-4-Kirchenjahr bis Pfingsten 03c
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:06/04/1969
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Grabschental, 6-4-1969 -deutsch-
Meroú, 13-4-1969 -deutsch-
Diamante, 20-4-1969 -deutsch-
Meroú,29-3-1970-deutsch-Krankengottesd.Altergott
Camarero/Puyiggari, 2-4-1972-deutsch-
Reffino, 2-4-1972 -deutsch-
Grabschental, 22-4-1973 -deutsch-
Aldea Protestante, 29-4-1973 -deutsch-
Meroú, 22-4-1973 -deutsch-
Aldea Protestante, 29-3-1970 -spanisch-
Grabschental, 29-3-1970 -spanisch-
Meroú, 29-3-1970 -spanisch-
Paraná, 5-4-1970 -spanisch-
Diamante, 12-4-1970 -spanisch-
Reffino, 19-4-1970 -spanisch-
Col. Nueva, 3-10-1970 -spanisch-
Camarero/Puiggari, 11-4-1971 -spanisch-
Camarero/Puiggari, 31-3-1975 -spanisch-
Diamante, 13-4-1975 -spanisch-
Meroú, 13-4-1975 -spanisch-
Aldea Protestante, 2-5-1976 -spanisch-
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Ostern - Pascua de la Resurrección
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Matthäus 28, 1-10 - Mateo 28: 1-10
Skopus: Kreuz und Auferstehung gehören zusammen
-4- Kirchenjahr bis Pfingsten 3c -Matthäus 28, 1-10
"Als aber der Sabbat um war und der erste Tag der Woche
anbrach, kam Maria Magdalena und die andere Maria, das Grab
zu besehen. Und siehe, es geschah ein großes Erdbeben. Denn
der Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat hinzu und
wälzte den Stein von der Tür und setzte sich darauf. Und
seine Gestalt war wie der Blitz und sein Kleid weiß wie
Schnee. Die Hüter aber erschraken vor Furcht und wurden, als
wären sie tot. Aber der Engel antwortete und sprach zu den
Weibern: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, daß ihr Jesum, den
Gekreuzigten, suchet. Er ist nicht hier; er ist
auferstanden, wie er gesagt hat. Kommet her und sehet die
Stätte, da der Herr gelegen hat. Und gehet eilend hin und
sagt es seinen Jüngern, daß er auferstanden sei von den
Toten. Und siehe, er wird vor euch hingehen nach Galiläa, da
werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt. Und
sie gingen eilend zum Grabe hinaus mit Furcht und großer
Freude und liefen, daß sie es seinen Jüngern verkündigten.
Und da sie gingen, es seinen Jüngern zu verkündigen, siehe,
da begegnete ihnen Jesus und sprach: Seid gegrüßet! Und sie
traten zu ihm und griffen an seine Füße und fielen vor ihm
nieder. Da sprach Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Gehet
hin und verkündigt es meinen Brüdern, daß sie gehen nach
Galiläa; daselbst werden sie mich sehen."

Mit einem gewissen Recht wird gesagt, daß der Karfreitag der
Hauptfeiertag der evangelischen Christenheit sei. Aber was
wäre geschehen, wenn dem Karfreitag nicht ein Ostern gefolgt
wäre? Dann hätte die Geschichte dieses Jesus von Nazareth
mit einem schmählichen Tod am Kreuz geendet. Enttäuschte
Jünger und verzweifelte Frauen, das wäre alles, was vom
Leben und Wirken Jesu nach seinem Tode geblieben wäre.
Und wir?
Wir könnten mit Sicherheit sagen, daß wir niemals etwas von
jenem Ereignis in Palästina und von einem Mann Jesus von
Nazareth gehört hätten.
Daß es nun aber am Karfreitag mit der Geschichte Jesu nicht
zu Ende war, daß dem Karfreitag ein Ostern folgte, das ist
nicht selbstverständlich. Das sollte uns eigentlich heute
noch zum Staunen bringen.
Vergessen wir nicht:
Die Anhänger und Freunde Jesu waren durch die Katastrophe
von Karfreitag so verstört und betäubt, daß sie gar nicht
damit gerechnet hatten, daß nach dem Kreuzestode Jesu noch
irgend etwas erfolgen könnte. Nein, Ostern ist ganz und gar
nicht selbstverständlich. Und Ostern wird auch bis heute
noch nicht von allen Menschen akzeptiert.
Wir sehen zum Beispiel in unserem Text die Männer, die zur
Bewachung des Grabes abkommandiert wurden. Sie erleben auch
den Ostermorgen, aber Ostern erleben sie trotzdem nicht. Sie
sind zwar körperlich anwesend, aber die Osterpredigt über
das, was da geschehen ist, ist für sie nicht vernehmbar,
"sie waren, als wären sie tot."
Das ist zugleich wirklich das Urteil über diese Menschen und
es nützt ihnen auch nichts, daß sie das Grab leer gesehen
haben.
Am Auferstehungsmorgen völlig überrascht wurde aber auch die
Gruppe der Frauen. Maria Magdalena und die andere Maria
gehen ja nicht dshalb zum Grabe, um zu sehen, daß Jesus
wieder lebt. Im Gegenteil! Sie rechnen mit der Realität des
Todes ihres Jesus. Sie wollen am Grabe ihrer Hoffnungen
weinen. Sie wollen nach dem Grabe sehen, so wie auch heute
noch Leidtragende nach der Beerdigung zum Friedhof gehen, um
das Grab zu sehen, wo ein geliebter Mensch vergeht, den man
in sein Herz geschlossen hatte.
Bei Jesus hatten sie Geborgenheit gefunden und Geltung,
Ehre, Anerkennung, Freude und Hoffnung und auch den Weg zu
Gott, und das alles, so meinen sie, ist nun durchgestrichen
und ungültig geworden. Sollten sie da nicht trauern?! Ihr
Herr und Meister war schließlich doch der Macht des Todes
und dem Ränkespiel seiner Feinde erlegen. Wenn das aber
geschehen konnte, war dann nicht auch Gott gegen ihren
Jesus?? Dann hatte aber Jesus zu Unrecht von sich gesagt,
daß er seine Anhänger den Weg zum Vater führe und daß er
Gottes Willen tue? Dann war er nichts anderes als ein
Verführer, selbst wenn er im "guten Glauben" gehandelt
hatte?
Wie groß kann die Verzweiflung werden, wenn einem Menschen
die Grundlage seines Glaubens entzogen wird!
Aber entgegen aller Erwartung und entgegen ihrer
Kapitulation vor der Realität des Todes erleben es die
beiden Frauen Maria Magdalena und die andere Maria an jenem
ersten Tage der Woche, daß der Tod Jesu nicht das letzte
Wort Gottes und das Kreuz auf Golgatha nicht das Zeichen der
totalen Gottverlassenheit ist.
Über das, was in der Auferstehung real zwischen Gott und
Jesus Christus geschah, erfahren wir nichts. Wie sollte man
das auch mit menschlichen Worten beschreiben können!
Aber um so strahlender und siegesbewußter klingt durch das
ganze Neue Testament auf Grund der Begegnung mit diesem
auferstandenen Herrn:
"Er ist auferstanden!"
Er ist nicht im Tode geblieben, er lebt. Er ist mir
persönlich begegnet.
Und seit dieser Begegnung mit Jesus wissen die Jünger, auch
wir werden nicht dem Tode anheimfallen, wir werden mit Jesus
leben. Auch diese Frauen, die zuerst nur die Nachricht
erhalten haben, daß Jesus lebt, sind ihm kurze Zeit später
persönlich begegnet und in der Begegnung mit ihm wurden sie
ebenfalls von dem Osterglauben erfüllt.
Was da geschah, ist normaler Weise unfaßbar. überzeugt
werden davon kann nur einer, der selbst persönlich dem
lebendigen Herrm begegnet ist. Mit ein bißchen
Christlichkeit kann niemand bekennen:
"Jesus lebt, und mit ihm auch ich."
Darum ist es durchaus verständlich, daß viele Menschen, auch
Christen, mit Ostern, mit der Auferstehung nichts anzufangen
wissen, so wie die Soldaten am Grabe.
Dieser lebendige Herr ist seit seiner Auferstehung unterwegs
zu uns Menschen, um uns seinen Sieg über Tod, Hölle und
Teufel zu bezeugen und uns in unserer Begegnung mit ihm in
diesen Sieg hineinzunehmen.
Heute begegnet uns dieser lebendige Herr in seinem Wort,
durch Menschen verkündigt und praktiziert.
Wir Christen wissen und glauben so, daß das Osterereignis,
daß die Auferstehung Jesu Christi das entscheidende
Fundament unseres christlichen Glaubens ist und durch Ostern
Karfreitag, durch die Auferstehung erst das Kreuz auf
Golgatha seine Bedeutung bekommt.
Christen, die es erst seit Ostern gibt, sind Menschen, die
von diesem Ostergeschehen herkommen, die selbst in ihrem
Leben dann dem lebendigen Herrn begegnet sind.
Mit dieser Freude über das Ostergeschehen, über den Sieg
unseres Herrn Jesus Christus über den Tod, leben wir mitten
in dieser Welt, die noch bedroht wird von der Macht der
Finsternis und des Todes.
Wir erleben diese dunkle Macht nicht nur, wenn wir einen
lieben Menschen zu Grabe tragen müssen oder an unser eigenes
Ende denken, sondern wir begegnen ihr überall, wo Menschen
sich gegenseitig das Leben schwer machen, wo Ungerechtigkeit
herrscht, wo Menschen in Not sind oder von Einsamkeit
gequält werden. Überall dort scheint das Böse zu
triumphieren. Überall dort greift der Tod das Leben an.
Überall dort sind wir aber in der Gefahr, daß wir
verzweifeln und resignieren, als hätte es nie Ostern
gegeben.
Gerade dann, wenn uns der Tod in seiner mannigfachen Gestalt
anspringt, dürfen wir uns an den lebendigen Christus
klammern.
Ostern bedeutet:
Nichts, aber auch nichts kann uns den Weg der Hoffnung
nehmen. Und als solche, die bekennen können:
"Jesus lebt, mit ihm auch ich,"
sind wir aufgefordert in der Nachfolge unseres lebendigen
Herrn, selbst der Macht der Finsternis und des Todes zu
widerstehen und mitzuhelfen, das überall Angst, Schrecken,
Not und Elend und Schuld und Verzweiflung und Tod weichen.
"Der Herr ist auferstanden, der Herr ist wahrhaftig
auferstanden!"
Das verändert uns und diese Welt und macht uns zu
Mitarbeitern des auferstandenen Herrn.