-4-Kirchenjahr bis Pfingsten 23
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:04/05/1958
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Paraná, 4-5-1958
Camarero, 12-5-1963
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Kantate
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Matthäus 28, 16-20
Skopus: Die Aufgabe für die Jünger Jesu
-4- Kirchenjahr bis Pfingsten 23 -Matthäus 28, 16-20
"Aber die elf Jünger gingen nach Galiläa auf einen Berg,
dahin Jesus sie beschieden hatte. Und da sie ihn sahen,
fielen sie vor ihm nieder, etliche aber zweifelten. Und
Jesus trat zu ihnen, redete mit ihnen und sprach: Mir ist
gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin
und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters
und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehret sie
halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin
bei euch alle Tage bis an der Welt Ende."

Hölle, Tod und Teufel haben es trotz allen ihren
Anstrengungen nicht fertiggebracht, diesen Jesus von
Nazareth zu besiegen. Selbst im Tode erweist er sich als
Sieger, sodaß der Tod als der Feind aller Lebendigen ihn
nicht festhalten kann. Der Tod muß Jesus Christus wieder aus
seiner Gewalt herausgeben. Das scheinbar Unmögliche ist doch
Wirklichkeit geworden. Der Tod ist nicht mehr das Letzte
eines Menschen.
Jesus Christus steigt als der lebendige Herr, als der Sieger
über Hölle, Tod und Teufel, aus dem Grabe hervor.
Wir wissen, wie zuerst dieser Auferstehungsmorgen
unverständlich für die Frauen am Grabe gewesen ist. Was dort
geschah, kann man einfach als Mensch nit seinem normalen
Verstand nicht verstehen. Selbst die Jünger brauchten lange
Zeit, um die ganze Freude fassen zu können, die mit der
Auferstehung Jesu Christi für alle Menschen verbunden ist.
Vielleicht ist es uns noch bekannt, daß die Frauen am leeren
Grabe den Befehl bekommen hatten, den Jüngern zu sagen, sie
sollten nach Galiläa gehen, dort würde ihnen der
auferstandene Herr begegnen.
Unser Text sagt uns nun, daß die Jünger dem Worte, das ihnen
die Frauen gesagt hatten, gehorchten. Es heißt hier:
"Aber die 11 Jünger gingen nach Galiläa auf einen Berg,
dahin sie Jesus beschieden hatte."
In den anderen Evangelien werden uns viele Geschichten
berichtet, die die Jünger mit ihrem auferstanden Herrn Jesus
Christus in den 40 Tagen bis zu seiner Himmelfahrt erlebt
haben. Matthäus allerdings brichtet uns nur diese eine
Geschichte, in der Jesus seinen Mund auftut und den Jüngern
ein sehr wichtiges Wort sagt, das bis zum heutigen Tag seine
entscheidende Bedeutung bealten hat:
"Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum
gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des
Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Und lehret
sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich
bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende."
Wir können und müssen es schon sagen, daß dieses Wort Jesu
an seine Jünger das Wichtigste in kurzen und knappen Worten
enthält, was er ihnen in den 40 Tagen nach seiner
Auferstehung gesagt hat .
Zuerst stellt er klar und deutlich fest, wer er jetzt ist,
der da über diese Erde geht, den Menschen half, dann so
schwer litt und wie ein Verbrecher am Kreuz starb und von
Gott auferweckt wurde:
"Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden."
Ach, wenn das seine Jünger nie vergessen würden, wer ihr
Herr ist. Ach, wenn alle christlichen Kirchen es nie
verleugnen würden, wer ihr einziger Mittelpunkt ist und sein
muß. Ach, daß wir alle miteinander in unserem Leben es nie
vergessen, daß der unser Herr und Heiland ist, dem alle
Macht und Gewalt gegeben ist im Himmel und auf Erden.
Wenn wir das recht in unserem Herzen aufnehmen, dann könnten
wir wenigstens etwas fröhlicher und glücklicher durch dieses
Leben gehen.
Liegt nicht jede Traurigkeit, jeder Mißmut, jede
Verzweiflung in unserem Leben daran, daß wir diese Tatsache
nicht ernstgenug nehmen, daß wir Jünger und Jüngerinnen
dieses Jesus Christus sind, dem alle Macht gegeben ist im
Himmel und auf Erden.
Kein Mensch unter uns, mag er noch so viele Sorgen und Nöte
und Krankheiten haben, braucht traurig zu sein, sein Herr
Jesus Christus geht mit ihm und will alle seine Gewalt im
Himmel und auf Erden dafür einsetzen, um ihm zu helfen, um
dir und mir zu helfen.
Wer dieses Wort ganz ernst nimmt, daß seinem Herrn und
Heiland alle Gewalt zur Verfügung steht, der darf auch dem
anderen Worte Jesu Glauben schenken:
"Alle eure Sorgen werfet auf ihn, denn er sorget für euch!"
Haben wir diesen Glauben an den auferstandenen und
lebendigen Herrn, dann haben wir alles, wirklich alles, was
wir nötig haben im Leben und im Sterben.
"Ich trau auf dich, o Gott, mein Herr,
wenn ich dich hab, was will ich mehr?
Ich hab ja dich, Herr Jesu Christ,
du mein Gott und Erlöser bist."
So ruft Jesus Christus, der auferstandene Herr, seine Jünger
und uns aus der Traurigkeit in die Freude, aus der Angst in
die getroste Zuversicht, aus dem Tod in das Leben hinein.
Er kann das, weil ihm alle Macht gegeben ist im Himmel und
auf Erden.
Das Zweite, das der auferstandene Herr seinen Jüngern sagt,
ist der Befehl, alle anderen Menschen auch aus der
Traurigkeit in die Freude, aus der Angst in die Zuversicht,
aus dem Tod in das Leben hineinzurufen:
"Darum gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie im
Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und
lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe."
Dieser mächtige Herr will nicht nur der Herr der wenigen
Jünger sein, sondern der Herr aller Menschen. Darum gibt er
zuerst damals seinen Jüngern den Auftrag, ihn, den
auferstandenen und lebendigen Herr allen Menschen zu
verkündigen, damit auch sie ihr ganzes Glück und Heil in
diesem Jesus Christus finden.
Das, was der auferstandene Herr hier seinen Jüngern sagt,
gilt uns in gleicher Weise:
"Gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie in meinem
Namen und lehret sie halten, was ich euch befohlen habe."
Dadurch, daß Jesu Jünger diesem Befehl gehorsam waren, nicht
nur sie, sondern auch all die vielen menschlichen
Generationen in der christlichen Kirche, dadurch ist auch
uns das Evangelium verkündigt worden und sind auch wir durch
die Heilige Taufe Glieder der Kirche Jesu Christi geworden
und wird auch uns heute zum Trost, zur Erbauung und zur
Ermahnung das Wort ausgelegt, das Jesus gesagt und befohlen
hat.
Auf Grund der Tatsache, daß unsere Väter, Großväter und
Urgroßväter und die die vielen vorhergehenden Geschlechter
diesen Befehl des auferstandenen Herrn ausführten, wurden
wir Christen, wurden wir solche, die ihr ganzes Vertrauen
allein auf den setzen dürfen, dem alle Macht gegeben ist im
Himmel und auf Erden.
Nun sind wir aufgerufen, zu gehorchen und mitzuhelfen, daß
alle Menschen Jünger und Jüngerinnen dieses mächtigen Königs
Jesus Christus werden.
Wir können das in ganz besonderer Weise, indem wir zuerst
mithelfen, daß auch unsere Kinder diesen Jesus Christus
kennen und lieben lernen und sein Eigentum werden und nach
seinem Worte fragen.
Diese Worte unseres Textes nennem wir allgemein den
TAUFBEFEHL JESU. Bei jeder Taufe soll dieser Taufbefehl
vorgelesen werden, mit dem unser Herr die Taufe eingesetzt
hat.
Gleich bei der Taufe achten wir einmal darauf. Wir legen
meistens die Betonung auf die Bedeutung der Taufe.
Allerdings dürfen wir das andere nicht vergessen, daß mit
der Taufe unlösbar das andere verbunden sein muß, die
Unterweisung in Gottes Wort:
"Lehret die Kinder und haltet sie dazu an, das zu tun, was
Jesus befohlen hat!"
Wer meint, es sei genug, daß dem Kinde etwas Wasser auf den
Kopf gegossen wird, hat die eigentliche Bedeutung der Taufe
noch nicht verstanden.
Ja, wer meint, er hätte es nicht nötig, das Versprechen zu
halten, das er er bei der Taufe als Vater oder Mutter oder
als Pate und Patin gegeben hatt, das Kind im evangelischen
Glauben zu erziehen, der hat von Jesus Christus die Taufe
erschwindelt und muß sich für diesen Betrug vor Gott
verantworten.
Taufe, christliche Erziehung, Unterweiosung in Gottes Wort,
Konfirmation, regelmäßige Teilnahme am Gottesdienst,
Gehorsam gegen Gottes Wort im Alltag gehören zusammen und
können nicht getrennt werden.
Zum rechten Jünger und zur echten Jüngerin gehört alles
zusammen oder der betreffende Mensch ist bereits an Jesus
Christus vorübergegangen und sieht ihn nur aus der Ferne und
trägt den Christennamen nur als eine äußerliche Formsache.
Wer den Christennamen trägt, wer durch die Taufe Jesu
Eigentum geworden ist, gehört ganz diesem Jesus Christus und
darf dann allerdings auch ganz auf die Hilfe dieses
mächtigen Herrn Himmels und der Erde bauen.
Mit den Worten
"Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende!"
macht Jesus uns auf eine Tatsache aufmerksam, die wir in
unserem Leben nicht missen möchten.
In unserer Geschiche steht Jesus als der auferstandene Herr
noch leibhaftig vor seinen Jüngern. Alle ihre Sorgen und
ihre Fragen können sie ihm von Angesicht zu Angesicht sagen.
Es kommt allerdings eine Zeit, da Jesus nicht mehr
leibhaftig unter ihnen sein wird. Er wird zurückkehren zu
seinem Vater, um dann eines Tages wieder offen vor aller
Welt als König und Herr auf dieser Erde mitten unter uns zu
erscheinen.
Er, der Herr, weiß, daß es in dieser Zeit unter seinen
Jüngern manche Zweifel und manche Fragen kommen werden, in
der Form:
Ist es wirklich wahr, daß Jesus Christus der Herr Himmels
und der Erden ist? Sieht es denn auch heute nicht darnach
aus, als ob alle möglichen Herren die Welt regieren, nur
nicht unser Herr Jesus Christus?
Unser Herr kennt also die Zweifel seiner Jünger, also auch
unsere Zweifel. Darum ruft er uns zu:
Habt keine Angst! Zweifelt nicht! Wenn ich auch nicht
leibhaftig mehr unter eucb bin, so bedeutet das nicht, daß
ich nicht doch bei euch wäre, mitten unter euch:
"Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende,"
wenn auch in einer anderen Weise, so gehe ich dennoch mit
euch und bin mitten unter euch, bis ich dann leibhaftig
wiederkomme. Trauet auf mein Wort und zweifelt nicht!