-4-Kirchenjahr bis Pfingsten 05b
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:06/04/1958
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Reffino, 6-4-1958
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Ostern
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Lukas 24, 1 - 9
Skopus: Der Auferstandene ist der Erste und wir folgen
-4- Kirchenjahr bis Pfingsten 5b -Lukas 24, 1-9
"Aber am ersten Tage der Woche sehr früh kamnen sie zum
Grabe und trugen die Spezerei, die sie bereitet hatten, und
etliche mit ihnen. Sie fanden aber den Stein abgewälzt von
dem Grabe und gingen hinein und fanden den Leib des Herrn
nicht. Und da sie darum bekümmert waren, siehe, da traten zu
ihnen zwei Männer mit glänzenden Kleidern. Und sie
erschraken und schlugen ihre Angesichter nieder zur Erde. Da
sprachen die zu ihnen: Was suchet ihr den Lebendigen bei den
Toten?
Er ist nicht hier; er ist auferstanden. Gedenket daran, wie
er euch sagte, da er noch in Galiläa war und sprach: Des
Menschen Sohn muß überantwortet werden in die Hände der
Sünder und gekreuzigt werden und am dritten Tage
auferstehen. Und sie gedachten an seine Worte. Und sie
gingen gingen wieder vom Grabe und verkündigten das alles
den Elfen und den anderen allen."

Wir haben gerade den alten schlichten Bericht über das
Ereignis der Auferstehung gehört. Eine tiefe Traurigkeit lag
über den Frauen, die gekommen waren, um den Leichnam Jesu
einzubalsamieren. Und dann die Begegnung mit den Engeln und
die Botschaft:
"Er ist nicht hier, er ist auferstanden."
Die Frauen werden aufgefordert, einmal dem nachzudenken, was
Jesus selber vor seinem Tode von der Auferstehung gesagt
hat.
Sie können sich wohl daran erinnern, aber verstehen können
sie das alles nicht. Sie laufen entsetzt vom Grabe fort.
Vermutlich hätten wir alle das ebenfalls getan.
Der Evangelist Markus berichtet noch, das sie aus Furcht
zuerst niemanden etwas von dem Erlebnis am Grabe
berichteten, aber später dann doch den Jüngern es erzählten,
die genauso wie so selbst erschrocken waren.
Obwohl dieser Osterbericht so kurz und so nüchtern ist, ist
er doch so wichtig, daß er die ganze Geschichte der Welt
sprengte.
Ostern leitete eine neue Weltgeschichte ein.
Jesus lebt, Jesus ist auferstanden, das bedeutet, Gott
greift ein in unsere so böse Welt. Er überläßt sie nun nicht
mehr sich selbst, sondern er gibt dieser Welt ein Ziel.
Gott hat Jesus auferweckt.
Und alle unsere menschlichen Erfahrungen reichen nicht aus,
um das zu verstehen. Darum waren doch die Frauen am Grabe so
erschrocken, darum wollten die Jünger es zuerst nicht
glauben und Thomas sogar dann nicht, als die anderen es
bezeugten:
"Ja, wir haben den Herrn gesehen."
Es ist den Frauen und Jüngern so ergangen, wie es vielen von
uns heute noch ergeht, wenn sie von der Auferstehung hören,
sie können es nicht fassen und nicht verstehen. Wenn Gott
eingreift, dann geschehen Dinge, die wir mit unseren
menschlichen Sinnen nicht verstehen und mit unseren
menschlichen Maßstäben nicht messen können. Es sind eben
Gottes Taten. Sie zeigen seine Macht und Herrlichkeit an. So
ist es bei der Auferweckung Jesu auch.
Gott hat Jesus auferweckt, um zu zeigen, daß dieser Jesus
trotz seiner Verurteilung und trotz seiner Verdammung durch
das jüdische Volk sein Sohn ist. Er steht und hält zu ihm.
Er hebt das Todesurteil des jüdischen Volkes und des Pontius
Pilatus wieder auf. Alles sah so aus, als ob seine Feinde
einen totalen Sieg über ihn errungen hätten. Aber seine
Feinde haben nur einen Scheinsieg errungen. Dem Herrn Jesus
gehört der endgültige Sieg. Auf Golgatha folgt Ostern. Auf
die vermeintliche Niederlage folgt der endgültige Sieg.
Vieles in der Welt, was jetzt wie eine Niederlage der
Christenheit Gottes aussieht, ist in Wirklichkeit ein Sieg.
Einmal wird sich das noch vor allen Augen herausstellen.
Am Ostermorgen wußten nur die paar Frauen von diesem Sieg
Jesu; die anderen erfuhren es später. Und jetzt wissen auch
wir es, daß Jesus gesiegt hat.
Gott zeigt sich als der Herr über den Tod. Der Tod ist nicht
das Letzte. So etwa, wie Jesus einst ins Grab des Lazarus
hineingerufen hattte:
"Lazarus, komm heraus!",
so ist die Stimme Gottes ebenfalls in das Grab seines Sohnes
gedrungen:
Mein Sohn, komm heraus.
Dieser Ruf war das Ende seines Todes und damit das Ende des
Todes überhaupt. Jesus ist der Erste, dem der Tod nichts
anhaben konnte. Er hat sich darum auch von den Seinen sehen
lassen, damit nie wieder einer sagen kann, mit dem Tode ist
alles aus.
Viele sagen es trotzdem und flüchten, wenn sie keinen Weg
für ihr Leben sehen, in den Tod, anstatt zu Jesus zu gehen.
Der Tod hilft nicht, sondern Jesus Christus, der dem Tod
sogar die Macht genommen hatte.
Jesus allein ist die rechte Zuflucht für alle, auch für die
Verzweifelten. Wer zu ihm sich hält, braucht sich vor
niemanden zu fürchten, auch vor dem Tode nicht.
Wer zu Jesus hält, der steht so frei und sicher da, daß
keiner ihn bezwingen kann, kein Feind und keine Angst und
keine Not.
Diese fröhliche Gewißheit wird jedem geschenkt, der sich
ganz auf den auferstandenen Herrn verläßt.
Diese Fröhlichkeit, die jedem Christen geschenkt werden
will, ist für uns das Zeichen, daß Jesus lebt und wirkt.
Wir recht haben die Engel, wenn sie sagen:
"Was sucht ihr den Lebendigen bei den Toten?"
Wie gut ist es, daß wir die genaue Lage des Grabes nicht
kennen, sonst würden Millionen dieses Grab besuchen wollen,
anstatt auf die Stimmne des auferstandenen Herrn zu hören.
Nicht der gestorbene Jesus, sondern der auferstandene Herr
ist unsere Zukunft und unser Heil. Ostern bedeutet doch, die
Zukunft gehört dem Herrn Christus, der auferstanden ist und
allen, die sich um ihn sammeln. Unser aller Zukunft liegt in
den Händen des Herrn Christus, der der Herr über den Tod
ist.
Dieses fröhliche Wissen macht unseren jetzigen Weg hell und
gibt uns Trost in den mannigfachen Nöten und Anfechtungen
unseres Lebens. Unser Leben steht in der Hand des lebendigen
Herrn, Jesus kommt auch in unserem Leben zu seinem Ziel;
ebenfalls auf dieser Erde, die durch die Hand der Menschen
oft vor dem Zusammenbruch steht. Alle Pläne, die sich
Menschen und Völker gesetzt haben, werden beiseite
geschoben. Ihre Pläne und Reiche vergehen, wie alle Reiche
des Altertums vergangen sind, aber das Reich Christi wird
dann gerade in seiner ganzen Herrlichkeit aufgerichtet
werden. Die Macht der Römer und der Juden, die Jesus ans
Kreuz brachten, ist längst dahin, ein Hitlerreich in seinem
fanatischen Haß gegen Christus ist weggefegt, und alle
Mächte, die gegen Jesus kämpfen, werden ebenso dahin
schwinden, wenn es am jüngsten Tage als Lobgesang erklingt:
"Es sind die Reiche der Welt unseres Herrn und seines
Christus geworden und er wird regieren von Ewigkeit zu
Ewigkeit."
Dieses Reich des Christus kommt, während die Reiche dieser
Welt vergehen werden.
Das kommt so gewiß, wie Jesus von den Toten auferstanden
ist. Seine Auferstehung ist für unsere Augen der Beginn
dieses göttlichen Reiches.
Wie wird da das Handeln und Treiben dieser Welt klar und
durchsichtig. Wir sehen dann durch alles, was jetzt die
Menschheit in Atem hält und in dauernder Furcht versetzt.
Wir sehen durch das alles hinein in das letzte Reich Gottes
und freuen uns, daß uns der Auferstandene dahinein gerufen
und berufen hat. Wir sind noch in dieser Welt und leiden mit
ihr und an ihr und gehören doch schon hinein in die Welt des
Auferstandenen. So hat Gott es gewollt. Das war sein Plan
und Ziel von Anfang an. Der Satan wird und kann ihm das
nicht verderben.
In der Auferstehung Jesu Christi ist dieser Satan besiegt
worden, seine Niederlage ist auch die Niederlage aller, die
sich gegen den Sieg über den Tod empören. Noch will man das
nicht überall zugeben. Noch behaupten viele ihr Recht gegen
Gott. Aber Ostern heißt. Jesus hat Recht bekommen gegenüber
seinen Feinden, auch gegenüber Satan und Tod. Gott hat ihm
sein Recht verschafft. Gott allein hat auch in Zukunft das
Recht auf seiner Seite.
Dazu gehört es auch, daß alle, die mit dem Auferstandenen in
dieser Welt leben, auch mit ihm in seiner Herrlichkeit leben
werden. Das sollen wir ja in unserem grauen Alltag nicht
vergessen, obwohl wir immer in dieser Gefahr stehen.
Die Frauen hatten auch vergessen, daß Jesus vor seinem Tode
von seiner Auferstehung geredet hatte, nicht nur einmal,
sondern viele Male, die Jünger ebenfalls.
Der Engel muß sie erst daran erinnern. Aber können wir ihnen
einen Vorwurf machen, daß sie etwas so Wichtiges, so
Unerhörtes, vergessen konnten?
Hätten sie sich der Worte Jesu erinnert, dann hätten sie ihn
mit gespannter Zuversicht erwartet und sich auf die Stunde
gefreut, in der er wieder in ihrer Mitte sein würde.
Stattdessen sind sie voller Traurigkeit.
Kommen die Schwierigkeiten unseres Lebens, unsere
Mutlosigkeit und Angst etwa auch daher, daß wir Ostern, die
Auferstehung und das Versprechen Jesu vergessen haben, was
er, der Auferstandene, uns zuruft?:
"Siehe, ich lebe und ihr sollt auch leben!"
Jetzt feiern wir Ostern. Jetzt werden wir wieder daran
erinnet:
Jesu Auferstehung garantiert unsere Auferstehung. Sein Leben
garantiert unser Leben. Seine Herrlichkeit ist auch unsere
Herrlichkeit.
Gewiß, vieles, was in der Welt geschieht, können wir nicht
verstehen und unser Herz möchte daher versagen. Es möchte
uns den Mut nehmen und es sieht aus wie die letzte Stunde
der Christenheit. Aber das sieht alles wirklich nur so aus,
die Wirklichkeit ist anders. Jesus lebt. Der Auferstandene
sammelt in dieser letzten Zeit seine Gemeinde und seine
Gemeinde lebt von der Kraft des Auferstandenen mit der
Losung:
"Unser ist der Sieg!"
Gott sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat durch unseren
Herrn Jesus Christus.