-4-Kirchenjahr bis Pfingsten 02
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:29/03/1959
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Paraná, 3-4-1959
Aldea Protestante, 1. Ostertag 1956
Meroú, 2. Ostertag 1956
Gelsenkirchen-Buer-Hassel, 1952
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Ostern
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Matthäus 28, 1 - 10
Skopus: Jesus, der Auferstandene, ist unser Bruder
-4- Kirchenjahr bis Pfingsten 2 -Mathhäus 28, 1-10
"Als aber der Sabbat um war und der erste Tag der Woche
anbrach, kam Maria Magdalena und die andere Maria, das Grab
zu besehen. Und siehe, es geschah ein großes Erdbeben. Denn
der Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat hinzu und
wälzte den Stein von der Tür und setzte sich darauf. Und
seine Gestalt war wie der Blitz und sein Kleid weiß wie der
Schnee. Die Hüter aber erschraken vor Furcht und wurden, als
wären sie tot. Aber der Engel antwortete und sprach zu den
Weibern: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, daß ihr Jesum, den
Gekreuzigten, suchet. Er ist nicht hier; er ist
auferstanden, wie er gesagt hat. Kommet her und sehet die
Stätte, da der Herr gelegen hat. Und gehet eilend hin und
sagt es seinen Jüngern, daß er auferstanden sei von den
Toten. Und siehe, er wird vor euch hingehen nach Galiläa; da
werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt. Und
sie gingen eilend zum Grabe hinaus mit Furcht und großer
Freude und liefen, daß sie es seinen Jüngern verkündigten.
Und da sie gingen, seinen Jüngern zu verkündigen, siehe, da
begegneten ihnen Jesus und sprach: Seid gegrüßet! Und sie
traten zu ihm und griffen an seine Füße und fielen vor ihm
nieder. Da sprach Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Gehet
hin und verkünfigt es meinen Brüdern, daß sie gehen nach
Galiläa, daselbst werden sie mich sehen."

Ein Tag begann wie alle anderen Tage, ein Tag ohne Hoffnung
und ohne Freude. Auf den Gesichtern der Maria Magdalena und
der Maria spüren wir die Trauer um ihren toten Jesus, der
nun schon im Grabe liegt. Ein schwerer Stein trennt ihn von
der Welt der Lebenden.
Aber diese beiden Frauen kommen von Jesus nicht los; sie
sind so einsam und es ist ihnen, als müßten sie ihren Herrn
suchen.
So
"eilen sie zum Grabe".
Dort allerdings zeigt gerade das Grab an, daß Jesus nicht
mehr unter den Lebenden weilt. Es ist kein Irrtum mehr
möglich, der liebste Mensch ist tot.
Doch da ruft der Evangelist uns mit der Aufforderung
"Siehe!"
zu, genau aufzupassen auf das, was sich jetzt ereignet. Wir
sollen nicht nur zuhören, sondern wir sollen alles das, was
die beiden Frauen erleben, selbst auch miterleben.
Maria Magdalena und Maria hatten sich aufgemacht, um den
toten Jesus in seinem Grabe aufzusuchen. Aber während sie
sich aufmachen, hat sich schon längst Gott aufgemacht, um
die beiden Frauen zu suchen.
Ein merkwürdiges Geschehen, das sich da vor ihren Augen
abspielt:
"Ein Bote Gottes kommt herab",
begleitet von einem großen Erdbeben.
Dieser Bote hat einen bestimmten Auftrag Gottes an die
beiden Frauen auszurichten:
"Fürchtet euch nicht!"
Es war schon nötig, daß der Bote Gottes ihnen dieses Wort
zurief. Wir erinnern uns vielleicht auch noch daran, da die
Boten Gottes, die die Geburt Jesu anmeldeten, den Hirten
ebenfalls dieses
"Fürchtet euch nicht!"
zuriefen.
Wer sollte sich auch nicht fürchten, wenn er einen Blick auf
eine Herrlichkeitsgestalt des Himmels tut. Viel wichtiger
aber ist dieses, daß dieser Ruf uns darauf aufmerksam macht,
daß die Mitteilung, die der Abgesandte Gottes den Frauen zu
sagen hat, mit der Trauer um den toten Jesus nichts zu tun
hat. Seine Nachricht, seine Botschaft, ist eine freudige
Botschaft. Vor dieser Botschaft weicht alle Furcht und alle
Traurigkeit und alle Angst.
"Fürchtet euch nicht!"
Das ist der Ruf, der auch uns heute an diesem
Auferstehungstage gilt.
Dieser Ruf leitet aber nur zu der eigentlichen Botschaft
über und diese Botschaft lautet:
"Jesus Christus ist auferstanden!"
Wie, hat Gott denn seinen Sohn nicht dauernd verstoßen? Ist
es nicht bei dem geblieben, was Jesus unter Qualen hat
ausrufen müssen:
"Mein Gott. mein Gott, warum hast du mich verlassen?!"?
Nein, Gott hat seinen Sohn von den Toten auferweckt, hat ihn
erhöht.
Der Triumph seiner Feinde ist zunichte geworden. In dem
Kampf Jesu mit Tod und Teufel ist Jesus der Sieger
geblieben. Und die Menschen, die die Handlanger des Teufels
gewesen sind, sind zum Gespött Gottes geworden.
Denken wir nur beispielsweise an die Hüter des Grabes, die
vor Angst fast einen Herzschlag bekommen hatten und nun wie
tot beim Grabe liegen.
Jesus lebt, Jesus ist Sieger geblieben!
Und welch eine Freude für uns alle, die wir wissen, daß
Jesus von Nazareth unsere Schuld und Sünde ans Kreuz
getragen hat, daß er auch um unsretwillen das alles hat
erleiden müssen!
Jesus Christus hat auf seinem Leidenswege alle unsere Schuld
zu seinem Vater gebracht und ihm vor die Füße gelegt. Und
der Vater hat diese unsere Schuld seinem Sohn abgenommen.
Gott hat zum Tun seines Sohnes ein volles Ja gesagt; die
Auferstehung ist dafür die Bestätigung.
Der Vater sagt um Jesu willen jetzt zu unserer Schuld:
Ich habe sie dir vergeben, so wahr ich meinen Sohn von den
Toten auferweckt habe.
Verstehen wir recht, keiner von uns, der darunter leidet,
daß durch seine Schuld die Verbindung mit seinem Vater im
Himmel zerstört worden ist, braucht heute traurig zu sein.
Der auferstandene Christus ist der Beweis dafür, daß der
Vater um seines Sohnes willen uns wieder als seine Kinder
angenommen hat.
Laßt uns heute fröhlich zum Vater eilen und ihn um diese
Vergebung bitten, denn Jesus, der Auferstandene ist unser
Fürsprecher beim Vater.
Welch ein erstauntes Gesicht mögen die Frauen gemacht haben,
als sie von der Auferstehung Jesu hörten?
Um jeden Zweifel auszuschalten, ermuntert der Bote sie, sich
das Grab ruhig genauer anzusehen:
"Kommet her und sehet die Stätte, da der Herr gelegen hat."
Zu diesem Zwecke hatte er ja schon vorher den schweren Stein
vor der Grabesöffnung weggewälzt.
Die Grabstelle ist leer, Jesus Christus hat dort keinen
Platz mehr; was suchen wir auch den Lebenigen bei den Toten.
Schlägt nicht unser aller Herz in der großen Freude mit
Maria und Maria Magdalena, daß alle Traurigekeit nun vorbei
ist? Der Herr ist nicht mehr unter den Toten, was gäbe es
jetzt noch für einen Grund, traurig zu sein?
Wir können uns denken, daß die Herzen beider Frauen
zersprungen sind vor Freude. Und der Engel fordert diese bei
den Frauen zum Dienst auf.
Das ist in der Gemeinde Jesu Christi das große Geschenk, daß
unsere Freude über unseren Herrn und Heiland immer in den
Dienst, immer an die Arbeit, gestellt wird.
Wenn wir in unserem Christenstand es noch nicht erfahren
haben, daß wir einen Auftrag erfüllen dürfen, dann wollen
wir heute noch zu dem Auferstandenen eilen und ihn bitten,
daß er uns unsere Augen öffne für die Arbeit, die er schon
so lange für uns bereit liegen hat und immer vergeblich auf
uns warten mußte.
So erhalten diese beiden Frauen den Auftrag, seinen Jüngern
diese Botschaft zu überbringen:
"Jesus ist von den Toten auferstanden."
Beachten wir hierbei, daß gerade die Frauen als die Ersten
die Botschaft vernehmen und dann predigen sollen, also
Frauen, die im Alten Testament so wenig geachtet worden
sind.
Gibt es denn für uns alle eine bessere Arbeit, einen
besseren Auftrag, als den, die Botschaft von dem
auferstandenen Christus in alle Welt hineinzurufen? Ist das
nicht der Auftrag für uns alle?
Allerdings werden sie von dem letzten Teil der Nachricht des
Boten bis in Mark und Bein erschüttert worden sein.
Sie haben nicht nur den Engel Gottes gesprochen, nein, sie
selbst werden den Herrn Jesus sehen, mit ihm sprechen, mit
ihm wandeln. Der Auferstandene wird sich seinen Jüngern
zeigen. Diese Botschaft gibt ihnen der Bote Gottes mit.
Wir möchten am liebsten mit den beiden Frauen dahineilen, um
die Botschaft von der Auferstehung des Herrn den Jüngern
zuzurufen, um sie aus ihrer Traurigkeit zu befreien, um sie
wieder fröhlich zu machen.
Unterwegs schon kommt Jesus ihnen entgegen.
Da kennt ihre Freude keine Grenze mehr. Sie fallen auf die
Knie und bringen ihrem Herrn und Meister königliche und
göttliche Ehre dar. Sie beten ihn an. Es kann ja auch unter
uns heute nicht anders sein, als daß auch wir vor unserem
Herrn niederfallen und ihm danken für alles das, was er für
uns getan hat, daß er trotz unseres Ungehorsams, trotz
unseres Murrens, uns entgegenkommt.
Möchten doch unsere Augen aufgetan werden, damit wir auch
den Auferstandenen sehen.
Ob er uns in der Gestalt eines Menschen begegnet, der in Not
geraten ist, und dem wir unsere ganze Dankbarkeit gegenüber
dem Auferstandenen dadurch erweisen, daß wir ihm helfen?
Das, was ihnen der Bote Gottes schon verkündigt hatte,
erfahren sie jetzt auch aus dem Munde ihres Herrn. Sie
dürfen Zeugen des Auferstandenen sein. Sie dürfen seinen
Jüngern die Auferstehung verkündigen:
"Gehet hin und verkündigt es meinen Brüdern!"
Seine Jünger sind seine Brüder. Wir werden von ihm als seine
Brüder und Schwestern angeredet.
Stellen wir uns einmal vor:
Sie fliehen alle; Petrus verleugnete seinen Herrn 3 X. Sie
alle ließen ihren Herrn allein. Und sie alle nennt nun Jesus
seine Brüder. War es nicht dasselbe, ,was später ein Saulus
erlebte, der den Herrn und seine Gemeinde verfolgt hatte.
Auch ihn nennt Jesus BRUDER.
Und schauen wir uns einmal selbst an.
Wir wissen über uns selbst genug Bescheid und er nennt ums
trotzdem BRUDER oder SCHWESTER.
Und wer es heute von uns noch nicht ist, der darf es für
sich ganz persönlich hören:
Jesus Christus, der Auferstandene, ist dein Bruder.
Jesus, der Auferstandene, ist unser aller Bruder geworden.