-4-Kirchenjahr bis Pfingsten 25
Lugar/Ort:Grabschental

Fecha/Datum:13/05/1979
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Meroú, 13-5-1979
Crucesita, 27-4-1980
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Kantate
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Johannes 16, 5 - 15
Skopus: Jesus wird durch den Heiligen Geist vertreten
-4- Kirchenjahr bis Pfingsten 25 -Johannes 16,5-15
"Solches habe ich zu euch geredet, daß ihr euch nicht
ärgert. Sie werden euch in den Bann tun, es kommt aber die
Zeit, daß wer euch tötet, wird meinen, er tue Gott einen
Dienst daran. Und solches werden sie euch darum tun, daß sie
weder meinen Vater noch mich erkennen. Aber solches habe ich
zu euch geredet, auf daß, wenn die Zeit kommen wird, ihr
daran gedenket, daß ich's euch gesagt habe. Solches aber
habe ich euch von Anfang nicht gesagt; denn ich war bei
euch. Nun aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat;
und niemand unter euch fragt mich: Wo gehst du hin? Sondern
weil ich solches zu euch geredet habe, ist euer Herz voll
Trauerns geworden. Aber ich sage euch die Wahrheit: es ist
gut, daß ich hingehe. Denn so ich nicht hingehe, so kommt
der Tröster nicht zu euch; so ich aber gehe, will ich ihn zu
euch senden. Und wenn derselbe kommt, wird er die Welt
strafen um die Sünde um die Gerechtigkeit und um das
Gericht: um die Sünde, daß sie nicht glauben an mich; um die
Gerechtigkeit aber, daß ich zum Vater gehe und ihr mich
hinfort nicht sehet; um das Gericht, daß der Fürst dieser
Welt gerichtet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen; aber
ihr könnt es jetzt nicht tragen.
Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der
wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von
sich selber reden, sondern was er hören wird, das wird er
reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen.
Derselbe wird mich verklären; denn von dem Meinen wird er's
nehmen und euch verkündigen. Alles, was der Vater hat, das
ist mein. Darum habe ich gesagt: Er wird's con dem Meinen
nehmen, und euch verkündigen."

Wir haben vor uns einen Teil der sogenannten Abschiedsreden
Jesu, die uns nur der Evangelist Johannes überliefert hat.
Jesus hat seine Jünger darauf aufmerksam gemacht, daß nach
seinem Fortgang von dieser Erde Verfolgungszeiten auch über
sie, seine Jünger, kommen werden, ähnlich wie es jetzt in
Kürze mit ihm selbst geschehen wird. Aber er sieht seine
Leidenszeit als einen Schritt auf dem Wege seiner
Verherrlichung, auf dem Wege zu seinem Vater.
Während für seine Jünger dieses alles Furcht und Schrecken
bedeuten, aber auch Traurigkeit, daß sie ohne ihren Meister
ihren Weg fortsetzen müssen, dazu noch angefochten durch
blutige Verfolgungen, sieht Jesus das Positive seines
Fortgehens, das Positive für ihn selbst und für seine
Jünger. Für ihn selbst ist sein Fortgehen eine Übernahme der
Herrschaft über Himmel und Erde. Fúr seine Jünger bedeutet
sein Fortgehen, daß er ihnen für ihren Weg über diese Erde
und auch für alle ihre Anfechtungen und durch alle
Verfolgungen hindurch den Heiligen Geist senden wird. Dieser
Heilige Geist wird hier als Beistand, als ihr Verteidiger
und Helfer, verstanden.
Nach seinem Fortgang vertritt ihn unter den Seinen dieser
Heilige Geist, der von ihm, Jesus, ausgeht. Er sagt es in
unserem Text so:
"Es ist gut für euch, daß ich weggehe. Denn wenn ich nicht
fortgehe, kommt der Beistand nicht zu euch. Wenn ich aber
hingehe, will ich ihn zu euch senden."
Wir wissen ja, daß dieses Versprechen, den Heiligen Geist zu
senden, am Pfingsttag in Jerusalem in Erfüllung gegangen
ist. Aus furchtsame Menschen wurden solche, die frei und
öffentlich ihren Glauben an Jesus Christus bekannten und
befähigt wurden, für ihren Herrn alle Verfolgungen auf sich
zu nehmen, ja, sogar vor dem Tode schreckten sie nicht
zurück.
Es war und es ist bis heute noch immer so, daß Christen
durch den Heiligen Geist mit ihrem Herrn verbunden sind.
Durch diesen Geist, den wir nicht beschreiben können, von
dem wir nur sein Wirken kennen, werden wir befähigt, Taten
im Namen Jesu Christi zu tun, die wir sonst nicht tun
könnten. Das kann bedeuten, für Jesus Christus zu arbeiten,
Hab und Gut und Geld zu opfern, zu leiden und zu sterben.
Auf Grund anderer Bibelstellen hat dazu Martin Luther in der
Erklärung zum 3. Artikel folgendes noch von der Kraft des
Heiligen Geistes gesagt:
"Ich glaube, daß ich nicht aus eigener Vernunft noch Kraft
an Jesus Christus, meinen Herrn, glauben oder zu ihm kommen
kann, sondern der Heilige Geist hat mich durch das
Evangelium berufen, mit seinen Gaben erleuchtet, im rechten
Glauben geheiligt und erhalten; gleichwie er die ganze
Christenheit auf Erden berufet, sammelt, erleuchtet, heiligt
und bei Jesus Christus erhält im rechten einigen Glauben: In
welcher Christenheit er mir und allen Gläubigen täglich alle
Sünden reichlich vergibt und am Jüngsten Tage mich und alle
Toten auferwecken wird und mir samt allen Gläubigen in
Christus ein ewiges Leben geben wird. Das ist gewißlich
wahr!"
Auf dieses alles nimmt Jesus Bezug, sagt es aber nicht
ausdrücklich, wenn er zu seinen Jüngern spricht:
"Ich habe euch noch viel zu sagen; aber ihr könnt es jetzt
nicht ertragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit,
kommen wird, wird er euch in alle Wahrheit führen."
Bis jetzt haben wir immer wieder gehört, wie Jesus durch den
Heiligen Geist gegenüber den Seinen handelt. Nun handelt
Jesus aber bis auf den heutigen Tag nicht nur an den Seinen,
sondern gegenüber allen Menschen, ja, gegenüber der ganzen
Welt.
Durch den Heiligen Geist macht der Herr der Welt klar, was
es
1. mit der Sünde und
2. mit der Gerechtiogkeit und
3. mit dem Gericht sei.
Bei dem ersten Punkt soll die Welt, sollen alle Menschen
erfahren, daß es bei der Sünde nicht besonders um
Einzelvergehungen gegen irgendwelche Gebote geht, sondern
als Sünde deckt der Heilige Geist die Grundhaltung eines
Menschen auf, der nicht an Jesus Christus glaubt.
Wenn diese Grundhaltung eines Menschen nicht von Jesus
Christus geprägt ist, folgt daraus ein Denken und Tun in
Einzelhandlungen, die Jesus Christus Sünde nennt. Es kommt
aber auf die Grundhaltung eines Menschen im Verhältnis zu
Jesus Christus an, ob er Recht oder Unrecht tut, ob er
sündigt. In der Erklärung zum 2. Punkt der Gerechtigkeit
bezeugt Jesus Christus durch seinen Heiligen Geist in seinem
Wort:
"Der Heilige Geist wird der Welt aufdecken, daß
Gerechtigkeit die Tatsache umfaßt, daß ich zum Vater gehe
und ihr mich von jetzt an nicht mehr sehet."
Es ist gerecht, nicht ein ImStichlassen seiner Jünger, nicht
eine Niederlage im Kampf mit den Mächten und Mächtigen der
Welt; es ist gerecht, diesen Weg des Leidens und des
Sterbens um des Heiles der Menschen und der Errettung der
Welt willen zu gehen. Heißt es nicht an einer anderen Stelle
des gleichen Evangeliums:
"Also hat Gott die Welt geliebet, da er seinen eigenen Sohn
in den Tod gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht
verloren werden, sondern das ewige Leben haben."?
Und das 3., das Jesus durch den Heiligen Geist aller Welt
offenbaren will, ist das Gericht, und zwar das Gericht über
den, der Jesus nicht das Heil der Menschen und die Errettung
der Welt vollbringen lassen will, der alles beim alten sein
und bleiben lassen möchte, der nicht nur das Durcheinander
in der Welt, sondern auch den Haß der Menschen untereinander
liebt und fördert, der alles dahin treibt, daß die
Menschheit sich gegenseitig zerfleischt und die ganze Welt
zerstört wird.
Und Jesus Christus wird durch den Heiligen Geist allen
Menschen, auch den Ungläubigen, den Heiden und Spöttern,
kundtun:
"Daß in diesem Geriucht, das für den Evangelisten Johannes
bereits mit Jesu Passion in Gang kam, der Fürst dieser Welt
gerichtet, verurteilt und bestraft worden ist."
Nachdem Jesus von der Aufgabe des Heiligen Geistes gegenüber
allen Menschen gesprochen hart, unterstreicht er noch einmal
die ganz enge Verbindung zwischen ihm und dem Heiligen Geist
und daß dieser Heilige Geist immer in seinem Dienste steht
und daß er die Form ist, wie er, der Herr, nach Pfingsten,
inmitten seiner Gemeinde gegenwärtig ist:
"O komm, du Geist der Wahrheit
und kehre bei uns ein,
verbreite Liucht und Klarheit,
verbanne Trug und Schein.
Gieß aus dein heilig Feuer,
rühr Herz und Lippen an,
daß jeglicher Getreuer
den Herrn bekennen kann.
Du heilger Geist bereite
ein Pfingstfest nah und fern,
mit deiner Kraft begleite
das Zeugnis von dem Herrn.
O öffne du die Herzen
der Welt und uns den Mund,
daß wir in Freud und Schmerzen
das Heil ihr machen kund."