Christ, der das Heil erwartete, daß diese neue Welt
umfaßt,, beginnt schon hier in dieser aalten Welt mit den
alten zerstörerischen Gegebenheiten nach den aufbauenden
Richtlinien der neuen Welt zu leben und damit bereitet er
das Heil, das Kommen Jesu, die neue Welt, vor und damit
erweist er sich als Gruppe der klugen Jungfrauen zugehörig,
was allerdings erst im Gericht Gottes sichtbar wird.
Selig sind wir, wenn wir dieser Gruppe zugehören.