-4-Kirchenjahr bis Pfingsten 10
Lugar/Ort:Reffino

Fecha/Datum:29/03/1964
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Aldea Protestante, 29-3-1964
Meroú, 10-4-1964
Paraná, 3-5-1964
Camarero, 9-5-1965
Grabschental, 10-4-1966
Aldea Protestante, 26-3-1967
Paraná, 4-4-1967-Karnkeng.Meier
Meroú, 17-4-1973-Krankeng.Wolf
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Ostern
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:1. Korinther 15, 19-28
Skopus: Auferstehung-die Garantie fïr eine neue Schöpfung
-4- Kirchenjahr bis Pfingsten 10 -1. Kor. 15, 19-28
"Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten und der
Erstling geworden unter denen, die da schlafen. Sintemal
durch einen Menschen der Tod und durch einen Menschen die
Auferstehung der Toten kommt. Denn gleichwie sie in Adam
alle sterben, also werden sie in Christo alle lebendig
gemacht werden. Ein jeglicher aber in seiner Ordnung: der
Erstling Christus, darnach die Christo angehören, wenn er
kommen wird; darnach das Ende, wenn er das Reich Gott und
dem Vater überantworten wird, wenn er aufheben wird alle
Herrschaft und alle Obrigkeit und Gewalt. Er muß aber
herrschen, bis daß er alle seine Feinde unter seine Füße
lege. Der letzte Feind, der aufgehoben wird, ist der Tod.
Denn er hat ihm alles unter seine Füße getan. Wenn er aber
sagt, daß es alles untertan sei, ist's offenbar, daß
ausgenommen ist, der ihm alles untergetan hat. Wenn aber
alles ihm unteran sein wird, alsdann wird auch der Sohn
selbst untertan sein dem, der ihm alles untergetan hat, auf
daß Gott sei alles in allem."

Wir brauchen nur etwas genauer darauf zu achten, was um uns
her in der Welt geschieht, dann bekommen wir sofort den
unverwischbaren Eindruck, daß wir in einer Zeit ohne
Hoffnung leben. Die Zeitungen sind erfüllt von dieser
Hoffnungslosigkeit. Ja, wir wagen es zu sagen, daß solch
eine hoffnungslose Zeit wie die unsrige es in der
Menschheitsgeschichte noch nicht gegeben hat.
Es hat wohl immer Zeiten gegeben, da einzelne Menschen oder
Familien oder auch Völker und Staaten mit Angst und
Schrecken an die Zukunft dachten und nicht ein- noch
aus-wußten. Aber wenn wir heute an die Probleme dieser Zeit
denken, wie Nordamerika gegen Rußland, das aufsteigende auf
Weltrevolution ausgehende kommunistische China, dann geht es
doch nicht mehr um den Tod einzelner Menschen, sondern um
den grausamen Tod der gesamten Menschheit, einschließlich
der noch nicht geborenen Kinder.
Nicht nur dunkel ist es um unsere menschliche Zukunft
bestellt, sondern wirklich und wahrhaftig hoffnungslos, also
ohne jede Hoffnung.
Das stellt heute eigentlich jeder nüchterne einigermaßen
kluge Mensch fest, und die Zeitungen, Zeitschriften und
Bücher sind voll davon.
Und mitten in der Zeit der größten Untergangsstimmung leben
wir als Christen. Wie stehen wir zu dieser
Hoffnungslosigkeit unserer Zeit?
Wir müßten ja dumme Menschen sein, wenn wir alle diese
schweren und dunklen Unglückswolken am Horizont nicht sehen
würden. Wir verschließen auch nicht unsere Augen vor der
Möglichkeit des Untergangs der Menschheit.
Und trotzdem! Als Christen brauchen wir nicht mit einer
zerbrochenen Hoffnung oder ganz und gar hoffnungslos
herumzulaufen. Unsere Hoffnung ist einzig und allein auf den
gerichtet, der uns erschaffen hat und uns erhalten will, und
der bleibt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Ihm kann unser böses
Treiben hier auf Erden nichts anhaben. Denn das ist uns doch
klar, daß diese Hoffnungslosigkeit über und in unserer Welt
herkommt von unserer Bosheit, die Gott nicht geben will, was
ihm gebührt und gehört.
Er bleibt derselbe, selbst wenn wir alles zerstört haben,
was wir zerstören können.
Während wir dabei sind, diese unsere Welt der Zerstörung
preiszugeben, ist er dabei, sie wieder so zu machen, wie sie
am Anfang gewesen war, wie es in der Schöpfungsgeschichte
ausgesprochen wurde:
"Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte und siehe da,
es war alles sehr gut."
Und von dieser Hoffnung sind alle unsere Verse erfüllt,
dann wird
"Gott alles in allem"
sein.
Wenn sich gerade die Untergangswolken zu entladen beginnen
und uns in den Abgrund zu ziehen beginnen, wird Gott sein
herrlich Werk vollenden, die vollkommene erneuerte
Schöpfung.
Darum brauchen wir als Christen uns nicht der uns heute
umgebenden Hoffnungslosigkeit der Welt preiszugeben.
"Drum auafwärts froh den Blick gewandt,
und vorwärts fest den Schritt,
wir gehn an unseres Meisters Hand
und unser Herr geht mit."
Wenn wir als Christen so im Gegensatz zu der hoffnungslosen
Welt als Menschen, erfüllt mit einer frohen und
siegeserfüllten Hoffnung, durch dieses Leben gehen, dann
begründen wir diese Hoffnung nicht nur auf das, was einmal
am Ende der Tage erst durch Gott geschaffen wird, sondern
wir haben ein Zeichen erfüllter Hoffnung bereits in unserer
Hand. Es ist Ostern geworden auf Erden.
Damals, auf dem kleinen Privatfriedhof in Jerusalem, als
Gott der Zerstörungsgewalt des Todes bei seinem Sohn Jesus
Christus ein eisernes Halt gebot, mußte der Tod als ein
durch menschliche Schuld eingedrungene Zerstörungsgewalt dem
Ruf des Lebens weichen. Der lebendige Gott hat dieser
zerstörerischen Macht des Todes eine nicht wieder
gutzumachende Niederlage bereitet.
Und wenn uns die Auferstehung von den Toten als die Hoffnung
unseres Lebens verkündigt und gepredigt wird, dann hoffen
wir seit dem Auferstehungsmorgen in Jerusalem nicht mehr ins
Leere hinein, sondern in unserem auferstandenen Herrn und
Heiland haben wir das Pfand unserer Hoffnung. Er war der
Erste und wir werden folgen.
Und wenn gegenüber aller Hoffnungslosigkeit dieser Welt, die
durch fanatisierte Menschen mit Riesenschritten ihrem Ende
zueilt, wir Christen froh und siegesbewußt und hoffnungsvoll
durch diese Welt gehen, dann hoffen wir nicht ins Leere
hinein, sondern der, der an seinem eigenen Leibe am
Auferstehungsmorgen erfahren hat, daß
Gottesmacht stärker ist als alle zerstörerischen Gewalten
dieser Welt, geht mit uns. Und dieser Jesus Christus ist
dann auch der, der am Ende der Tage die Vollendung dieser
Welt, allen zerstörerischen Gewalten zum Trotz, heraufführen
wird.
So gibt uns das Geschehen am Auferstehungsmorgen in
Jerusalem neue Freude und neuen Mut, in allen eingebildeten
und wirklichen Unterganmgsgefahren unserer Zeit,
hoffnungsvoll an der Hand unseres auferstandenen Herrn dem
Ziele entgegenzugehen, das Gott uns gesteckt hat, uns und
der ganzen Schöpfung:
Die vollkommen neue Schöpfung, der neue Himmel und die neue
Erde, in der Gott alles in allem sein wird und wir bei ihm.
"Drum aufwärts foh den Block gewandt
und vorwärts fest den Schritt.
Wir gehn an unsers Meisters Hand
und unser Herr geht mit."