-5-Kirchenj. bis 14.S.n.Trinitatis 28
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:04/08/1963
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Reffino, 20-10-1963
Paraná, 3-11-1963
Grabschental, 3-7-1965]
Camarero, 5-9-1965
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:8. Sonntag nach Trinitatis
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Johannes 15, 1-8
Skopus: Christen sind mit Christus unlösbar verbunden
-5- Kirchenj. bis 14.S.n.Trinitatis 28 -Johannes 15,1-8
"Jesus Christus spricht: Ich bin der rechte Weinstock, und
mein Vater der Weingärtner. Eine jegliche Rebe an mir, die
nicht Frucht bringt, wird er wegnehmen; und eine jegliche,
die da Frucht bringt, wird er reinigen, daß sie mehr Frucht
bringe. Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu
euch geredet habe. Bleibet in mir und ich in euch. Gleichwie
die Rebe kann keine Frucht bringen von ihr selber, sie
bleibe denn am Weinstock, also auch ihr nicht, ihr bleibet
denn in mir. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer
in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viele Frucht, denn
ohne mich könnt ihr nichts tun. Wer nicht in mir bleibt, der
wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt, und man sammelt
sie ins Feuer, und müssen brennen. So ihr in mir bleibet
und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr
wollt, und es wird euch widerfahren. Darin wird mein Vater
geehrt, daß ihr viel Frucht bringet und werdet meine
Jünger."

Als Christen wissen wir, daß es in unserem Glauben nicht um
irgendwelche religiöse Gefühle oder moralisches Handeln
geht, sondern ganz konkret um ein persönliches Verhältnis zu
unserem Herrn und Heiland Jesus Christus. Im Glauben wird
eine ganz enge Verbindung zwischen dem Glaubenden und Jesus
Christus, der der Sohn Gottes ist, sichtbar. Es ist ein
Verhältnis auf du und du. Diese Verbindung zwischen dem
Glaubenden und Jesus Christus ist so eng, da unser heutige
Text dieses Verhältnis im Bilde eines Weinstocks und seiner
Reben beschreiben kann. Jesus Christus spricht:
"Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben."
So eng also und so unlösbar wie Weinstock und Rebe, wie
Strauch und Zweiglein, wie Baumstamm und Ast, verbunden
sind, so sind auch der Glaubende und Jesus Christus
miteinander verbunden.
Wenn wir das sagen, dann sprechen wir nicht eine Wahrheit
allgemein aus, sondern dann bekennen wir vor aller Welt:
Auch ich persönlich bin mit meinem Herrn und Heiland
unlösbar verbunden.
Ohne diese enge ganz persönliche Verbindung mit Jesus
Christus wären wir keine Christen. Ja, wir müssen noch mehr
sagen:
Ohne diese enge Verbindung mit Jesus Christus wären wir
keine wahren Menschen.
Als Gott uns Menschen schuf, da hat er uns so geschaffen,
daß wir erst in der ganz engen Verbindung nit seinem Sohn
Jesus Christus zur Vollendung unserer menschlichen
Bestimmung kommen können. Erst als Glaubende, als an Jesus
Christus Glaubende, sind wir solche Menschen, wie Gott es in
der Schöpfung sich gedacht hatte. Erst als Christen sind wir
wahre Menschen. So wie Gott, der Vater, am Anfang unseres
Lebens als der Schöpfer stand, so steht er auch am Anfang
unseres Glaubensleben als der, der uns hin auf den Glauben
an Jesus Christus geschaffen hat. Jesus Christus kann darum
sagen:
"Ich bin der rechte Weinstock und mein Vater der
Weingärtner."
Wenn wir Christen sind, wenn wir im Glauben mit unserem
Herrn und Heiland Jesus Christus verbunden sind, dann sind
wir erst also in Wahrheit die Menschen, die Gott in der
Schöpfung schaffen wollte. Wodurch ist diese enge Verbindung
im Glauben mit Jesus Christus möglich?
Durch sein Wort.
Wie sagt er es selbst:
"Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch
geredet habe."
Glaube an Jesus Christus entsteht nie durch uns, durch
unsere Bemühungen, durch unsere Frömmigkeit, sondern
ausschließlich und allein durch das Wort Jesu Christi
selbst. Das Wort Gottes hat eine solche Macht, daß es da, wo
es auf einen Menschen trifft, ihn vollständig umkrempeln
kann, von einem verkehrten Weg zurückzurufen in der Lage
ist.
Das Wort Gottes ist es, das durch ein Wunder diese enge
Verbindung zwischen uns und Jesus Christus zuwege gebracht
hat.
Dieses Wort Gottes unseres Herrn und Heilandes ist zu uns
gekommen in der Gestalt der Taufe, in der Form des
Unterrichts, in der Predigt des Gottesdienstes, in der Feier
des Heiligen Abendmahls oder im Lesen der Heiligen Schrift
oder eines Andachtsbuches.
Ohne daß sich dieses Wort unseres Herrn und Heilandes in
unserem Leben bemerkbar gemacht hätte, ständen wir heute
nicht als Christen da, wären wir heute nicht so eng mit
unserem Herrn Jesus Christus verbunden.
Aber es ist nun nicht so, daß dieses Wort unseres Herrn und
Heilandes nur am Anfang unseres Glaubens wirkt, nein, dieses
Wort Gottes ist auch die Macht, die uns in diesem Glauben
festhält, die die enge Verbidnung mit unserem Herrn aufrecht
erhält.
Wenn wir das hören, dann wird es uns sicherlich klar und
deutlich, wie wichtig das Wort Gottes in unserem Leben als
Christen, als Glaubende, ist. Darum sollten wir noch viel
mehr als bisher diesem Worte Gottes in unserem Leben Raum
geben.
Durch das Wort, das Jesus Christus spricht, werden wir an
eine Realität erinnert, die besonders wichtig ist:
"Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben, wer in mir
bleibt und ich in ihm, der bringt viele Frucht, aber ohne
mich kónnt ihr nichts tun."
Die Rebe, die mit dem Weinstock verbunden ist, hat eine
Aufgabe zu erfüllen. Sie hat Früchte hervorzubringen. Der
Christ, der mit seinem Herrn Jesus Christus verbunden ist,
hat eine Aufgabe zu erfüllen. Von ihm muß eine Wirkung auf
die Welt, auf die anderen Menschen ausgehen. Aus sich selbst
heraus kann der Mensch, der Christ, diese Aufgabe nicht
erfüllen.
In den folgenden Versen wird uns gesagt, daß der Text hier
als besondere Aufgabe der Christen ansieht, den anderen
Menschen helfend und in Liebe zu begegnen.
Aus sich selbst heraus kann das kein Mensch, dazu sind wir
viel zu egoistisch und lieben uns selbst zu sehr, und
unseren Geldbeutel. Aber ein Mensch, der mit seinem Herrn
verbunden ist, kann das. Er kann seinen Mitmenschen helfend
und in der Liebe begegnen.
Je mehr wir durch dieses Wort Gottes mit unserem Herrn
verbunden sind, desto besser werden wir diese Aufgabe
erfüllen; je weniger wir mit unserem Herrn verbunden sind,
desto schlechter werden wir diese Aufgabe erfüllen können,
ja, ohne Jesus Christus werden wir in keinster Weise an die
Ausführung dieses Auftrages herangehen können.
Aber dieses könnte und dürfte doch nicht unser Sinnen und
Trachten sein, weil das Nichtkönnen anzeigen würde, daß wir
aus der engen Verbindung mit Jesus Christus herausgebrochen
und keine Christen mehr wären und dem göttlichen Gericht
anheimfallen würden.
Gottes Plan aber mit uns ist, viel Frucht zu bringen.
Wir sollen in dieser so dunklen Welt Lichtträger Gottes
sein.
In dieser von Haß und Feindschaft gegeneinander erfüllten
Welt sollen Christen Zeugnis geben von der großen Liebe
Gottes zu allen Menschen, indem sie selbst den Mitmenschen
helfend und in Liebe begegnen.
"Darin wird mein Vater geehrt, daß ihr viel Frucht bringet!"
Wir haben gesehen, daß in dieser so engen Verbindung im
Glauben zwischen dem Christen und seinem Herrn Jesus
Christus, Jesus Christus an erster, an der wichtigsten
Stelle, steht. Er schafft durch sein Wort diese Verbindung.
Durch sein Wort gibt er uns Aufträge und mit seiner Kraft
können wir diese Aufträge ausführen.
Wenn er in dieser engen Verbindung auch an erster Stelle
steht und wir von ihm ganz und gar abhängig sind, so läßt er
uns an seiner göttlichen Macht teilnehmen, uns, die wir nur
Staub und Asche sind.
"So ihr in mir bleibet und meine Worte in euch bleiben,
werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch
widerfahren."
Wir dürfen in dieser engen Verbindung mit unserem Herrn
unseren Mund auftun und ihm alles sagen, was uns Not macht,
was uns bedrückt und er will auf dieses unser Gebet hin
Himmel und Erde in Bewegung setzen, um uns zu helfen.
Es kann jetzt eigentlich nicht anders sein als daß wir
unserem Vater im Himmel danken dafür, daß er uns dazu
berufen hat, im Glauben so eng mit seinem Sohn Jesus
Christus verbuden zu sein, so eng, daß wir auf du und du
stehen und daß er uns gebrauchen will, um den Menschen
dieser Welt Hilfe und Liebe zu bringen.