-4-Kirchenjahr bis Pfingsten 30
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:07/05/1959
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Reffino, 22-5-1960
Vizcacheras, 29-5-1960
Meroú, 15-5-1969
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Himmelfahrt des Herrn
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Lukas 24, 50-53
Skopus: Himmelfahrt ist Ende und Anfang einer Zeitepoche
-4- Kirchenjahr bis Pfingstem 30 -Lukas 24, 50-53
"Jesus führte sie aber hinaus bis gen Bethanien und hob die
Hände auf und segnete sie. Und es geschah, da er sie
segnete, schied er von ihnen und fuhr auf gen Himmel. Sie
aber beteten ihn an und kehrten wieder gen Jerusalem mit
großer Freude und waren allewege im Tempel, priesen und
lobten Gott."

Diese eben gelesenen Verse sind die letzten Verse des
Evangeliums von Jesus Christus, das Lukas geschrieben hat.
Nachdem die Jünger die bitteren Leiden und das Sterben ihres
Herrn erlebt hatten, kam für sie die 40-tägige Freudenzeit.
Jesus hat sich als stärker erwiesen als alle seine Feinde,
stärker als Hölle, Tod und Teufel. Als ein Sieger hat er die
Fessel des Todes zerrissen und das Gefängnis des Grabes
zerstört. Er lebt! Er ist auferstanden!
Und das war das Besondere, daß dieser lebendige Herr in
diesen 40 Tagen mit den Seinen, mit seinen Jüngern und
denen, die ihm sonst zu Lebzeiten gefolgt waren, zusammen
sein konnte.
40 Tage konnten sie ihren Herrn und Meister sehen, mit ihm
sprechen, ihn fragen, auf seine Stimme hören, wenn er von
der Bedeutung seines Lebens, seines Leidens und Sterbens und
seines Auferstehens sprach. In diesen 40 Tagen brachte der
auferstandene Herr wieder das in Ordnung, was durch das
Versagen der Jünger in Unordnung gekommen war.
Den ungläubigen Thomas rief er zu einem Glauben, der da
glaubt, auch wenn er nichts sehen kann. Dem Verleugner und
meineidigen Petrus vergab er seine Schuld und gab ihm von
neuem die Möglichkeit, sein Apostel zu sein. Allen öffnete
er das Herz, damit sie erkennen, daß durch ihn, durch sein
Leiden und Sterben und Auferstehen, die Türe zum Himmel
wieder aufgeschlossen worden ist, nicht nur für sie, die mit
ihm auf Erden gewandelt sind, sondern für alle Menschen.
Auch gab er den Seinen den Auftrag, diese Nachricht, daß der
Himmel geöffnet ist, allen Menschen auf der ganzen Welt
weiter zu sagen und alle Menschen einzuladen, nun diese
offene Tür auch zu benutzen.
Jetzt ist das Ende dieser 40 Tage. Jesus Christus geht
zurück zu seinem Vater im Himmel.
Wir wissen, waß es wirklich eine Abschiedsstunde von
einmaliger Bedeutung ist. Diesmal kommt er in derselben
Weise nicht wieder zurück, so wie er nach der Auferstehung
diese 40 Tage bei ihnen gewesen war. Jesus selbst und auch
seine Jünger wissen um den Ernst gerade dieses
Abschiednehmens.
Und merkwürdig, aus unseren Versen spüren wir auch gar
nichts von einem Abschiedsschmerz. Wie so ganz anders ist
jetzt die Lage als die vor einigen Wochen, da Jesus am Kreuz
starb und von ihnen ging. Nun sind sie alle sogar von einer
ganz großen Freude erfüllt.
Warum konnten sie bei diesem Abschiednehmen dennoch fröhlich
bleiben? War es deshalb, weil Jesus ihnen gesagt hatte, daß
er zum Vater im Himmel zurückkehre, damit er seine
Herrschaft als ein König und Herrscher des Himmels und der
Erde antreten kann? Wir bekennen doch im apostolischen
Glaubensbekenntnis auch:
"Ich glaube an Jesus Christus, welcher aufgefahren ist gen
Himmel, sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen
Vaters."
Der Himmelfahrtstag wird ja in der ganzen Christenheit der
Welt als das Thronbesteigungsfest des Königs Jesus Christus
gefeiert.
Sicherlich freuen sich die Jünger auch darüber, daß der
scheidende Herr ihnen versprochen hat, am Ende der Tage noch
einmal wiederzukommen als König und Herr, und zwar dann so,
daß alle Menschen, alle Könige und Herrscher sich vor ihm
auf die Knie niederbeugen und ihm königliche und göttliche
Ehre geben müssen, ob sie wollen oder nicht, in Zorn und Wut
oder in groer Freude. Und Jesus hatte ja auch gesagt, daß
seine Jünger dann mit ihm herrschen und regieren würden.
Oder ist das nicht schon Freude genug, daß Jesus ihnen
versprochen hat, sie von seiner Himmelfahrt bis zu seiner
Wiederkunft nicht allein zu lassen.
Er will weiterhin bei ihnen bleiben, nun nicht mehr in
leiblicher Weise, sondern in der Kraft des Heiligen Geistes.
Ja, er hatte ihnen doch sogar den Befehl gegeben, auf die
Ausgießung dieses Heiligen Geistes zu warten. Und wenn der
Heilige Geist kommen würde, dann sollte das Wirklichkeit
werden, daß Jesus Christus durch den Heiligen Geist sich
eine große Schar von Menschen als seine Gemeinde, als seine
Kirche, zusammenruft und bei diesem Zusammenrufen seiner
Gemeinde sollten ihm seine Jünger helfen.
Und in dieser seiner Gemeinde und Kirche will er in der Zeit
von damals bis zu seiner Wiederkunft, also auch heute, seine
Königsherrschaft ausüben, nur den Gläubigen, den Jüngern
Jesu sichtbar, die nur in der Kraft des Heiligen Geistes
sichtbar werden kann.
Aber wir wissen, daß diese Herrschaft Jesu Christi in seiner
Kirche nicht erträumt ist, sondern eine reale Sache, an der
selbst die Ungläubigen nicht vorbei kommen können.
Gerade der Evangelist Lukas, der das geschrieben hat, weiß
bereits, als er dieses Ende des Evangeliums schreibt, daß
das Evangelium von Jesus Christus seinen Siegeszug durch die
Welt hinein angetreten hat.
Jesus Christus hat seine Herrschaft ausgebreitet von
Jerusalem nach Galiläa über das ganze Land Palästina, nach
Kleinasien und Afrika, auch über Europa, bis hin zur
Hauptstadt der damaligen Welt, bis nach Rom.
Als Lukas sich hinsetzt und diese letzte Geschichte von
Jesus auf dieser Erde schreibt, weiß er das alles bereits.
Nach dem Schlußpunkt unter diese Himmelfahrtsgeschichte hat
dieser Lukas sich nämlich hingesetzt und diesen Siegeszug
des Königs Jesus Christus durch die Welt beschrieben. Er hat
ja auch die Apostelgeschichte geschrieben, die davon
berichtet, daß Jesus Christus nach seiner Himmelfahrt durch
den Heiligen Geist in seiner Kirche seine Königsherrschaft
ausübt und über die ganze Welt ausbreitet.
Damit bezeugt Lukas uns allen:
Es ist Tatsache, das Fortgehen Jesu zu seinem Vater bedeutet
nicht Traurigkeit, sondern Freude. Seine Herrschaft über
diese Erde hört nicht auf, sondern fängt erst richtig an.
Und wir nach fast 2.000 Jahren müssen wie Lukas noch viel
besser bezeugen und bekennen können, daß Jesu Machtbereich
in seiner Kirche sich bereits über die ganze Erde erstreckt.
Auch das werden seine Jünger bestimmt niemals vergessen
haben, als er von ihnen genommen wurde, wie er segnend seine
Hände über sie ausbreitet.
Was wären seine Jünger, was wäre seine Kirche, was wären wir
alle miteinander, wenn dieser Herr selber nicht immer und
immer wieder schüzend und segnend seine Hände über uns
ausstreckte?
Wer bei klarem Wetter in der Dunkelheit mit dem Dampfer von
Río de Janeiro einfährt, der ist stark beeindruckt von dee
hohen Statue auf den Corcovado-Berg, die den segnenden
Christus darstellt, von vielen Lichtern angestrahlt. Niemand
kann sich diesem gewaltigen Eindruck entziehen.
Alllerdings kann dieser imposante Eindruck nur ein ganz
geringer Abklatsch von der Wirklichkeit sein, die damals am
Himmelfahrtstag anfing und heute noch gilt.
Jesu letztes Werk auf dieser Erde vor seiner Himmelfahrt war
seine segnende Hand, seine Segen über seine Jünger und über
uns.
Was wären seine Kirche, was wären wir ohne diesen Segen, der
heute noch gilt?! Eigentlich können wir, wenn wir das alles
recht verstanden haben, nichts anderes tun als vor diesem
König Jesus Christus niederfallen und ihn anbeten und
unserem Vater im Himmel danken, daß auch wir zu diesem König
Jesus Christus gehören dürfen.