-5-Kirchenj. bis 14.S.n.Trinitatis 09a
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:24/05/1964
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Camarero, 15-11-1964
Diamante, 13-2-1966
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:!. Sonntag nach Trinitatis
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Epheser 2, 17-22
Skopus: Das Geheimnis der Kirche Jesu Christi
-5- Kirchenj. bis 14.S.n.Trinitatis 9a -Epheser 2, 17-22
"Und er ist gekommen, hat verkündigt im Evangelium den
Frieden euch, die ihr ferne waret, und denen, die nahe
waren; denn durch ihn haben wir den Zugang alle beide in
einem Geiste zum Vater. So seid ihr nun nicht mehr Gäste und
Fremdlinge, sondern Bürger mit den Heiligen und Gottes
Hausgenossen, erbaut auf den Grund der Apostel und
Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, auf welchem
der ganze Bau ineinandergefügt wächst zu einem heiligen
Tempel in dem Herrn, auf welchem auch ihr mit erbaut werdet
zu einer Behausung Gottes im Geist."

Unser Text sieht 2 Gruppen von Christen in der Kirche, in
der Gemeinde, vor sich:
Judenchristen und Heidenchristen.
Während die Judenchristen die ganze Last der mosaischen
Tradition mit sich herumschleppen, waren die Heiden
unbelastet davon den Weg des Glaubens an Jesus Christus
gegangen.
Es waren aber große Spannungen und Streitigkeiten
entstanden, besonders durch den Versuch der
judenchristlichen Gruppen, das mosaische Gesetz auch für die
Heidenchristen als verpflichtend durchzusetzen.
Das ist nun das Anliegen des Apostels Paulus in fast allen
seinen Briefen, diese Forderung der Judenchristen gegenüber
den Heidenchristen abzulehnen und abzuwehren. Es ist ja
schon gleich am Anfang darüber zu einer schweren
Auseinandersetzung zwischen Paulus und Petrus gekommen.
Beiden liegt es aber daran, daß über diese
Auseinandersetzung die Gemeinde, die Kirche, nicht
auseinanderbricht.
Die Einheit der Kirche Jesu Christi soll bewahrt werden. Von
den Judenchristen soll nicht verlangt werden, daß sie ihre
jüdische Tradition aufgeben und den Heidenchristen soll
nicht ihre Freiheit gegenüber diesen Traditionen genommen
werden.
Die Einheit der christlichen Gemeinde kann bewahrt bleiben,
trotzdem die Besonderheit jeder Gruppe durchaus bestehen und
anerkannt bleibt.
Auch in unserem Epheserbrief wird die Verschiedenheit der
beidren Gruppen durchaus gesehen und respektiert. Es wird
von denen, die NAHE sind und von denen die FERNE waren,
gesprochen.
Worin besteht nun das, was beide Gruppen trotz der
Verschiedenheit eint und zusammenhält, sodaß die Gemeinde
nicht auseinanderzubrechen braucht?
Nicht das Gesetz hilft, aber auch nicht, ohne Gesetz zu
sein, sondern das, was Jesus Christus für uns getan hat:
"Und er ist gekommen, hat verkündigt im Evangelium den
Frieden und durch ihn haben wir den Zugang alle beide in
einem Geiste zum Vater."
Beide Gruppen, die vor Jesus Christus durchaus ganz
verschieden waren, die einen standen in ihrer Geschichte
nahe bei Gott und die anderen ferne und sind im letzten
Grunde doch solche, die nur durch Jesus Christus wieder in
voller Gemeinschaft mit Gott leben können.
Der große Bruch des Menschen mit Gott ist durch die
Möglichkeit, die Gott dem Volk Israel durch das Halten der
Gebote gegeben hat, nicht wieder repariert worden. Unsere
Bosheit war zu abgrundtief. Darum gab es im Verhältnis zu
Gott im letzten Grunde doch keinen Unterschied zwischen
Juden und Heiden.
Jesus Christus hat den Bruch zwischen uns Menschen und Gott
wieder beseitigt. Jesus Christus hat unseren Krieg, unsere
Revolution gegen Gott, wieder beendet und uns den Frieden
mit Gott geschenkt. Vor dieser entscheidenden Tat gilt
unsere Vergangenheit ohne Jesus Christus nichts mehr. Das
ehemalige NAHE- oder FERNE-Sein spielt keine Rolle mehr,
wichtig ist allein, daß heute dieser Friede zwischen Gott
und uns, den Jesus Christus geschlossen hat, besteht.
Es wird auch weiterhin in den verschiedenen Kirchen der Welt
gewaltige Unterschiede geben, die uns als Christenheit
auseinander zu bringen drohen. Wenn wir es aber nie
vergessen, daß Jesus Christus uns allen dasselbe Heil
geschenkt, denselben Frieden mit Gott für uns geschlossen
hat, dann wissen wir uns im Wichtigsten einig mit allen
Christen und allen Kirchen der Welt.
Und nun wird der Blick in unserem Text des Epheserbriefes
ganz nach vorne gelenkt. Die Vergangenheit zählt nicht mehr.
Ist das nicht überhaupt das Besondere im Leben eines
Christen, daß die Vergangenheit nicht mehr zählt?
Durch unser Versagen, durch unsere Bosheit und durch unsere
Schuld in der Vergangenheit ist ein groer Strich gemacht
worden. Das alles zählt nicht mehr durch Jesus Christus.
Wir dürfen in einer ganz neuen Weise nach vorne schauen, wir
dürfen vorwärts schreiten, unsere dunkle Vergangenheit
hinter uns lassend.
Alle, die den Friedensschluß mit Gott durch Jesus Christus
angenommen haben, gehören jetzt auch zu Gott, sind seine
Hausgenossen. Wir können auch sagen, sie sind Untertanen im
Reich Gottes.
Wir als seine Untertanen in seinem Reiche gehören zu Gott
und in ihm sind wir eine dankende und lobsingende Schar.
Durch ihn sind wir auch miteinander im Frieden verbunden.
Wir erhalten ebenfalls eine Auskunft darüber, was denn das
sei
"Bürger im Reiche Gottes",
oder
"Gottes Hausgenossen".
Es ist die Gemeinde, die Kirche Jesu Christi. Diese
Gemeinde, diese Kirche, weiß von dem Friedensschluß mit uns
durch die Apostel und durch die, die nach ihnen das
Evangelium von Jesus Christus verkündigt haben:
"Erbaut auf dem Grunde der Apostel und Propheten."
Unser Brief kennt noch nicht den Primat eines Papstes, wie
die römisch-katholische Kirche ihn herausstellt. Er kennt
nur den Dienst der Verkündigung des Evangeliums, zuerst
durch die Apostel selbst und später dann auch durch ihre
Schüler.
Von dieser Verkündigung des Evangelium damals haben wir ja
einen Niederschlag in allen Schriften des Neuen Testamentes.
So wie das Zeugnis von Jesus Christus das Fundament der
Kirche ist, so ist Jesus Christus der Eckstein, der nach der
ganz alten Bauweise den ganzen Bau zusammenhält. Wird dieser
Eckstein herausgebrochen, so bricht der ganze Bau zusammen.
Wird Jesus Christus in einer Gemeinde, in einer Kirche,
nicht mehr ernst genommen, dann bricht diese Gemeinde, diese
Kirche, auseinander.
Wo er aber in einer Gemeinde, in einer Kirche, das letzte
entscheidende Wort hat, da erweist sich diese Gemeinde,
diese Kirche, als das, was sie sein soll, als eine Behausung
Gottes, als ein heiliger Tempel Gottes, da er selbst zu
finden ist.
Wir haben es sicherlich schon gemerkt, daß es hier in allen
Dingen um das Geheimnis der Kirche Jesu Christi geht, die
die Gewalten der Hölle nicht werden überwältigen können.
Und Heil und Glück uns, wenn wir alle miteinander zu dieser
Kirche Jesu Christi gehören, indem wir uns ebenfalls den
Frieden mit Gott haben schenken lassen, der höher ist als
alle Vernunft.