-4-Kirchenjahr bis Pfingsten 44c
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:24/05/1969
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Grabschental, 24-5-1969
Grabschental, 21-5-1978
Camarero/Puiggari, 10-8-1969
Reffino, 28-9-1969
Meroú, 21-5-1978
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Pfingsten
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Apostelgeschichte 2, 1-13
Skopus: Pfingsten - heute
-4- Kirchenjahr bis Pfingsten 44c -Apostelg. 2, 1-13
"Und als der Tag der Pfingsten erfüllt war, waren sie alle
einmütig beieinander. Und es geschah schnell ein Brausen vom
Himmel wie eines gewaltigen Windes und erfüllte das ganze
Haus, da sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen,
zerteilt, wie von Feuer; und er setzte sich auf einen
jeglichen unter ihnen; und sie wurden alle voll des heiligen
Geistes und fingen an, zu predigen mit anderen Zungen, nach
dem der Geist ihnen gab, auszusprechen. Es waren aber Juden
zu Jerusalem wohnend, die waren gottesfürchtige Männer aus
allerlei Volk, das unter dem Himmel ist. Da nun diese Stimme
geschah, kam die Menge zusammen und wurden bestürzt; denn es
hörte ein jeglicher, daß sie mit seiner Sprache redeten. Sie
entsetzten sich aber alle verwunderten sich und sprachen
untereinander: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden,
aus Galiläa? Wie hören wir denn ein jeglicher seine Sprache,
darin wir geboren sind. Parther und Meder und Elamiter, und
die wir wohnen in Mesopotamien und in Judäa und Kappadozien,
Pontus und Asien, Phrygien und Pamphylien, Ägypten und an
den Enden von von Libyen bei Kyrene und Ausländer von Rom,
Juden und Judengenossen, Kreter und Araber; wir hören sie
mit unseren Zungen die großen Taten Gottes reden. Und sie
entsetzten sich aber alle und wurden irre und sprachen einer
zu dem anderen: Was will das werden? Die anderen aber
hatten's ihren Spott und sprachen: Sie sind voll süßen
Weines."

Was war nicht alles über die Jünger Jesu hereingebrochen?!
Zuerst der Weg mit Jesus durch das Land Palästina. Das
Staunen über das, was der Herr tat, sagte und predigte. Sie
ahnen etwas davon, daß mit diesem Jesus etwas ganz
besonderes los sein mußte, etwas, was man so unter Menschen
noch nicht erlebt hatte. Dann kam die große Enttäuschung auf
dem Wege nach Jerusalem. Alle ihre Hoffnungen auf ein groes
irdisches Reich, in dem sie mit ihrem Herrn über das Volk
Israel herrschen und regieren würden, ist in ein Nichts
zusammengebrochen. Wir haben es in unseren Gottesdiensten
miterlebt, wie der, auf den sie ihre ganze Hoffnung gesetzt
hatten, wie ein Verbrecher sterben mußte, ohnmächtig anderen
Gewalten preisgegeben.
Wir abgrundtief traurig waren sie und wie enttäuscht. Hatten
sie ihre Hoffnung auf einen Falschen gesetzt, vielleicht
sogar auf einen Betrüger? Aber dann kam das große Erleben:
Unser Herr lebt, obwohl er totgeschlagen wurde. Unser Herr
ist doch König und Herr über Himmel und Erde, obwohl die
irdischen Mächte und Gewalten mit ihm Katze und Maus
gespielt haben. Ja, er sprach und wandelte mit ihnen noch
einige Tage in einer wunderbaren, aber unerklärbaren Weise.
Sie hörten aus seinem Munde, warum mit ihm dieses alles
geschehen mußte. Sein Reden und Handeln, sein Leiden und
Sterben hatten das einzige Ziel, uns Menschen zu helfen, die
Bestimmung unseres Lebens zu erreichen, das zu erreichen,
was mit unserem Menschsein zusammengehört, was unser
menschliches Leben erst lebenswert macht.
Das, was uns als Lebewesen zu Menschen macht, ist
1. die Freiheit Ja oder Nein zu sagen und
2. das Wissen, daß wir ohne unsere Mitmenschen nicht
auskommen und unsere Mitmenschen ohne uns nicht auskommen
können.
Durch unsere eigene Schuld haben wir unser Menschsein
verleugnet. Wir glaubten, ohne unsere Mitmenschen auskommen
zu können. Kain glaubte, auf Erden ohne seinen Bruder Abel
leben zu können und darum schlug er ihn tot und verleugnete
dadurch sein Menschsein. Wir verleugneten unsere Freiheit Ja
oder Nein zu sagen und wurden dadurch zu solchen Lebewesen,
die nachschreien, was die anderen schreien.
Als der Volksmenge vorgeschrieen wurde:
"Kreuzige, kreuzige ihn!"
schrie sie nach, obwohl sie vorher noch
Heil, Heil!
geschrien hatte.
Nachdem er seinen Jüngern erklärte, wie wir Menschen durch
sein Leben, Leiden und Sterben wieder wahre Menschen werden
können, die ihre Mitmenschen lieben und deren Nein ein Nein
und deren Ja ein Ja und ein echtes verantwortliches
Entscheiden ist, entzieht er sich ihnen, wie es uns in der
Himmelfahrtspredigt bezeugt wird. Er geht von ihnen, aber
nicht ohne ein wichtiges Versprechen:
"Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum
gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des
Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret
sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich
biin beu euch alle Tage bis ander Welt Ende."
Das bedeutet doch, daß seine Jünger der ganzen Menschheit
sagen sollen, daß durch Jesus Christus alle menschliche
Lebewesen die Möglichkeit erhalten können, echte Menschen zu
werden, die ihre Mitmenschen lieben und darum Kriege,
Revolutionen, Mord und Totschlag und Elend und Not und
Hunger und Krankheit unter uns ein Ende bereiten und die
wissen, was sie tun und auch tun, was sie wissen. Und unter
den Menschen, die den Weg Jesu auf Erden gehen, hin zu einem
wahren und echten Menschtum, wollte er gegenwärtig sein in
einer ganz besonderen Weise, nicht wie zu seinen irdischen
Lebzeiten und auch nicht wie nach seiner Auferstehung.
Auf diese besondere Gegenwart sollten sich die Jünger
vorbereiten und in unserem Text ist der Tag der neuen
eigenartigen Gegenwart des Herrn inmitten seiner Jünger
gekommen. Manches, was uns der Text in der Sprache von
damals predigt, bleibt uns unverständlich. Jedenfalls nennt
dieser Text diese besondere Gegenwart des Herrn, in der die
Jünger nichts anderes tun können, als diese große
Möglichkeit für alle, wieder echte und wahre Menschen zu
werden, die ihren Mitmenschen in Liebe begegnen und die
wissen, was sie tun und sagen:
Jesus wirkt durch die Kraft des Heiligen Geistes unter
seinen Jüngern. Und die vielen Menschen, die hier genannt
werden, die Parther und Meder und Elamiter und die andern
alle, sind ein Bild dafür, daß diese Einladung der Jünger,
den Weg Jesu zu gehen, in fast allen Sprachen der Welt und
allen Rassen und Völkern und Menschengruppen verkündigt
wird.
Ich las, daß das Neue Testament in 473 Sprachen übersetzt
worden ist.
Auch das wurde am Pfingsttag in Jerusalem zum ersten Male
sichtbar, daß die, die den Weg Jesu zu gehen bereit sind,
eine neue Gemeinschaft bilden, die christliche Gemeinde, die
Kirche Jesu Christi.
So können wir schon sagen, daß der Pfingsttag in Jerusalem
der Gründungstag der christlichen Kirche ist.
Einige Verse weiter lernen wir die erste Predigt des
Apostels Petrus kennen und wie die Zuhörer diese Predigt
aufnahmen:
3.000 Menschen sind bereit, den Weg Jesu zu gehen und wurden
damit Glieder der Kirche Jesu Christi.
Durch das gepredigte Wort ist Jesus Christus persönlich
unter uns Menschen gegenwärtig, inmitten seiner Jünger,
seiner Nachfolger, die sich um ihn als dem einzigen
Mittelpunkt sammeln.
Leider ist die Christenheit, obwohl sie nur ein Zentrum hat,
Jesus Christus, im Laufe der Jahrhunderte in viele Gruppen
und Kirchen zerrissen worden, die sich oft gegenseitig das
Leben schwer machten.
Zum großen Glück sieht es heute so aus, als ob ein neues
Pfingsten über die Kirche sich ausbreitet, daß Jesus
Christus in einer gewaltigen Weise durch die Kraft des
Heiligen Geistes am Werke ist, seine Christenheit zu einen,
damit sie besser als bisher, die ganze Menschheit au den Weg
Jesu rufen kann.
Selbst ein neues Erwachen geht durch die römisch-katholische
Kirche. Móchte doch auch ein Erwachen durch unsere Kirche,
durch unsere eigene Gemeinde gehen, damit wir erkennen, daß
wir als solche, die den Weg Jesu gehen wollen, eine Aufgabe,
einen Auftrag an die Welt haben.
Es genügt heute nicht, aus Tradition, aus Respekt vor
unseren Eltern, ein Christ zu sein, oder weil wir meinen,
schließlich muß Religion ja sein oder Frömmigkeit kann nicht
schaden, sondern wir haben uns auf dem Weg Jesu, auf dem wir
uns befinden, einzusetzen, daß die anderen mit uns den
gleichen Weg gehen. Wir haben uns einzusetzen, daß alle, die
ein menschliches Angesicht tragen, ein menschliches Leben
führen können, indem wir unseren Mitmenschen in Liebe
begegnen, so wie unser Herr Jesus Christus seinen
Mitmenschen in Liebe begegnet ist, auch uns.
Möge auch unter uns ein neues Pfingstfest Wirklichkeit
werden, damit wir als Jesu Nachfolger, durch unsere Hilfe,
durch unser Sprechen und Gebet, durch unsere Arbeit und
durch unser Geld allen Menschen ein menschliches Leben
ermöglichen, so wie Gott es gewollt und unser Herr Jesus
Christus uns vorgelebt hat und wir uns dadurch als treue
Glieder der christlichen Gemeinde erweisen.