-4-Kirchenjahr bis Pfingsten 44a
Lugar/Ort:Diamante

Fecha/Datum:09/06/1962
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Camarero, 10-6-1962
Reffino, 10-6-1962
Meroú, 10-6-1962
Aldea Protestante, 10-6-1962
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Pfingsten
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Apostelgeschichte 2, 1-13
Skopus: Jesus wirkt heute durch uns kraft des Heil.Geistes
-4- Kirchenjahr bis Pfingsten 44a -Apostelg. 2, 1-13
"Und als der Tag der Pfingsten erfüllt war, waren sie alle
einmütig beieinander. Und es geschah schnell ein Brausen vom
Himmel wie eines gewaltigen Windes und erfüllte das ganze
Land, da sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen,
zerteilt, wie von Feuer; und er setzte sich auf einen
jeglichen unter ihnen; und sie wurden alle voll des heiligen
Geistes und fingen an, zu predigen mit anderen Zungen, nach
dem der Geist ihnen gab auszusprechen. Es waren aber Juden
zu Jerusalem wohnend, die waren gottesfürchtige Männer aus
allerlei Volk, das unter dem Himmel ist. Da nun diese Stimme
geschah, kam die Menge zusammen und wurden bestürzt; denn es
hörte ein jeglicher, das sie mit seiner Sprache redeten. Sie
entsetzten sich aber alle, verwunderten sich und sprachen
untereinander: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden,
aus Galiläa? Wie hören wir denn ein jeglicher seine Sprache,
darin wir geboren sind? Parther und Meder und Elamiter, und
die wir wohnen in Mesopotamien und in Judäa und Kappadozien,
Pontus und Asien, Phrygien und Pamphylien, Ägypten und an
den Enden von Libyen bei Kyrene und Ausländer von Rom, Juden
und Judengenossen, Kreter und Araber; wir hörenn sie mit
unseren Zungen die großen Taten Gottes reden. Sie entsetzten
sich aber alle und wurden irre und sprachen einer zu dem
anderen: Was will das werden? Die andern aber hatten's ihren
Spott und sprachen: Sie sind voll süßen Weins."

Was war nicht alles über die Jünger Jesu hereingebrochen!
Zuerst der Weg Jesu mit ihnen über diese Erde. Das Staunen
darüber, was ihr Herr und Meister zu verkündigen hatte und
wie er es tat und das Mitdabeisein der Jünger, wenn der
Messias durch Zeichen und Wunder seine Worte bekräftigte.
Sie ahnen, da der, dem sie nachfolgten, in göttlicher
Vollmacht sprach und handelte. Dann kam über sie die große
Enttäuschung auf dem Wege nach Jerusalem. Alle ihre
Hoffnungen auf ein irdisches Reich, in dem sie mit Jesus
Christus das alte Volk Gottes regieren würden, ist zunichte
geworden. Wir haben es miterlebt in unseren Gottesdiensten,
wie der, auf den sie die ganze Hoffnung gesetzt hatten, wie
ein Verbrecher aufgehängt wurde und starb. Abgrundtief waren
sie traurig, aber auch enttäuscht und ohne jeden Halt. Und
dann erlebten wir es mit, wie am Auferstehungtage sie ihrem
lebendigen Herrn begegneten. Von welch einer großen Freude
wurden sie erfüllt, UNSER HERR IST NICHT MEHR TOT, el lebt,
er ist von den Toten auferstanden. Und während der 40 Tage,
da sie mit ihrem auferstandenen Herrn zusammensein dürfen,
hörten sie aus seinem Munde in einer ganz neuen Weise, warum
das alles so mit ihm, dem Sohne Gottes, geschehen mußte.
Alles, was geschah, hatte nur einen einzigen Sinn:
Uns Gottes große Liebe zu uns bösen Menschen zu bezeugen;
uns die Türe zum Himmel wieder zu öffnen, die wir selbst
durch unsere Bosheit zugeschlagen hatten, uns wieder zu
Gottes Kindern zu machen.
Und nachdem er es ihnen gesagt hatte, nach 40 Tagen kehrte
er wieder zurück zu seinem Vater im Himmel, um die
Herrschaft über Himmel und Erde anzutreten.
Aber bevor er zurückkehrte, gab er ihnen einen Befehl, der
heute auch noch uns gilt:
"Mit ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum
gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des
Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehret
sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich
bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende."
Das bedeutete, daß die Botschaft von der offeneen Türe zu
Gott nicht nur für die Jünger gilt, sondern alle Menschen
sollten sie hören. Dazu sollten sie, die Jünger, hinausgehen
in die weite Welt und es allen Menschen verkündigen. Sie
sollten die, die diese Botschaft von der großen Liebe Gottes
zu uns bösen Menschen hören wollten, sammeln und inmitten
dieser Schar von hörenden Menschen wollte Jesus Christus
selbst gegenwärtig sein. Er wollte gegenwärtig sein, nicht
mehr in derselben Weise wie vor der Kreuzigung, auch nicht
so, wie nach der Auferstehung bis zur Himmelfahrt, sondern
in einer völlig neuen, völlig anderen Weise. Auf die
Erfüllung dieses Versprechens sollten die Jünger warten und
sich vorbereiten. Und in unserem Text ist der Tag der
Erfüllung gekommen.
Manches, was uns in unserem Text gesagt wird, ist uns
unverständlich, aber das wird uns allen deutlich, daß in der
Kraft des Heiligen Geistes, der an jenem Tage in Jerusalem
zum ersten Male wirksam wird, die Jünger anfangen, das Heil
in Jesus Christus zu verkündigen, daß uns die Tür zum Himmel
öffnet.
Die vielen Menschen, die aus den verschiedenen Ländern der
damaligen Welt kamen und diese Verkündigung der Jünger
hörten, sind ein Bild dafür, daß heute das Evangelium von
Jesus Christus in fast allen Sprachen der Welt verkündigt
wird. Ich las zum Beispiel, daß das Neue Testament in 437
Sprachen übersetzt wurde.
Auch das wurde zum ersten Male Wirklichkeit, daß die, die
dieses Heil annahmen, Aufnahme fanden in der neu gegründeten
Gemeinschaft der Kirche Jesu Christi, der christlichen
Gemeinde.
So können wir schon sagen, daß der Pfingsttag in Jerusalem
der Gründungstag der christlichen Kirche gewesen ist.
In einigen Versen weiter lesen wir die erste Predigt eines
Jüngers, des Petrus.
Und ebenfalls können wir dort lesen, daß am Gründungstag der
christlichen Kirche, am Tage der Ausgießung des Heiligen
Geistes 3.000 Menschen auf Grund der Verkündigung des Petrus
als für sich gültig glaubten, daß Jesus Christus ihnen die
Tür zum Himmel aufgeschlossen hat und die darum Glieder
wurden der neugegründeten Gemeinschaft der Kirche Jesu
Christi, der christlichen Gemeinde.
Und das ist auch am Pfingsttag zu Jerusalem zum ersten Male
Wirklichkeit geworden, daß Jesus Christus in der Kraft des
Heiligen Geistes, durch die Predigt des Wortes Gottes, durch
die Predigt von ihm als dem Heiland aller Menschen, unter
seinen Jüngern weilt, mitten in seiner Kirche herrscht.
Wo das Wort Gottes gepredigt wird, da wird das Zeichen
aufgerichtet:
Hier kommt Jesus Christus selbst zu Worte.
Was damals am Pfingsttag geschah, gweschah nicht nur einmal,
sondern immer wieder und geschieht auch heute selbst mitten
unter uns.
Im Laufe der Jahrhunderte ist dieses Wunder wohl immer
schwächer geworden. Eine Zerrissenheit sondergleichen hat
unter der Christenheit Platz ergriffen, obwohl doch alle
Kirchen den einen Herrn Jesus Christus haben und auch auf
seine Stimme hören wollen.
Aber Gott sei Dank, daß es so aussieht in dieser Zeit, als
ob ein neues Pfingstfest beginnt in der ganzen Welt, daß
Jesus Christus in gewaltiger Weise in der Kraft des Heiligen
Geistes heute am Werke ist, um seine Kirche zu einer Kirche
zu machen, um der Zerrissenheit ein Ende zu bereiten, damit
seine Kirche noch besser als bisher das Wort der Einladung
verkündigen kann, damit noch mehr Menschen Gottes Kinder
werden.
Kirchen, die sich viele Jahrzehnte, ja Jahrhunderte,
gegenseitig bekämpft und teilweise sogar verdammt haben,
setzen sich heute wieder zusammen und hören gemeinsam auf
die Stimme ihres Herrn. Ein neues Geisteserwachen geht
selbst durch die katholsiche Kirche. Es sieht so aus, als ob
sie auf dem Wege ist, ebenfalls in einer neuen Weise der
Stimme des Herrn zu gehorchen.
Was dort in den letzten Jahren in Rom unter dem neuen Papst
geschieht, ist so einmalig in der Geschichte der
röm.-katholischen Kirche, daß man nur dankbar und staunend
erkennen kann, in welch mächtiger Weise unser Herr Jesus
Christus selbst in dieser Kirche am Werke ist.
Seit wenigen Wochen hat die Evangelische Kirche in
Deutschland einen offiziellen Vertreter beim Papst in Rom
zur Beobachtung der Vorbereitung des ökumenischen Konzils
Ende dieses Jahres.
Vor kurzer Zeit hat der Papst in Rom einen evangelischen
Theologieprofessor nach Rom eingeladen, damit er im Radio
des Vatikans den evangelisch-lutherischen Glauben erkläre.
Es ist ein Wunder vor unseren Augen.
Ahnen wir etwas davon, wie in der weitemn Christenheit Jesus
Christus in der Kraft des Heiligen Geistes am Werke ist,
sichtbar am Werke ist, seine Kirche zu einigen, damit sie
ihren Auftrag gegenüber den Menschen besser als bisher
durchführen kann. Wir leben in einer pfingstlichen Zeit.
Ach, liebe Gemeinde, daß auch wir, du und ich, es niemals
vergessen, das wir Glieder der Kirche Jesu Christi sind, die
einen Auftrag an die Welt hat.
Oft kann man mitten unter uns den Eindruck haben, als ob wir
nur deshalb Glieder unserer Kirche sind, weil es unsere
Väter auch waren, weil wir meinen, jeder Mensch müßte eine
Religion haben, weil wir meinen, etwas Frömmigkeit könnte
nicht schaden.
Wir vergessen nur zu leicht, daß der, der uns die Tür zum
Himmel aufgeschlossen hat, erwartet, daß wir mithelfen, daß
die christliche Gemeinde ihren Auftrag mitten in dieser Welt
auch ausführt, so wie es damals die Jünger und die Glieder
der ersten christlichen Gemeinde in Jerusalem getan haben.
Möge auch uns ein neues Pfingstfest mitten unter uns
geschenkt werden, damit wir treue Jünger unseres Herrn Jesus
Christus werden und auch durch unsere Hilfe, durch unsere
Arbeit, durch unser Sprechen und Bekenntnis, durch unser
Gebet und durch unser Geld andere Menschen etwas von der
Liebe Gottes zu uns bösen Menschen erfahren und Glieder der
Kirche Jesu Christi werden und Jesus Christus seine
Königsherrschaft über die ganze Erde durch uns aufrichten
kann.