-6-Kirchenj. bis Ewigkeitssonntag 01
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:29/09/1957
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Camarero, 6-10-1957
Meroú. 13-10-1957
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:15. Sonntag nach Trinitatis
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:1. Könige 18, 8-16
Skopus: Die Verbindung dieser Geschichte zum Abendmahl
-6- Kirchenj.bis Ewigkeitssonntag 1 -1. Könige 18, 8-16
"Da kam das Wort des Herrn zu Elia und sprach: Mache dich
auf und gehe gen Zarpath, welches bei Sidon liegt, und
bleibe daselbst; denn ich habe daselbst einer Witwe geboten,
daß sie dich versorge. Und er machte sich auf und ging gen
Zarpath. Und da er kam an das Tor der Stadt, siehe, da war
eine Witwe und las Holz auf. Und er rief ihr und sprach:
Hole mir ein wenig Wasser im Gefäß, daß ich trinke! Da sie
aber hinging, zu holen, rief er ihr und sprach: Bringe mir
auch einen Bissen Brot mit! Sie sprach:: So wahr der Herr,
dein Gott, lebt, ich habe nichts Gebackenes, nur eine Hand
voll Mehl im Kad und ein wenig Öl im Krug. Und siehe, ich
habe ein Holz oder zwei aufgelesen und gehe hinein und will
mir und meinem Sohn zurichten, daß wir essen und sterben.
Elia sprach zu ihr: Fürchte dich nicht! Gehe hin und mach's,
wie du gesagt hast. Doch mache mir am ersten ein kleines
Gebackenes davon und bringe mir's heraus; dir aber und
deinem Sohn sollst du darnach auch machen. Denn also spricht
der Herr, der Gott Israels: Das Mehl im Kad soll nicht
verzehrt werden, und dem Ölkrug soll nichts mangeln bis auf
den Tag, da der Herr regnen lassen wird auf Erden."

Durch unseren Text bekommen wir einen Einblick in die
Geschichte Gottes mit seinem Volk Israel. Gott spricht mit
seinem Propheten. Er heißt Elia. Was war geschehen?
Wenn wir die vorhergehenden Verse lesen würden, dann würden
wir sehen, daß Gott diesen Elia zu seinem Volke und zum
König Ahab geschickt hatte, um ein Strafgericht zu
verkündigen. Es soll solange nicht mehr regnen, bis Gott,
der Herr, wieder den Befehl zum Regen gibt.
Warum ist Gott denn zornig auf sein Volk? Dieses Volk und
sein König Ahab wollen von ihm nichts mehr wissen. Das Volk
Gottes will von seinem Gott nichts mehr wissen. Es dient und
gehorcht nicht mehr dem einen und wahrhaftigen Gott, sondern
läuft hinter anderen großen und kleinen Götzen des Landes
her und fällt vor Holzklötzen und Steinblöcken nieder und
betet sie an .
Ach, das ist ja die Not des Volkes Gottes aller Zeiten, auch
unserer Zeit, daß nicht mehr Gott allein die Ehre gegeben
wird, sondern daß wir so vielen anderen Götzen auch noch
gehorchen wollen. Wir setzen unser ganzes Vertrauen nicht
allein auf den, der Himmel und Erde geschaffen hat, sondern
wir setzen unser Vertrauen auf andere Dinge unseres Lebens,
auf Geld und Gut etwa oder auf unsere Gesundheit oder auf
irgendeine politische Partei und irgendeinen politischen
Führer.
Und nun soll das Volk in der regenlosen Zeit, in der Dürre,
die in kurzer Zeit eine große Hungersnot mit sich bringt, am
eigenen Leibe erfahren, wer der wahre Gott ist. Sie sollen
in dieser Hungersnot sehen, ob ihnen ihre Götzen helfen
können. Eben hatte der Prophet Elia dieses Gericht, diese
regenlose Zeit, dem König und dem Volk angekündigt und
schon hörte es im ganzen Lande auf zu regnen.
Gott macht es von Zeit zu Zeit in einer eindrücklichen Weise
klar, was es bedeutet, ihm nicht mehr zu gehorchen. Geht
nicht immer wieder ein Zittern und Erschrecken über uns,
wenn wir lesen, da ist ein Schiff mit vielen Menschen
untergegangen, da sind durch ein Unglück soviele Menschen
ums Leben gekommen, da hat eine Hungersnot, wie vor kurzem
in China, Millionen von Menschen hingerafft oder da sind
durch Revolutionen und Kriege unzählige Menschen ermordet
worden. Da leiden Menschen, wie wir es alle eigentlich
verdienten.
Wenn wir nur die Augen und Ohren richtig aufmachen wúrden,
dann könnten wir mitten in unserer Zeit es feststellen, daß
Gott, der Herr, ein Strafgericht nach dem anderen über uns
Menschen hereinbrechen läßt.
"Irret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten."
Es ist wahrlich nicht leicht, für den Propheten Elia und
auch für die Verkündiger im Volke Gottes und für die echte
Kirche Jesu Christi, immer wieder die Menschen daran zu
erinnern, daß Gott auch strafen kann und sogar sehr hart
strafen kann.
Aber Gott straft nicht nur, sondern er hilft und beschützt
auch den, der mitten im Unglauben seiner Mitmenschen bei ihm
bleibt und ihm allein vertraut.
Der Prophet Elia, der diese Notzeit selbst durchleiden muß,
wird von Gott am Bache Krith mit den nötigen Speisen
versorgt. Doch jetzt ist durch die lange Trockenheit der
Bach Krith ebenfalls ausgetrocknet.
Was jetzt tun? Muß der Mann Gottes jetzt auch verdursten und
verhungern? Nein, Gott, der Herr, weiß mitten in den
Strafgerichten, mitten on der Angst und Not, Hilfe für seine
echten Kinder. Wer sich von uns ihm allein anvertraut, der
wird von Gott selsbst an die Hand genommen und durch alle
Nöte und Schwierigkeiten hindurchgeführt. Er hilft oft noch
da, wo menschlich gesehen alle Hilfe ausgeschlossen zu sein
scheint.
Ist es nicht fast unsinnig nach menschlichem Ermessen, was
Gott da von Elia erwartet? Er soll nach Zarpath zu einer
Witwe gehen, sie soll ihm zu essen geben.
Diese Witwe steht selbst mit ihrem Sohn vor dem Hungertod,
dazu ist sie kein Kind Gottes, sondern eine Heidin.
Was mag diese Heidin gedacht haben, als der Mann Elia vor
ihr steht und bittet, ihr den letzten Schluck Wasser und das
letzte Stück Brot zu geben?
Wir spüren die ganze Not der Verzweiflung in den Worten:
"So wahr der Herr, dein Gott, lebt, ich habe nichts
Gebackenes, nur eine Handvoll Mehl im Behälter und ein wenig
Öl im Krug. Und siehe, ich habe ein Stück Holz aufgelesen
und gehe hinein und will mir und meinem Sohn das letzte
Essen zurichten und dann sterben, da sonst nichts mehr im
Hause ist."
Hat Gott den Elia nicht belogen, als er sagte, daß diese
Witwe ihn mit Speise und Trank versorgen wollte? Wie kann
diese Frau ihn versorgen, wenn sie selbst vor dem Hungertod
steht?
Aber auch hier zeigte es sich, daß er ein wirklicher Diener
seines Gottes ist. Er setzte in keinster Weise auf diese
Frau sein Vertrauen. Er war nicht der Meinung, daß diese
schon halbverhungerte Frau ihn vor dem Hungerstod erretten
Kónnte, sondern er wußte, daß es der Wille seines Vaters im
Himmel ist, daß er durch die Hungersnot hindurch am Leben
bleibt. Was Gott seinen Kindern verspricht, das hält er ganz
gewiß, auch wenn es rein menschlich so aussieht, als ob
echte Hilfe jetzt ausgeschlossen ist. Und Gott hatte dem
Elia gesagt, daß er ihm eben durch diese Witwe helfen will.
Wenn Gott gesagt hat, daß er ihm durch diese Frau helfen
will, dann spielt es keine Rolle, ob diese Frau schon
halbverhungert ist und nichts mehr zu essen hat. Gott läßt
sein Wort immer in Erfüllung gehen. Was macht es ihm schon
aus, mit Elia auch noch diese Heidin vor dem Hungertod zu
bewahren.
Wenn wir dieses grenzenlose Vertrauen des Elia hier sehen,
dann kommt doch unwillkürlich die Bitte auf unsere Lippe:
Herr, gib uns doch auch dieses grenzenlose Vertrauen zu
deinem Worte, schenke uns das fröhliche Wissen, daß du uns
als deine Kinder immer helfen kannst und helfen willst.
Ist Elia in seinem Vertraeun enttäuscht worden?
"Das Mehl im Behälter ging nicht aus und die Ölflasche wurde
nicht leer",
heißt es im Text.
Elia wird durch Gottes Hilfe vor der Hungersnot und vor dem
Hungertod bewahrt.
Auf Gottes Wort und Zusage können Kinder Gottes sich immer
ohne jede Enttäuschung verlassen. Selbst mitten im Zornes-
und Strafgericht hält Gott seine schützende Hand über seine
Kinder und über sein wahres und echtes Volk.
Nun weist uns unsere Geschichte auch auf das letzte
Strafgericht Gottes am jüngsten Tage hin.
Wir wollen gleich das Heilige Abendmahl feiern. Wir wollen
gleich uns mit der göttlichen Speise von Gott speisen
lassen. Geht es nicht dabei auch um das, worauf uns unsere
Eliageschichte hinweisen wollte.
Mitten im Strafgericht Gottes der Endzeit, das seit Christi
Kreuzigung über diese Erde hinwegbraust und einmal ein
furchtbares Ende nehmen wird, gibt es eine Hilfe vor dem
Zorn Gottes.
Gott will nicht, daß seine Kinder dem ewigen Tode
ausgeliefert werden. Darum hat er uns eine Speise gegeben,
die uns vor dem ewigen Tode bewahrt, so wie er Elia durch
die Speise im Hause der Witwe zu Zarpath vor dem irdischen
Tode bewahrt hat.
Haben wir es gehört, wer sich durch diese göttliche Speise
des Abendmahls ernähren lassen will, der wird bewahrt in
allem Gericht Gottes dieser Zeit vor den ewigen Tod und
Verderben und darf mitten durch den Zorn Gottes
hindurchgehen ins ewige Leben.
Vielleicht zweifeln wir daran, daß Brot und Wein das tun
kann, wie Elia vielleicht auch manchmal zweifelte, ob diese
schon fast verhunderte Witwe ihm helfen kann.
Aber es kommt ja gar nicht auf Brot und Wein an, wie es auch
nicht auf die Witwe zu Zarpath ankam, sondern alles kommt
darauf an, daß Gott es gesagt hat, daß er durch Brot und
Wein uns vor dem ewigen Tod bewahren will, wie er durch die
Witwe Elia vor dem irdischen Tod bewahrt hat. Gott hat es
gefallen, uns im Abendmahl seine große Hilfe anzubieten, wie
er seine Hilfe dem Elia angeboten hat.
Ob wir bereit sind, wie Elia, uns helfen zu lassen? Aber
daran ist zu erkennen, ob wir auch zu den treuen Kindern
Gottes gehören, wie Elia einer war.