-6-Kirchenj. bis Ewigkeitssonntag 25
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:01/11/1957
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Ökum.Gottesdienst auf dem Friedhof
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Lukas 16, 29
Skopus: Nicht von den Toten erhalten wir Hilfe.
-6- Kirchenj. bis Ewigkeitssonntag 25 -Lukas 16,29
"Abraham sprach zu ihm: Sie haben Mose und die Propheten;
laß sie dieselben hören."

Wir können uns dagegen wehren, wie wir wollen, es bleibt
einfach als eine feste Tatsache bestehen, daß jeder Mensch
an die Grenze seines irdischen Lebens kommt, die Tod heißt.
Jeder liebe Mensch, der seine Augen zum Todesschlaf schloß,
jedes Grab hier auf dem Friedhof, erinnert uns daran, daß
schon viele unzählbare Menschen das Ende ihres Lebens haben
durchstehen müssen. Jedes Grab erinnert uns aber auch daran,
daß ebenfalls unserem eigenen Leben ein Ende gesetzt ist.
Und oft, vielleicht öfter als wir es vor anderen Menschen
eingestehen wollen, kommy die Frage:
Was wird dann sein?
Das Gleichnis vom reichen Mann und dem armen Lazarus, aus
dem unser heutiges Wort genommen ist, hebt ein wenig von dem
Schleier in die Höhe, der über dem Ende unseres irdischen
Lebens hängt und öffnet uns den Blick für das, was am Ende
unseres Lebens auf uns wartet.
Und was wartet nach dem Tode auf uns?
Entweder ewige Freude oder ewiges Entsetzen, entweder ewiges
Heil oder ewige Verdammnis.
Und da ist nun in diesem Gleichnis ein Mensch, der diese
Grenze, dieses Ende seines Lebens, überschritten hat und die
ganze Grausamkeit einer ewigen Verdammnis durchleidet.
Und in diesem ewig Verdammten kommt die Frage, ob ihm nicht
die Möglichkeit gegeben werden könnte, seine lebenden
Angehörigen auf dieser Erde zu warnen und zu helfen, daß sie
nicht das durchleiden müssen, was er in dieser ewigen
Verdammnis als ein von Gott Verstoßener durchleidet?
Und da wird ihm die Antwort zuteil:
Das ist unmöglich.
Die Wand, die zwischen uns, der Welt der Lebenden, und der
Welt der Toten, ist so dick, daß kein Ton und kein Wort aus
der Welt der Toten in unsere Welt durch diese dicke Wand
dringen kann. Die Stimme aus dem Jenseits dringen nicht an
unser Ohr. Und alle menschlichen Versuche, auf dieser Erde
die Stimmen der Toten an unser Ohr dringen zu lassen, sind
einzig und allein teuflisches Machwerk und bringen uns noch
näher der ewigen Verdammnis, anstatt uns zu helfen.
Aber diese warnenden Stimmen aus der Totenwelt, so gut sie
vielleicht gemeint sind, sind auch nicht notwendig. Zwar
wird sicher mancher Seufzer unserer Toten über uns gemacht,
die wir den gleichen Weg ins Verderben gehen, aber diese
Seufzer erreichen uns niemals und können uns nicht helfen.
Wir brauchen aber auch nicht die Stimmen unserer Toten, die
uns warnen könnten vor einem Weg auf dieser Erde, der uns
ins ewige Verderben führen wird.
Wir haben etwas ganz anderes, das uns warnt vor dem ewigen
Verderben und uns führt in das ewige Leben:
"Abraham aber sprach zu ihm: Sie haben Mose und die
Propheten, laß sie dieselben hören."
Nicht das viele Grübeln über unsere Toten und über den Tod,
nicht das viele zum Friedhof pilgern, kann uns helfen,
sondern allein Gottes Wort.
So ruft uns eigentlich solch ein Tag zu, da wir uns auf dem
Friedhof zwischen den Gräbern versammeln:
Bleibt ja nicht allzulange bei den Gräbern, denn von den
Toten bekommt ihr nichts mehr zu hören. Die Toten müssen
schweigen. Geht lieber vielmehr in die Kirchen zu den
Gottesdiensten, da könnt ihr wirklich die Stimme eines
hören, der euch warnt vor dem ewigen Verderben und der uns
den Weg zeigt ins ewige Leben:
"Abraham sprach: Sie haben Gottes Wort, laßt sie dasselbe
hören, so brauchen sie nicht die Qual des Verstoßenseins von
Gott erleben>"
Im Gottesdienst in der Verkündigung des Wortes Gottes wird
uns alles, aber auch alles gesagt, was wir nötig haben, um
vor der ewigen Qual und Verdammnis bewahrt zu werden.
Dort in der Verkündigung des Evangeliums von Jesus Christus,
unserem Heiland, wird uns, dir und mir, zugerufen:
Auch für dich gibt es noch eine Hilfe, auch du brauchst dich
nicht zu fürchten. Dort wird uns das frohe Wort zugerufen:
"Also hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen eingeborenen
Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren
werden, sondern das ewige Leben haben."
So laßt uns an diesem Tage, da wir an den Gräbern unserer
Toten stehen, ganz neu die Aufforderung hören:
Jesus Christus, der Sohn Gottes, will dich an seine Hand
nehmen, und dich durch dieses Leben geleiten und mit dir
selbst durch den Tod hindurchgehen, so wie es jetzt unsere
Verstorbenen erleben, wenn sie mit Jesus Christus durch
dieses Leben und durch den Tod hindurchgegangen sind.
Die Stimme unseres guten Hirten bewahrt uns vor allem
äußeren und vor allem ewigen Verderben.
Wohl uns und Heil uns, wenn wir da hingehen und da immer
wieder zu finden sind, wo diese Stimme Jesu Christi zu hören
ist.