-6-Kirchenj. bis Ewigkeitssonntag 12c
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:11/10/1964
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Camarero, 4-10-1964
Paraná, 4-10-1964
Reffino, 11-10-1964
Meroú, 22-11-1964
Grabschental, 8-5-1966
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:20. Sonntag nach Trinitatis
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Apostelgeschichte 2, 41-47
Skopus: Wir warten eines neuen Himmels undeinerneuenErde.
-6- Kirchenj. bis Ewigkeitssonntag 12c -Apostelg. 2,41-47
"Die nun sein Wort gern annahmen, ließen sich taufen; und
wurden hinzugetan an dem Tage bei dreitausend Seelen. Sie
blieben aber beständig in der Apostel Lehre und in der
Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet. Es kam auch
alle Seelen Furcht an, und geschahen viel Wunder und Zeichen
durch die Apostel. Alle aber, die gläubig waren geworden,
waren beieinander und hielten alle Dinge gemein. Ihre Güter
und Habe verkauften sie und teilten sie aus unter alle, nach
dem jedermann not war. Und sie waren täglich und stets
beieinander einmütig im Tempel und brachen das Brot hin und
her in Häusern, nahmen die Speise, und lobten Gott mit
Freuden und einfältigem Herzen und hatten Gnade bei dem
ganzen Volk. Der Herr aber tat hinzu täglich, die da selig
werden zu der Gemeinde."

Wie oft fragen wir uns als eine christliche Geeinde heute:
Wie muß eine recht lebendige christliche Gemeinde unserer
Tage aussehen?
Um darauf eine Antwort geben zu können, ist es gut, wenn wir
einen Blick tun in die erste Zeit nach der Gründung der
urchristlichen Gemeinde in Jerusalem.
Durch die Predigt des Petrus von Jesus Christus als dem
gekreuzigten und auferstandenen Herrn war diese erste
christliche Gemeinde entstanden, die sich verstand als das
wahre Gottesvolk der Endzeit. Sie war ein Zeichen dafür, daß
die Endzeit als eine Zeit des Heiles für die Kinder Gottes
begonnen hat. Gott, der Herr, schenkt uns Menschen allen
Widerständen unserer Schlechtigkeit zum Trotz seine ganze
große Liebe. Der gekreuzigte und auferstandene Herr Jesus
Christus ist die Garantie dieser großen Liebe Gottes zu uns
Menschen. Und wo sich diese Liebe Gottes in dieser Welt
ereignet, da lebt das Volk Gottes, da lebt Gemeinde Jesu
Christi.
Nun wird uns in unserem Text mitgeteilt, wie diese Gemeinde
lebt:
"Sie blieben aber beständig in der Apostel Lehre, in der
Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet."
Hier sind 4 wichtige Merkmale einer christlichen Gemeinde
aufgezeigt, die auch für uns heute von entscheidender
Bedeutung sind und die über die Lebendigkeit einer Gemeinde
etwas aussagen.
Diese 4 Kennzeichen einer wahren Gemeinde in einer
zeitgemäßen Form ausgedrückt, sind:
1. Glaube und Leben bilden eine Einheit.
2. Christen begegnen sich untereinander in der Gemeinde in
der Liebe.
3. Christen glauben nicht hinter verschlossenen Türen.
4. Christen leben in einer solch fröhlichen Hoffnung, daß
die Nichtchristen ihrer Umgebung auch zum Glauben gereizt
werden.
GLAUBEN UND LEBEN BILDEN EINE EINHEIT.
Die Begegnung Jesu Christi mit einem Menschen in seinem Wort
geschieht heute ja im Innern eines Menschen, in seinem
Herzen und in seinem Kopf. Das ist wohl eine klare Sache.
Aber diese Begegnung im Innern eines Menschen hat immer auch
sofort einen Drang, sich nach außen zu verwirklichen. Der
Glaube beginnt im Kopf und erobert dann das Herz.
Dieser Herzensglaube verwirklicht sich immer in den
menschlichen Gliedern, in Hánden und Füßen, die anderen
Menschen Gutes zu tun bereit sind. Hände, die bereit sind,
sich liebend dem anderen entgegenzustrecken, die bereit
sind, ihre Geldtasche weiter zu öffnen als normal; Füße, die
flink sind, dem anderen zu helfen, in seiner Not, in seiner
Krankheit und in seiner Angst; ein Mund, der Gutes
hervorbringt über die anderen, der auch sogar das Schlechte
über andere Menschen nicht sagen kann, sondern nur Gutes;
ein Mund, der sich öffnet zur Vergebung dem anderen, der
einem Böses angetan hat; ein Mund, der sich öffnet zum
Gebet, zum Loben und Danken.
Eine Gemeinde, die aus solchen Gemeindegliedern besteht,
trägt das Echtheitszeichen, da wirkt der Herr durch seine
Jünger.
CHRISTEN BEGEGNEN SICH UNTERTEINANDER IN DER LIEBE.
Das ist das 2. Echtheitszeichen.
Wir haben ja als Menschen viele Gemeinschaften, in denen wir
uns miteinander verbunden wissen:
Ehe-, Familien-, Volks-, Berufs-, und anderen
Interessen-Gemeinschaften.
Die Menschen, die dazu gehören, fühlen sich miteinander
verbunden.
Für Christen steht über diesem allem die Gemeinde Jesu
Christi, zu der alle gehören, die mit uns gleichen Glaubens
an Jesus Christus sind.
Die Verbundenheit mit Jesus Christus schafft eiene
unzertrennbare Verbundenheit zu allen anderen, die ebenfalls
seinen Namen tragen.
"Seht, wie haben die Christen sich untereinander so lieb."
Das hatten die Heiden gleich am Anfang festgestellt.
Eigentlich müßten Nicht-Christen auch von uns feststellen
können, daß wir, die wir uns hier zum Gottesdienst
versammelt haben, besonders miteinander verbunden sind, und
besonders gegenseitig helfend begegnen, und besonders lieb
haben. In Jerusalem ging die Liebe sogar so weit, daß man
sein Eigtentum verkaufte, um den Armen in der Gemeidne zu
helfen.
CHRISTEN GLAUBEN NICHT HINTER VERSCHLOSSENEN TÜREN.
Christen haben in Jesus Christus den Herrn aller Herren auf
ihrer Seite. Er ist der Mächtigste und Reichste. Darum
brauchen wir Christen uns nicht zu schämen, daß wir zu
diesem Herrn Jesus Christus gehören.
Unser Glaube ist keine Winkelangelegenheit, sondern eine
solch wichtige Sache, daß wir ihn vor aller Welt öffentlich
bezeugen dürfen. Unser Glaube darf sich nicht nur in unseren
Kirchen ereignen, sondern die Gottesdienste in unseren
Kirchen wollen uns willig und fähig machen, unseren Glauben
öffentlich zu bekennen.
Wenn wir singen:
"Jesus Christus, König und Herr!"
dann bringen wir sogar zum Ausdruck, daß dieser unser Glaube
eine wichtige öffentliche, sogar politische Sache ist. Nach
diesen 3 Erkennyngszeichen einer echten christlichen
Gemeinde, folgt nun das letzte:
CHRISTEN HABEN SOLCH EIN FRÖHLICHE HOFFNUNG, DAß DADURCH
NICHT-CHRISTEN AUCH ZUM GLAUBEN GEREIZT WERDEN.,
Es ist heute kein Geheimnis mehr, daß wir in einer Zeit
leben, da alles von einer großen Untergangsstimmung erfüllt
und geprägt ist. Diese unsere Welt ist kein PESO wert. Nur
ein Druck auf mehrere Knöpfe und wir sind nicht mehr und
nicht mehr ist alles, was uns lieb und wert war.
Es wird heute durchaus bereits gefragt:
Lohnt sich dieses menschliche Leben noch? Und viele
beantworten diese Frage mit einem deutlichen NEIN.
Wir aber als Christen leben nie in Untergangsstimmung, weil
wir in der Hand unseres Gottes sind, der auch alle
Zerstörungsgewalten der Menschen in seiner Hand hat:
"Es kann uns nichts geschehen, als was Gott hat ersehen und
was uns dienlich ist."
Und selbst durch alle Zerstörungsgewalten hindurch, steht Er
am Ende aller Dinge und nimmt uns in Empfang und schenkt uns
einen neuen Himmel und eine neue Erde, die nicht im
Entferntesten mit der jetzigen Welt zu vergleichen ist.
Von uns als Christen, von uns als eine Gemeinde Jesu
Christi, soll diese freudige Hoffnung auf das Kommende dyrch
alle Untergangsstimmungen und Untergangsvorbereitungen
hindurchstrahlen:
"Wir aber warten eines neuen Hummels und einer neuen Erde."
Dadurch könnte die uns umgebende müde Welt gereizt werden,
allen Pessimismus und alle Arbeiten am Untergang
einzustellen und mit uns einer herrlichen Zukunft engegen zu
gehen, die uns unser Herr Jesus Christus errungen hat. Eine
solche Zukunft mit diesen 4 Erkennungszeichen wäre das, was
unsere Welt not tut.
Wollen wir an unserem Teil nicht mithelfen, daß sie so wird,
wie sie sein soll und wie sie bereits in der Urgemeinde in
Jerusalem gewesen ist?