-4-Kirchenjahr bis Pfingsten 09
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:03/04/1961
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Camarero, 21-4-1957
Meroú, 21-4-1957
Reffino, 9-4-1961
Meroú, 29-3-1964
Camarero, 10-4-1966
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Ostern
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Apostelgeschichte 2, 22-32
Skopus: Durch die Auferstehung Verständnis defr Vergebung
-4- Kirchenjahr bis Pfingten 9 -Apostelgesch. 2,22-32
"Ihr Männer von Israel, höret diese Worte: Jesum von
Nazareth, den Mann von Gott unter euch mit Taten und Wundern
und Zeichen erwiesen, welche Gott durch ihn tat unter euch
(wie denn auch ihr selbst wisset), denselben (nachdem er aus
bedachtem Rat und Vorsehung Gottes übergeben war) habt ihr
genommen durch die Hände der Ungerechten und ihn angeheftet
und erwürgt. Den hat Gott auferweckt, und aufgelöst die
Schmerzen des Todes, wie es denn unmöglich war, daß er
sollte von ihm gehalten werden. Denn David spricht von ihm:
"Ich habe den Herrn allezeit vorgesetzt vor mein Angesicht;
denn er ist an meiner Rechten, auf daß ich nicht bewegt
werde.Darum ist mein Herz fröhlich, und meine Zunge freuet
sich; denn auch mein Fleisch wird ruhen in der Hoffnung.
Denn du wirst meine Seele nicht dem Tode lassen, auch nicht
zugeben, daß dein Heiliger die Verwesung sehe. Du hast mir
kundgetan die Wege des Lebens; du wirst mich erfüllen mit
Freuden vor deinem Angesicht. Ihr Männer, liebe Brüder,
lasset mich frei reden zu euch von dem Erzvater David. Er
ist gestorben und begraben, und sein Grab ist bei uns bis
auf diesen Tag. Da er nun ein Prophet war und wußte, daß ihm
Gott verheißen hatte mit einem Eide, daß die Frucht seiner
Lenden sollte auf seinem Stuhl sitzen, hat er's zuvor
gesehen und geredet von der Auferstehung Christi, daß seine
Seele nicht dem Tode gelassen ist und sein Fleisch die
Verwesung nicht gesehen hat. Diesen Jesus hat Gott
auferweckt; des sind wir Zeugen."

Wie ein einziger Freudenschrei erklingt der Ruf von Ostern:
"Christus ist auferstanden!"
In der christlichen Gemeinde ist dieser Ruf bis auf den
heutigen Tag so voll Freude, Trost und Leben, daß er auf
keinen Fall auf die beiden Ostertage beschränkt sein kann.
Nein, dieser Ruf soll uns begleiten an einem jeden Tag
unseres Lebens, in alle Traurigkeit und in alle Freude
hinein.
Unser Leben als Christen wäre leer und sinnlos, wenn es
nicht erfüllt wäre von dieser einzigartigen Freude.
Die Botschaft von der Auferstehung unseres Herrn ist der
Mittelpunkt unseres christlichen Glaubens und dabei darf die
christliche Kirche eine fröhliche Kirche sein und
gleichfalls dürfen Christenmenschen fröhliche Menschen sein.
Wem der Auferstandene begegnet ist, dem wird er zur
unversiegbaren Quelle der Freude.
Das haben die Jünger damals als die Ersten erleben dürfen.
In einer gemeinen Weise hatten sie ihren Herrn, als er den
Leidens- und Sterbensweg antrat, verlassen. Welch eine
Schuld hatten alle Jünger auf sich geladen, die nicht
geringer war als die Schuld des Verräters Judas. Nun, da der
Auferstandene vor ihnen steht, finden wir in seinem Munde
keine Anklage, sondern er grüßt sie mit dem Gruß:
"Friede sei mit euch!"
Damit streicht er mit einem Worte alle ihre Schuld durch.
Friede ist zwischen Jesus und seinen Jüngern. Der bekennt
sich zu ihnen.
Oder denken wir an Petrus, der den Herrn im Angesichte der
Feinde verleugnete und dann mit den anderen Jüngern floh.
Jesus Christus schenkt ihm aufs neue die Freudigkeit des
Rufes:
"Folge mir nach!"
Wer diese Freude in der Begegnung mit dem Auferstandenen
erlebt hat, der kann nicht mehr schweigen, der muß aller
Welt von dem alleinigen Freudenbringer Jesus Christus, der
von den Toten auferstanden ist, reden und verkündigen.
So ist es dann wohl auch selbstverständlich, daß Petrus in
seiner ersten Predigt die Verkündigung von dem lebendigen
und auferstandenen Herrn zum Mittelpunkt macht:
"Diesen Jesus hat Gott aufgeweckt; des sind wir Zeuegen."
Dieses Zeugnis von dem auferstandenen Herrn ruft er Menschen
zu, die die Mörder Jesu gewesen sind:
"Ihr Männer von Israel, höret diese Worte!"
Wenn es nach uns ginge, würden wir ihnen jetzt eine lange
Strafpredigt halten und ihnen immer wieder das böse Tun
vorgehalten haben, aber bei Petrus vermissen wir das.
Er macht nichts anderes als in langen Ausführungen diesen
auferstandenen Herrn zu bezeugen. In einer gründlichen Weise
führt er das Alte Testament heran und zeigt diesen Männern,
das schon der König David von der Auferstehung Christi
geredet hat:
"Da David nun ein Prophet war, hat er es zuvor gesehen und
geredet von der Auferstehung Christi."
Dem Petrus ist in seinem Leben etwas deutlich geworden, was
bei uns in unserem Reden und Handeln oft nicht deutlich ist.
Petrus hat es nicht vergessen, daß er ja ein Verleugner
gewesen ist und nur durch das neue Wort des auferstandenen
Herrn wieder angenommen wurde. So kann er auf die anderen
Menschen nicht von oben herabsehen. Er kann nur eines, Jesus
Christus, den Auferstandenen auch unter Jesu Mördern zu
verkündigen, auf daß sie alle auch zu einer Begegnung mit
dem Auferstandenen kommen und auch sein Wort
"Friede sei mit euch!"
hören und es annehmen.
Petrus möchte sich nicht von denen, die da vor ihm stehen
und die Furchtbares getan haben, getrennt wissen, im
Gegenteil, er möchte mit ihnen in derselben Gemeinschaft
stehen, die von dem hellen Licht der Auferstehung
angestrahlt werden und die darüber im Leben froh werden,
unüberbietbar froh.
Das Licht, das von der Auferstehung des Herrn ausstrahlt in
die Gegenwart, wirft seine Strahlen auch zurück in die
Vergangenheit. Von der Auferstehung Jesu Christi her wird
dem Petrus und auch uns erst deutlich, was dort am Kreuz auf
Golgatha eigentlich geschehen ist. Ohne dieses helle
Auferstehungslicht würden wir am Geschehen von Golgatha
herumbuchstabieren, könnten aber niemals eine rechte Antwort
darauf finden.
Wer aber das Geschehen am Kreuz von der Auferstehung her
versteht, wer Karfreitag von Ostern her sehen kann, der
erfährt etwas, was er niemals für möglich hätte halten
können, nämlich dieses:
Mitten durch alle menschliche Schuld, mitten durch den
Beschluß des Hohen Rates - Er ist des Todes schuldig.-,
mitten durch den Ruf:
"Kreuziget, kreuziget ihn!",
mitten durch das Angebot des Judas:
"Was wollt ihr mir geben, wenn ich ihn euch verrate?",
mitten durch das Wüten der Hölle hat Gott seinen Plan mit
seinem Sohn der Vollendung entgegengehen lassen:
"Gott hat ihn aus bedachtem Rat und Vorsehung übergeben."
Mitten in der Grausamkeit, Sinnlosigkeit und Wut der
Menschen erfüllte sich dennoch Gottes Willen mit seinem
Sohn:
Gott opferte seinen eigenen Sohn .
Das, was Gott bei Abraham nicht zuließ, daß er seinen Sohn
Isaak opferte, das läßt er mit seinem eigenen Sohn
geschehen. Es war Gottes Wille, trotz aller wirklichen
menschlichen Schuld, daß Jesus Christus am Kreuz starb.
Er starb dort, damit wir nicht sterben brauchten, damit er
uns zurufen kann:
Du darfst auch leben!
Von der Auferstehung her wird uns deutlich, daß Jesu Leiden
und Sterben Gottes Wille war, um uns aus der Knechtschaft
der Sünde und des Todes herauszuretten.
Da ruft Petrus diesen Menschen, die Jesus getötet hatten,
also zu, da ruft Petrus uns zu, die wir tagtäglich unseren
Herrn verleugnen, Gott wollte es, daß Jesus diesen Weg ging.
Es war Gottes Wille, daß sein Sohn ans Kreuz geschlagen
wurde.
Petrus vertritt aber durchaus nicht die Meinung, als ob die
Menschen damals, als ob wir keine Schuld hätten gegenüber
diesen Sohn Gottes. Nein, die Schuld des Mordes bleibt klarr
bestehen:
"Ihr habt ihn genommen durch die Hände der Ungerechten und
ihn angeheftet und erwürgt."
Aber diese Schuld, alle unsere Schuld in Gedanken, Worten
und Werken begangen, steht unter dieser frohen Nachricht:
"Für uns in den Tod gegeben, auf daß wir Frieden hätten."
Keine Schuld auf Erden ist so groß, daß sie dieser Jesus
Christus mit seinem Tun am Kreuz nicht gesühnt hätte. Selbst
die Schuld des Judas war nicht so groß, daß der
auferstandene Herr sie ihm nicht hätte vergeben können.-Er
wollte es nicht, daß ihm seine Schuld durch den Kreuzestod
vergeben wird.- Und daß das so ist, daß wir nicht mehr mit
einem belasteten Gewissen herumlaufen brauchen, daß wir es
wissen dürfen:
"Dir sind deine Sünden vergebn!"
wird uns bezeugt dadurch, daß Gott sich zum Opfertod seines
Sohnes bekannt hat, und zwar dadurch, daß er ihn von den
Toten auferweckte, daß er Ostern werden ließ.
Wohl hatte sich Gott zu seinem Sohn auch schon vorher durch
Taten, Wunder und Zeichen bekannt, wie Petrus sagte:
"Jesum von Nazareth, der Mann, von Gott unter euch mit Taten
und Zeichen erwiesen, welche Gott durch ihn tat unter euch."
Aber das eine große Wunder der Auferstehung des Herrn sagt
jetzt in einer klaren Weise, die nicht überhört werden kann:
Das Werk seines Sohnes für dich ist vollbracht. Ich bekenne
mich zu dem Werk meines Sohnes, indem ich Ostern werden ließ
auf Erden. Jetzt dürfen auch wir glauben, daß wir Gottes
Kinder sind.