-4-Kirchenjahr bis Pfingsten 11
Lugar/Ort:Reffino

Fecha/Datum:19/04/1970
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Camarero/Puiggari, 11-4-1971
Grabschental, 2-4-1972
Aldea Protestante. 14-4-1974
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Ostern
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:1. Korinther 15, 19-28
Skopus: Auferstehung-die Garantie für die neue Schöpfung
-4- Kirchenjahr bi Pfingten 11 -1. Kor. 15, 19-28
"Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christum, so sind wir
die elendsten unter allen Menschen. Nun aber ist Christus
auferstanden von den Toten und der Erstling geworden unter
denen, die da schlafen. Sintemal durch einen Menschen der
Tod und durch einen Menschen die Auferstehung der Toten
kommt. Denn gleichwie sie in Adam alle sterben, also werden
sie in Christo alle lebendig gemacht werden. Ein jeglicher
aber in seiner Ordnung: der Erstling Christus, darnach die
Christo angehören, wenn er kommen wird; darnach das Ende,
wenn er das Reich Gott und dem Vater überantworten wird,
wenn er aufheben wird alle Herrschaft und alle Obrigkeit und
Gewalt. Er muß aber herrschen, bis daß er alle seine Feinde
unter seine Füße legt. Der letzte Feind, der aufgehoben
wird, ist der Tod. Denn er hat ihm alles unter seine Füße
getan. Wenn er aber sagt, daß es alles untertan sei, ist's
offenbar, daß ausgenommen ist, der ihm alles untergetan hat.
Wenn aber alles ihm untertan sein wird, alsdann wird auch
der Sohn selbst untertan sein dem, der ihm alles untergetan
hat, auf daß Gott sei alles in allen."

Wir haben gerade in der letzten Zeit in der gesamten
Christenheit ganz neu entdeckt, daß Jesus Christus uns
helfend zur Seite steht, um mit diesem Leben fertig zu
werden, mit dem, was in der Vergangenheit an Grausamem und
Schuldhaftem an uns und durch uns geschah und was uns nicht
zur Ruhe kommen läßt, oder was wir versäumt haben, um auch
die vielen Fragen und Probleme unseres menschlichen Lebens
von heute in Staat, Gesellschaft, Familie und am
Arbeitsplatz zu meistern und um die Menschenwürde für jeden,
der ein menschliches Angesicht trägt, in einer sich immer
weiter entwickelnden technisierten Welt zu erhalten.
Der Blick der Christen in der letzten Zeit ging nicht nur
ins Jenseits, in die Zeit nach dem Tode, sondern in dieses
unser menschliches Leben auf dieser Erde in aller seiner
Problematik.
Es wurde erkannt, daß wir als Jünger Jesu nicht unsere Hände
in den Schoß legen können und meinen, er. der Herr, wird
schon alles arreglieren, sondern wir haben alle unsere
Aufgaben dieses Lebens aktiv im Sinne Jesu mit anzupacken.
Gerade von Jesus Christus, seinem Wort und seinem Leben,
gehen heute ungeheure Wirkungen und Einflüsse aus und mit
ihnen meint man, die Voraussetzungen und Bedingungen für
diese neue Zeitepoche in der Hand zu haben.
Von ihm, Jesus Christus, erwarten heute nicht nur wir
Christen die entscheidende Hilfe, sondern auch die anderen
alle, und die anderen erwarten weiter von uns Christen, daß
wir ihnen ein Beispiel geben, wie wir mit dieser Hilfe Jesu
in diesem Leben fertig werden.
Wir haben heute als Menschheit erkannt, daß die Zeit, in der
wir hier auf Erden leben, ein Ganzes ist, die Vergangenheit,
Gegenwart und Zukunft gehören zusammen. Ein Mensch, zum
Beispiel, der ein dunkles und schuldhaftes Ereignis aus
seiner Vergangenheit nicht in Ordnung bringen kann, wird das
Leben heute nicht meistern können und nur mit Grauen an
seine Zukunft denken.
Was schleppen wir als Menschheit nicht alles aus der
Vergangenheit mit uns herum, was uns heute das Leben zur
Qual macht und uns mit Angst und Schrecken an das denken
läßt, was noch kommen kann und kommen wird.
Gibt es für uns alle nur noch ein Ende mit Schrecken?
Ist darum nicht alles Denken an und alles Planen für eine
bessere Zukunft ein nutzloses Unterfangen, weil wir ja
unsere eigene Vergangenheit noch nicht verstanden und
bewältigt haben, geschweige unsere Gegenwart.
Durch diese Erkenntnis von heute, daß Vergangenheit,
Gegenwart und Zukunft nicht auseinandergetrennt werden
können, sind schon viele Ideen, Programme, politische
Initiativen und staatliches Eingreifen gescheitert.
Uns Menschen kann nur dann geholfen werden, wenn uns
geholfen wird, mit unserer Vergangenheit fertig zu werden,
wenn uns geholfen wird, heute unsere Leben zu meistern,
sodaß wir sprechen können: Es lohnt sich zu leben, wir
brauchen nicht mit Angst und Schrecken an unsere Zukunft zu
denken.
In dieser Situation von heute wurde auf einmal in einer ganz
neuen Weise Jesus Christus, sein Leben und sein Reden und
sein Tun entdeckt, von dem es ja im Hebräerbrief heißt:
"Jesus Christus (ist die Hilfe für uns), gestern, heute und
in Ewigkeit."
Es ist schon etwas Großes und Herrliches, zu wissen, Jesus
Christus ist die Hilfe für unser ganzes Leben.
Es ist schon imponierend zu erkennen, wie wir Christen heute
von allen Seiten gefragt werden nach einer Antwort der Frage
der Planung unserer Zukunft, ohne daß wir unsere
Menschlichkeit verlieren, ja, sogar so, daß wir in der
Zukunft glücklicher leben können.
Die christliche Botschaft als Hilfe für dieses Leben heute
wird gefragt.
Wir können nun daher sehr leicht in die Gefahr hineinkommen,
in die die Gemeinde von Korinth hineingekommen ist, die
sagte, das Leben hier genügt uns und Jesus Christus hilft
uns, daß wir richtig als Menschen leben können und alles
andere interessiert uns nicht.
Sie sahen nicht, daß es eine heile und perfekte Welt hier
auf dieser Erde noch nicht gibt. Alle Anstrengungen können
wohl verschiedene Probleme lösen oder auch aus der Welt
schaffen, aber dafür treten an anderer Stelle neue Problema
auf, vielleicht noch schwerere.
Auf der einen Seite werden Nöte beseitigt und auf der
anderen Seite wird man mit neuen Fragen nicht fertig. Hier
wird durch Jesus Christus eine Schuld vergeben und aus der
Welt geschafft und schon im nächsten Moment fallen wir noch
tiefer.
Wir erleben es immer wieder, wie lächerlich es ist, wenn wir
meinen, singen zu können:
"Immer fröhlich, immer fröhlich, alle Tage Sonnenschein."
Es ist einfach die Realität dieses Lebens, daß sich dieses
Leben in einer noch unerlösten Welt abspielt. Aller
Versuche, aus dieser Welt ein Partadies zu schaffen, in der
wir restlos glücklich sein können, werden vielleicht uns dem
Ziel wohl ein wenig näher bringen, allerdings die
vollständige Erschaffung der erlösten und heilen und
glücklichen Welt hat sich Jesus Christus selbst vorbehalten.
Und weil sie eine totale Neuschöpfung sein wird, können wir
sie jetzt noch nicht mit uneren Worten beschreiben, darum
ist jedes Träumen davon nutzlos.
Alle unsere Bemühungen um eine neue Welt bedeuten im Sinne
der Neuschöpfung durch Jesu, bringen uns dieser ein
Stückchen näher, aber die Erfüllung aller unserer Sehnsüchte
vollführt allein Jesus Christus selbst, die es in der
Heiligen Schrift einmal ausgedrückt wird:
"Wir aber warten eines neuen Himmels und einer neuen Erde,
in welcher Gerechtigekeit wohnen wird."
Und wenn sie kommt, wird sie uns vollständig überraschen.
Wir werden Augen und Münder aufspereen und uns werden die
Worte fehlen, ähnlich, wie es sich bei der Auferstehung Jesu
Christi ereignete, die ja in einer gewissen Weise bereits
schon der Anfang der neuen Schöpfung, der Auftakt der
Erschaffung eines neuen Himmels und einer neuen Erde
bedeutet.
Wir sind also erst einmal ganz und gar gerufen,
mitzuarbeiten, daß das Leben auf dieser Erde, das durch
unsere Schuld durcheinander geraten ist, wieder etwas
menschlicher wird. Dazu reicht uns Jesus Christus seine
ganze Hilfe. Aber bei allem dürfen wir nicht vergessen, daß
wir in einer unerlösten Welt leben, die durch das Eingreifen
Jesu Christi erst neu wird, in der Weise wie er es will.
Die Auferstehung Jesu Christi ist bereits der Anfang dieser
neuen Schöpfung und gleichzeitig die Garantie dafür, daß sie
in einer vollkommenen Weise kommen wird.