-4-Kirchenjahr bis Pfingsten 04b
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:06/04/1958
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Reffino, 6-4-1958
Hernandarias, 27-4-1958
Vizcacheras, 27-4-1958
Diamante, 10-5-1956
Camarero, 11-5-1958
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Ostern
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Markus 16, 1-7
Skopus:
-4-Kirchenjahr bis Pfingsten 4b -Marcus 16,1-7 "Und da der
Sabbat vergangen war, kauften Maria Magdalena und Maria, des
Jakobus Mutter, und Salome Spezerei, auf daß sie kämen und
salbten ihn. Und sie kamen zum Grabe am ersten Tage der
Woche sehr früh, da die Sonne aufging. Und sie sprachen
untereinander: Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür?
Und sie sahen dahin dahin und wurden gewahr, daß der Stein
abgewälzt war; denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein
in das Grab und sahen einen Jüngling zur rechten Hand
sitzen, der hatte ein langes weißes Kleid an; und sie
entsetzten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entsetzet euch
nicht! Ihr suchet Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten; er
ist auferstanden und ist nicht hier. Siehe da die Stätte, da
sie ihn hin legten! Gehet aber hin und sagt es seinen
Jüngern und Petrus, daß er vor euch hin gehen wird nach
Galiläa; da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat."
Der dunkelste Tag der Welt- und Menschheitsgeschichte, der
Karfreitag, ist vorübergegangen. Jesus Christus, der
Messias, der Sohn Gottes, hat nach einer Zeit schwersten
Leidens und bitterster Qual seinen letzten Atemzug getan.
Von menschlicher Warte aus gesehen haben seine Mörder, haben
Hölle, Tod und Teufel über diesen Jesus Christus gesiegt.
Ihr bitterster Feind, von Menschen und von Gott verlassen,
liegt tot im Grabe auf dem Friedhof des Josef von Arimathia.
Von den Bekannten, Freunden und Jüngern dieses Jesus ist ein
kleiner Menschenhaufen von Ängstlichen und Enttäuschten
übrig geblieben.
Alle ihre Hoffnungen, die sie auf diesen Jesus von Nazareth
gesetzt hatten, sind zusammengebrochen. Er, ihr Herr und
Meister, liegt stumm, liegt tot im Grabe.
Und wir sehen, wie da am Sonntagmorgen 3 Frauen sich auf den
Weg machen zum Grabe, um an Jesus die letzte Liebes- und
Treuepflicht zu erfüllen. Sie wollen ihn für seinen
Aufenthalt im Grabe zubereiten mit Salben und bestimmten
kosmetischen Mitteln, wie es damals im jüdischen Lande Sitte
war.
Es sind die Frauen Maria Magdalena, Maria, die Mutter des
Jakobus und Salome.
Wie traurig mögen sie auf dem Wege zum Grabe über das
grausame Ende ihres Meisters gesprochen haben? Vielleicht
kam auch bei diesem Gespräch die furchtbare Enttäuschung
offen ans Licht, wie uns von einigen Jüngern berichtet wird,
die ihre bittere Enttäuschung in die Worte faßten:
"Jesus liegt tot im Grabe und wir hatten gehofft, er sollte
als der Messias uns, das Volk Israel, erlösen."
Und wie sie näher zum Grabe kamen, bewegte sie die eine
Sorge, wie sie den Stein von der Grabkammer, die in einen
Felsen hineingeschlagen war, von dem Eingang wegwälzen
können.
Wir wissen es doch noch, daß ja die Hohenpriester und
Schriftgelehrten es sich vom Gouverneur Pontius Pilatus
erbeten hatteen, daß er sogar diesen Stein mit seinem Siegel
versehe, damit niemand den Leichnam Jesu stehlen könne.
Aber wie sie ganz dicht am Grabe sind, stellen sie fest, daß
das Grab offen ist und sie sehen eine wunderbare
Erscheinung. Sie sind so verwirrt und so erstaunt, daß sie
in ihrem Bericht über dieses Erlebnis über dieses Erlebnis
nur noch stammeln und stottern können.
Jedenfalls das Eine wissen sie ganz genau, daß sie eine
Stimme im leeren Grabe gehört hatten:
"Jesus von Nazareth, der Gekreuzigte, liegt nicht mehr hier.
Er lebt, er ist auferstanden."
Haben wir es recht gehört?
"Jesus Christus ist auferstanden, Jesus lebt."
Wenn das wahr ist, und warum sollte das nicht wahr sein,
dann ist ja etwas Wunderbares, etwas Herrliches geschehen.
Wenn das wahr ist, dann hat Gott seinen Sohn nicht mehr
verlassen, dann hat er in einer ganz neuen Weise ein volles
Ja zu seinem Sohn gesagt.
Indem Gott seinen Sohn aus dem Tode herauskommen läßt, sagt
er ein volles und kräftiges Ja zu dem Erlösungswerk, das er
um unsretwillen getan hat, für dich unf für mich.
Nun ist es Wirklichkeit geworden für dein und mein Leben,
was Jesus Christus am Kreuz für uns tat. Er nahm uns den
Fluch ab und schenkte uns seinen Segen. Er rief uns aus der
Hölle in den Himmel. Er machte uns aus einem Feinde Gottes
zum Kind Gottes. Und das alles durch sein unschuldiges
Leiden und Sterben.
Indem der Vater im Himmel seinen Sohn nicht im Grabe, nicht
im Tode ließ, sagt er ein volles Ja zu dem, was Jesus
Christus für uns tat.
Das leere Grab dort auf dem Friedhof in Jerusalem bezeugt
aller Welt:
Es gibt wieder einen Weg für alle Menschen, zurück zu Gott
zu kommen.
Hölle, Tod und Teufel konnten ihn nicht daran hindern, die
Tür zum Himmel aufzuschließen. Und der Vater sagt ein volles
Ja zu dem, was Jesus tat.
Was mag bei dieser Botschaft
"Jesus lebt, Jesus ist auferstanden."
die Frauen nach dem ersten Schrecken der sonderbaren
Begegnung im Grabe bewegt haben?
Sie pilgerten zum Grabe, um einem toten Jesus die letzte
Ehre und den letzten Dienst zu erweisen und müssen erkennen,
dieser letzte Dienst ist nicht mehr nötig. Jesus lebt. Sie
brauchen nicht mehr traurig zu sein. Sie alle, die das
Geschehen um Jesus von Nazareth auf dem Hügel Golgatha im
letzten Grunde nicht verstanden haben, ahnen bei dieser
Botschaft, daß Jesus auferstanden ist, etwas von der
Herrlichkeit des Weges Gottes mit seinem Sohn durch alles
Leiden und durch den Tod hindurch.
Wir wissen, daß nicht sofort die ganze Freudigkeit über
diese Wirklichkeit der Auferstehung bei diesen Frauen und
bei den Jüngern gekommen ist. Zu unfaßbar ist alles gewesen,
was sie mit diesem ihrem Herrn und Meister Jesus von
Nazareth erlebt haben. Zuerst das Zusammnensein mit ihm, die
vielen Zeichen und Wunder; dann die große Enttäuschung des
Leidens und Sterbens und jetzt dieses unfaßbare Wunder, daß
Jesus gar nicht tot, sondern auferstanden sein soll.
Nur langsam fällt es wie Schuppen von ihren Augen. Nur
langsam weicht die Traurigkeit von ihren Augen. Nur langsam
weicht die Enttäuschung aus ihren Herzen.
Es geht ihnen ähnlich, wie wir es an einem jeden frühen
Morgen in der Natur erleben können. Aus der dunklen Nacht
bricht allmählich die Dämmerung hervor, immer mehr entweicht
die Dunkelheit, bis schließlich die helle Sonne im schönsten
Glanze erstrahlt und die Nacht restlos verschwunden ist.
So wird es auch hell diesen Frauen am Grabe, besonders aber
dann, als sie den auferstandenen Herrn selbst mit ihren
eigenen Augen sehen und selbst ihn mit ihren Händen betasten
und mit ihren Ohren hören können.
Und sie, die Frauen, hatten ja von der sonderbaren
Erscheinung am Grabe Jesu den Auftrag bekommen, den Jüngern
zu sagen, daß sie nach Galiläa gehen sollen, damit sie mit
ihrem auferstandenen Herrn zusammen sein können.
Und in dieser Begegung der Jünger mit ihrem auferstandenen
Herrn werden sie es aus seinem eigenen Munde erfahren und
hören können, warum er, ihr Meister, leiden und sterben und
auferstehen mußte. Sie werden es hören und erfahren, daß er
für sie und für alle Menschen gestorben ist und sie und alle
Menschen nun wieder Gottes Kinder werden dürfen.
Die Jünger haben den auferstandenen Herrn gesehen. Und wir?
Uns ist es nicht mehr möglich. Aber das ist uns möglich, die
Stimme des auferstandenen Herrn zu hören, die uns
verkündigt:
Jesus mußte um unsretwillen leiden und sterben und
auferstehen. Diese Stimme des auferstandenen Herrn ist
jedesmal dann zu hören, wenn wir im Gottesdienst der
Gemeinde uns um Gottes Wort versammeln. So, wie die Jünger
damals durch die Frauen aufgefordert wurden, nach Galiläa zu
gehen, um Jesus zu sehen, werden auch wir heute
aufgefordert. noch mehr als bisher dahin zu gehen, wo die
Stimme des auferstandenen Herrn zu hören ist und die uns
bezeugt, daß er um unsretwillen leiden und sterben und
auferstehen mußte. Aber im Gottesdiest dürfen wir dann auch
hören, daß wir, du und ich, jetzt wieder Gottes Kinder sein
dürfen.
Wer das aus dem Munde des Auferstandenen hört, der hat einen
rechten Auferstehungs-Festtag erlebt, dem ist die helle
Auferstehungssonne in seinem Leben aufgegangen, die alle
Dunkelheit und Traurigkeit vertreibt.
"Jesus Christus ist auferstanden! Er ist wahrhaftig
auferstanden!"