-4-Kirchenjahr bis Pfingsten 45
Lugar/Ort:Meroú

Fecha/Datum:19/06/1960
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Reffino, 19-6-1960
Vizcacheras, 26-6-1960
Hernandarias, 26-6-1960
Camarero, 2-6-1963
Seguí, 9-6-1963
Diamante, 5-6-1965
Grabschental, 13-6-1965
Aldea Protestante, 5-6-1960
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Pfingsten
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Apostelgeschichte 2, 36-41
Skopus: Auch wir erfahren,was der Heilige Geist wirkt
-4- Kirchenjahr bis Pfingsten 45 -Apostelg. 2,36-41
"So wisse nun das ganze Haus Israel gewiß, das Gott diesen
Jesus, den ihr gekreuzigt habt, zu einem Herrn und Christus
gemacht hat. Da sie aber das hörten, ging's ihnen durchs
Herz, und sprachen zu Petrus und zu den anderen Aposteln:
Ihr Männer, liebe Brüder, was sollen wir tun? Petrus sprach
zu ihnen: Tut Buße und lasse sich ein jeglicher taufen auf
den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden, so werdet
ihr empfangen die Gabe des heiligen Geistes. Denn euer und
eurer Kinder ist diese Verheißung und aller, die ferne sind,
welche Gott, unser Herr, herzurufen wird. Auch mit vielen
anderen Worten bezeugte er und ermahnte und sprach: Lasset
euch erretten aus diesem verkehrten Geschlecht! Die nun sein
Wort gern annahmen, ließen sich taufen; und wurden
hinzugetan an dem Tage bei dreitausend Seelen."

Wir wissen, daß Jesus Christus nach seiner Auferstehung 40
Tage mit seinen Jüngern zusammen war. Und am Ende dieser
Tage, bevor er zurückkehrte zu seinem Vater im Himmel, hat
er seinen Jüngern ein Versprechen gegeben. Er will ihnen
nach einer gewissen Zeit den Heiligen Geist senden.
Nun ist sein Versprechen in Erfüllung gegangen. Es ist
Pfingsten bei den Jüngern Jesu geworden. Es ist der Tag
gekommen, da Jesus Christus ihnen diesen Heiligen Geist
gegeben hat.
Wir sind uns wohl alle der Schwierigkeit bewußt, die sofort
da ist, wenn wir vom Heiligen Geist sprechen. Wir können uns
unter dem Begriff des Heiligen Geistes kaum noch etwas
vorstellen. Darum können wir alle, selbst also als Christen
mit dem Pfingstfest nichts mehr anfangen, obwohl es eines
der Hauptfeste der christlichen Kirche ist.
Es gibt viele Pfarrer, die gar nicht wissen, was sie gerade
am Pfingstfest Besonderes verkündigen sollen. Es kommt eben
daher, daß wir uns beim Pfingstfest, bei der Ausgießung des
Heiligen Geistes in unserem Kopf nichts Rechtes, nichts
Vernünftiges mehr vorstellen, können, im Gegensatz zum
Weihnachts- oder Osterfest.
Vielleicht kann uns aber der heutige Text eine Antwort geben
darauf, was damals am Pfingsttag in Jerusalem geschehen ist
und welche ungeheure Bedeutung das auch für uns heute noch
hat.
Was war denn Besonderes geschehen in Jerusalem, nachdem die
Jünger den Heiligen Geist bekommen hatten? Das war
geschehen, daß sie auf einmal ihren Mund auftun konnten, um
den anderen Menschen etwas zu sagen. Der Heilige Geist
öffnet den Mund der Menschen. Er öffnet unseren Mund, daß
wir anderen etwas weitersagen können. Der Heilige Geist
macht aus Menschen, die wie stumme Hunde herumlaufen,
sprechende Menschen. Und was ist das, was Menschen, die den
Heiligen Geist erhalten haben, anderen Menschen weitersagen?
Wir ersehen das aus dem, was damals als erster Petrus gesagt
hat.
Er hat gesagt, daß Jesus Christus durch Gott zum Herrn der
ganzen Welt und zum Heiland aller Menschen gemacht worden
ist. Der Heilige Geist öffnet uns den Mund, daß wir anderen
Menschen etwas sagen von Jesus Christus, dem Herrn und dem
Heiland, und zwar ist gerade dieser Jesus Christus trotzdem
der Herr und der Heiuland, obwohl wir Menschen gerade diesen
Jesus nicht haben wollten und haben wollen. Judas Ischarioth
hat ihn verraten, Petrus ihn verleugnet. Die Juden haben
geschrieen:
"Hinweg mit ihm!"
Die Regierung in Jerusalem hat ihn zum Tode verurteilt, der
Gobernador Pontius Pilatus hat ihn gekreuzigt. Und in
welcher grausamen Weise helfen wir heute noch in unserem
Leben immer wieder mit, diesen Jesus totzuschlagen.
Jeder, der lebt, als ob es zum Beispiel die 10 Gebote nicht
gibt, hilft mit, diesen Jesus totzuschlagen.
Wir wollen uns einmal diesen Spiegel der 10 Gebote vor
unseren Augen halten:
"1. In deinem Leben soll den ersten Platz Gott, der Herr,
einnehmen.
2. Du sollst im Namen Gottes nicht fluchen, schwören,
zaubern, lügen oder trügen oder zum Braucher gehen.
3. Du sollst den Feiertag heiligen und nicht so leben, als
ob es den
Gottesdienst und Gotteswort nicht gäbe.
4. Du sollst deine Eltern in Ehren halten.
5. Du sollst deinem Nächsten keinen Schaden noch Leid an
seinem Leibe tun.
6. Du sollst nicht ehebrechen.
7. Du sollst nicht stehlen und betrügen.
8. Du sollst nicht Böses über deinen Nachbarn reden.
9.u.10. Du sollst nicht neidisch sein auf Hab und Gut
deines Nachbarn."
Wenn wir uns, du und ich, in diesem Spiegel betrachten, dann
können wir nicht mehr verächtlich mit dem Finger auf andere
zeigen, weil wir alle vor Gott solche sind, die heute noch
versuchen, Jesus totzuschlagen und daher vor Gott keiner
besser ist als der andere.
Petrus bekommt am Pfingsttage die Kraft allen Menschen
weiterzusagen, daß Gott diesen Jesus Christus zum Herrn der
ganzen Welt, zum Heiland aller Menschen, gemacht hat. Damit
verkündigt Petrus am Pfingstfest. daß Jesus Christus größer
und stärker ist als alle irdischen Mächte, auch wenn es auf
Golgatha aussah, als ob die Herren dieser Welt mit ihm
machen können, was sie wollen.
Damit verkündigt Petrus aber auch, daß dieser Jesus Christus
in seiner Liebe zu uns größer ist als unser Haß gegen ihn.
Trotzdem die Juden Jesus gekreuzigt haben, kann Petrus
verkündigen am Pfingsttag, daß Gott diesen Jesus doch zum
Messias, zum Heiland gemacht hat, selbst für die Mörder.
"Wer Jesus im Glauben am Kreuze erblickt, wird heil zu
derselbigen Stund."
Obwohl wir in unserem Leben uns wahrlich nicht als Christen
erweisen, obwohl wir immer genau das Gegenteil von dem tun,
was Jesus uns sagt und nicht besser sind als die
Ungläubigen, als die Nichtchristen, bleibt es bestehen, daß
Gott diesen Jesus für uns zum Zeichen dafür gemacht hat, daß
er uns doch noch liebt, selbst dich und mich.
Am Pfingsttag darf und muß verkündigt werden, daß Jesus
Christus jeden Menschen liebt. Er ist der Heiland von einem
jeglichen Einzelnen von uns.
Wo Gott seinen Heiligen Geist gibt, da öffnet Gott seinen
Kindern den Mund, daß sie das auch weitersagen an alle
Menschen.
Und was geschah an diesem ersten Pfingsttage in Jerusalem,
nachdem Petrus zu Ende ist mit dem, was er den Leuten von
Jesus Christus sagen will? Wir lesen es in unserem Text:
"Da sie aber das hörten, gings ihnen durchs Herz, und
sprachen zu Petrus und zu den anderen Aposteln: Ihr Männder,
liebe Brüder, was sollen wir tun?"
Die Zuhörer des Petrus sind über das, was er von diesem
Jesus gesagt hatte, außer Fassung geraten, vollständig
durcheinander gekommen.
Das soll ein Mensch auch mit dem normalen Verstand verstehen
können, daß dieser Jesus ihn doch noch liebt, daß er doch
noch sein Heiland ist, obwohl er vor kurzem
"kreuziget, kreuziget ihn!"
geschrieen hat, obwohl er bis zuletzt von diesem Jesus
nichts gehalten und fúr ihn nur ein ironisches Lächeln übrig
hatte?
Das soll einer verstehen können und nicht unruhig werden
darüber, daß selbst Gott uns noch lieb hat, obwohl wir so
wenig in unserem Leben nach ihm fragen?
Käme doch über uns alle dieses große Erschrecken, wie es
beim ersten Pfiungsttag in Jerusalem geschah, und zwar über
diese einfache Tatsache:
Wer wir sind und wer Gott ist und wer Jesus Christus ist,
und daß wir diesem Gott nicht zu gering, nicht zu böse sind,
um uns aus vollstem Herzen lieb zu haben, um unser Heiland
zu sein! Käme doch über uns auch dieses große Fragen:
"Nachdem Gott uns in einer solch unausprechlichen Weise
seine Liebe egzeigt und geschenkt hat, was sollen wir nun
jetzt tun?"
Wo der Heilige Geist am Werke ist, da wird gefragt:
"Was sollen wir tun?"
Welche Antwort gibt Petrus?
"Tut Bue und lasse sich ein jeglicher taufen auf den Namen
Jesu Christi zur Vergebung der Sünden, so werdet ihr
empfangen die Gabe des Heiligen Geistes."
Das heißt zuerst:
Kehrt um von eurem bösen Tun und fangt an, endlich in eurem
Leben nach Gottes Wort zu fragen und danach zu leben!
Nachdem ihr gesehen habt, in welch unaussprechlicher Weise
Gott euch liebt -keiner von euch ist für ihn zu schlecht und
zu böse-, könnt ihr jetzt anfangen, ihm dafür zu danken,
indem ihr das tut, was Gott will. Wo der Heilige Geist am
Werke ist, da werden Menschen bereit zum Gehorsam gegen
Gott.
Dieses Wort heißta aber zum anderen auch:
Lasset euch daran erinnern, was an euch zum ersten Male in
der Taufe geschehen ist und dann immer von neuem geschehn
soll! Lasset euch erinnern an die Vergebung eurer Schuld!
Wer weiß, daß er mit der ganzen Schuld seines Lebens immer
und immer wieder zum Heiland Jesus Christus kommen darf,
damit er diese Last wegnehme, und wer das auch immer tut,
der hat bereits die Kraft des Heiligen Geistes in seinem
Leben erfahren.
Wo der Heilige Geist am Werke ist, da erleben Menschen die
Vergebung ihrer Schuld.
Seht einmal, dieses alles ist am Pfingsttag in Jerusalem
geschehen.
Ja, was ist dort zum ersten Male geschehen::
Daß Jesus Christus den Heiligten Geist sandte, der den
Menschen die Vergebung ihrer Schuld zusprach, ihnen die
Kraft schenkte, in ihrem Leben nach Gottes Wort zu leben und
ihnen die Freudigkeit gab, von Jesus Christus als dem Herrn
der ganzen Welt und als dem Heiland aller Menschen alles
weiter zu erzählen.
Da, wo dieses heute geschieht, da entsteht
selbstverständlich eine Schar von Menschen, die das erlebt
und erfahren haben, da entsteht eine Gemeinde, eine Kirche,
in der Jesus Christus der Mittelpunkt ist. Dieses also
geschah aber nicht nur einmal damals in Jerusalem, sondern
es will auch heute am Pfingstfest und auch an den anderen
Tagen des Jahres Wirklichkeit werden, daß wir durch die
Kraft des Heiligen Geistes, eine wahre Gemeinde, eine echte
Kirche Jesu Christi werden, in der Menschen leben, die in
ihrem eigenen Leben erfahren haben, was der Heilige Geist
wirkt.